Statistiken zum alpenquerenden Güterverkehr

Der Transit durch die Alpen und dabei vor allem der Güterverkehr führte in den letzten Monaten immer wieder zu Konflikten unter den Alpenländern und einseitigen Maßnahmen zur Beschränkung des Verkehrsaufkommens. Insbesondere der Brennerpass geriet dabei in den Fokus. Um die Belastung durch den Straßengüterverkehr für die Anwohner des Wipptals zu verringern, führte Österreich zeitweise eine Blockabfertigung für Lkw für die am stärksten befahrene Route ein und verursachte so bis zu 40 Kilometer Rückstau auf deutschen Autobahnen. Der Brennerpass gehört zu den bedeutendsten Transitstrecken durch die Alpen, insgesamt wurden etwa 45,9 Prozent des alpenquerenden Güterverkehrs 2019 durch Österreich transportiert, rund 74 Prozent davon auf den österreichischen Straßen. Ein Teil des Verkehrs ist durch die betroffenen Länder selbst verursacht, die Übergänge werden ebenfalls für Inlands-, Import- und Exportverkehr genutzt; der Großteil des Transportaufkommens ist aber dem Transitverkehr zuzuschreiben.

Bedeutung des Alpentransits

Die Alpen sind ein natürliches Hindernis für den Verkehr zwischen Nord- und Südeuropa und können nur auf wenigen Routen bezwungen werden. In den letzten Jahrzehnten nahm der Warenaustausch zwischen den verschiedenen europäischen Regionen deutlich zu. 1980 wurden etwa 49,8 Millionen Nettotonnen im alpenquerenden Güterverkehr registriert, das Jahr 2018 stellte mit insgesamt 117,3 Millionen Nettotonnen an den Übergängen in Frankreich, der Schweiz und Österreich einen neuen Rekord dar. Dabei profitieren fast alle europäischen Länder von einem reibungslosen Warenverkehr über die Alpen, wichtige Nord-Süd- sowie Ost-West-Transportrouten, darunter allein drei der zehn transeuropäischen Verkehrsnetze, führen durch das Hochgebirge. Besonders für Italien gehören die alpenquerenden Transitwege, wie der Gotthard, der Simplon, der Mont Cenis und der Brenner zu den bedeutenden Handelsrouten. 2018 gingen über 41 Prozent der italienischen Exporte ins europäische Ausland auf der nördlichen Alpenseite.

Angestrebte Verlagerung auf die Schiene

Die Schweizer entschieden sich in den 1990er Jahren durch die Zustimmung zu verschiedenen Vorlagen den Transitverkehr zukünftig hauptsächlich mit der Bahn zu bewältigen und die Kapazitäten des Straßenverkehrs in der Alpenregion nicht weiter zu erhöhen. Hintergrund war eine stetige Zunahme der Lkw-Fahrten und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Alpen. Das Ziel dieser Verkehrsverlagerung war es, dass die Zahl der Lkw an Schweizer Übergängen nach der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels maximal 650.000 beträgt. Dazu wurde eine Schwerverkehrsabgabe eingeführt und die Neue Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT) entwickelt. Das Ziel wurde zwar (noch) nicht erreicht, der Straßengüterverkehr nahm in den vergangenen Jahren aber kontinuierlich ab.
Anders stellt sich die Situation in Österreich dar, denn insgesamt betrachtet stieg das Transportaufkommen im alpenquerenden Straßengüterverkehr in den letzten Jahren und dies vor allem über österreichische Straßen. Dazu beigetragen haben auch die deutlichen Unterschiede bei den Kosten pro Kilometer, die sich hauptsächlich durch die Höhe der Maut ergeben und den Brenner besonders attraktiv machen. Bei der Betrachtung des gesamten Transportaufkommens zeigt sich, dass eine Verlagerung auf die Schiene im Zeitraum von 2008 bis 2018 nicht gelang.

Weitere Maßnahmen zur Reduzierung des Straßengüterverkehrs

Der Ausbau der NEAT ist noch nicht komplett abgeschlossen, die Eröffnung des letzten Bauabschnitts, des Ceneri-Basistunnel, ist jedoch für 2020 geplant. Die Schweiz erhofft sich dadurch weitere, positive Effekte auf die Verlagerung des Schwerverkehrs von der Straße auf die Schiene. Auch Österreich treibt den Ausbau der Schieneninfrastruktur voran, der Brenner Basistunnel soll bis 2028 fertiggestellt werden. Mit insgesamt 64 Kilometern wäre er dann die längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt.

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