Chemisches Recycling: Kunststoffabfälle als Rohstoffquelle

Neben der werkstofflichen und energetischen Verwertung ist das chemische Recycling von Kunststoffen eine weitere Möglichkeit um zusätzliche fossile Rohstoffe als Grundstoffe für die Neuproduktion zu substituieren. Die Etablierung einer Kreislaufwirtschaft mit Kunststoffen wird zukünftig eine größere Rolle innerhalb der Chemieindustrie spielen. Die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen wird damit verringert, gleichzeitig werden Treibhausgasemissionen reduziert.

Wie funktioniert das Recycling von Kunststoffen?

Mit Hilfe des thermischen Prozesses, der Pyrolyse, werden aussortierte Kunststoffprodukte in ihre Monomerstruktur aufgespalten. Infolge von Polymerisation können dann diese wiedergewonnenen Rohstoffe zu neuen Kunststoffprodukten wiederverwertet werden. Allerdings ist der Reinheitsgehalt des feedstocks (des Pyrolyseöls) sowie das tatsächlich verfügbare Volumen für die Chemieindustrie eine große Herausforderung. Der Reinheitsgehalt ist entscheidend, damit das Rezyklat die Funktionen für das jeweilige Neuprodukt erfüllen kann.

Welche politischen Regulierungen nehmen Einfluss auf die Verbreitung von chemischem Recycling?

Der Green Deal der EU zielt auf eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2030 um 55 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990 ab. Weiterhin wird die vollständige Emissionsneutralität bis zum Jahr 2050 angestrebt. Der großflächige Einsatz von chemischem Recycling hilft dabei Emissionen zu vermindern. Gleichzeitig muss die dafür benötigte Energie aber auch aus erneuerbaren Quellen stammen. Nach EU-Vorgaben (EU-Richtlinie 2019/904 des Europäischen Parlaments und des Rates) müssen produktseitig beispielsweise PET-Getränkeflaschen im Jahr 2030 einen Anteil an Rezyklat von 30 Prozent aufweisen - nach bereits einer Mindestquote in Höhe von 25 Prozent im Jahr 2025. Die derzeit jeweils bereits eingesetzten Mengen an Rezyklat aus post-consumer-Abfällen variieren je Produkt und Verwenderbranchen zum Teil erheblich. Das liegt nicht zuletzt an den spezifischen Anforderungen, die an die Produkte gestellt werden. Insbesondere Lebensmittelverpackungen weisen noch geringere Rezyklatanteile auf, wohingegen die Bauwirtschaft auf Kunststoffprodukte mit überdurchschnittlich hohen Rezyklatmengen zurückgreifen kann.

Wie reagieren führende Chemiekonzerne?

Die BASF ist bereits mit Quantafuel - spezialisiert auf Pyrolyse gemischter Kunststoffabfälle - und Remondis eine Kooperation eingegangen und hat das Projekt ChemCycling gestartet. Evonik und Covestro setzen ebenfalls auf chemisches Recycling. Covestro zum Beispiel versucht den Schaum von Matratzen wiederzuverwerten. Um chemisches Recycling zu implementieren sind Investitionen vonnöten. Innerhalb der Europäischen Union sollen daher bis zum Jahr 2030 Investitionen in chemisches Recycling in Höhe von mehr als sieben Milliarden Euro getätigt werden.

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