Statistiken zur Versicherungsbranche in der Schweiz

Eine Versicherung sichert einen Versicherten gegen ein spezifisches Risiko wie Krankheit, Unfall, Berufsunfähigkeit oder sonstige Schadensfälle ab. Dazu zahlt der Versicherungsnehmer (Versicherter) dem Versicherungsgeber (Versicherer) entweder laufend, zum Beispiel monatlich oder jährlich, oder einmalig einen bestimmten Betrag, die sogenannte Versicherungsprämie. Im Allgemeinen bezeichnet der Begriff Versicherungsbranche die private Versicherungswirtschaft, d.h. die staatliche Kranken- oder Rentenversicherung ist darin nicht eingeschlossen. Die Privatassekuranz ist unterteilt in Leben-, Schaden- und Rückversicherungsgeschäft.

Im Jahr 2017 betrug die Bruttowertschöpfung der gesamten Versicherungsbranche in der Schweiz und damit ihre volkswirtschaftliche Leistung 28,86 Milliarden Schweizer Franken. Ihr Anteil an der gesamtschweizerischen Bruttowertschöpfung lag damit bei 4,46 Prozent. Die Bruttowertschöpfung der privaten Versicherungswirtschaft in der Schweiz belief sich im Jahr 2015 auf 20,7 Milliarden Schweizer Franken. Innerhalb der Privatassekuranz nahm die Bruttowertschöpfung der Schadenversicherung mit 9,5 Milliarden Schweizer Franken den größten Teil ein. Danach folgte die Rückversicherung mit 8,2 Milliarden Schweizer Franken; die Lebensversicherung steuerte schließlich 3 Milliarden Schweizer Franken bei.

Das Prämienvolumen der Schweizer Privatversicherer bezifferte sich im Jahr 2016 auf 224,8 Milliarden Schweizer Franken (Schweiz und Ausland). Das mit Abstand größte Prämienvolumen konnte Zurich für sich verbuchen (67,3 Milliarden Schweizer Franken), gefolgt von Swiss Re mit 36,2 Milliarden Schweizer Franken und Chubb mit 34,7 Milliarden Schweizer Franken (jeweils weltweit).

Im Jahr 2016 zählte die gesamte Versicherungsbranche in der Schweiz 649 Unternehmen. Unterteilt nach Beschäftigtengrößenklassen zählte die Branche 412 Mikrounternehmen (1 bis 9 Beschäftigte), 146 kleine Unternehmen (10 bis 49 Beschäftigte), 58 mittlere Unternehmen (50 bis 249 Beschäftigte) und 33 große Unternehmen (250 und mehr Beschäftigte). Im Jahr 2016 gab es in der Schweiz 194 Unternehmen in der privaten Versicherungswirtschaft. Davon waren 120 Schadenversicherer, 30 Rückversicherer und 19 Lebensversicherer. Darüber hinaus gab es 25 Captives: dies sind firmeneigene Versicherungsunternehmen, die für eigene Zwecke von Firmen gegründet werden und allein der Absicherung des Mutterunternehmens dienen.

In der gesamten Schweizerische Versicherungswirtschaft waren im Jahr 2016 59.759 Beschäftigte tätig, davon 31.810 Männer und 27.949 Frauen. Die Privatassekuranz zählte im Jahr 2017 148.534 Beschäftigte, wovon 47.054 in der Schweiz und 101.480 im Ausland tätig waren.

Der monatliche Bruttolohn in der Versicherungsbranche der Schweiz bemaß sich im Jahr 2016 auf 8.762 Schweizer Franken. Zwischen Männern und Frauen bestand ein deutlicher Gehaltsunterschied. Während Männer 10.400 Schweizer Franken brutto pro Monat verdienten, kamen Frauen auf 7.140 Schweizer Franken und damit auf über 3.000 Schweizer Franken weniger. Je höher die Hierarchiestufe, desto höher das Gehalt - im obersten, oberen und mittleren Kader betrug der monatliche Bruttolohn 14.912 Schweizer Franken.

Lebensversicherungen sind Versicherungen zum Schutz vor den finanziellen Folgen der Lebensrisiken Alter, Tod und Invalidität bzw. Erwerbsunfähigkeit. Das Prämienvolumen der Lebensversicherungen in der Schweiz betrug im Jahr 2017 29,59 Milliarden Schweizer Franken (gebuchte Bruttoprämien). Gemessen an den 2017 eingenommenen Bruttoprämien hatte Swiss Life in diesem Bereich mit 30,6 Prozent den größten Marktanteil.

Schadenversicherung ist eine Sammelbezeichnung für alle Versicherungszweige, die den durch einen konkreten Schaden entstandenen Mittelbedarf decken. Es gilt das Prinzip der konkreten Bedarfsdeckung; der Versicherungsnehmer darf durch die Ersatzleistung nicht bereichert werden (Bereicherungsverbot). Es wird zwischen Personen-, Sach- und Vermögensschaden unterschieden. Das Volumen der gebuchten Bruttoprämien der Schadenversicherungen in der Schweiz bezifferte sich 2017 auf 27,63 Milliarden Schweizer Franken. Führendes Versicherungsunternehmen in dieser Sparte war AXA mit einem Marktanteil von 12 Prozent.

Bei der Rückversicherung geht es darum, das versicherte Risiko in einem bestimmten Verhältnis auf Erst- und Rückversicherer zu verteilen. Der Versicherer, der den Vertrag mit dem Publikum abschließt, wird als Erstversicherer bezeichnet. Wenn er einen Teil seines Geschäftes an den Rückversicherer abgibt, handelt er als Zedent; der das Risiko übernehmende Rückversicherer ist der Zessionar. Denjenigen Teil des Risikos, den der Erstversicherer selbst trägt, nennt man Eigenbehalt, denjenigen Teil, den er weitergibt, Zession oder zweites Risiko. Im Jahr 2016 erreichten die gebuchten Bruttoprämien der Rückversicherungen in der Schweiz ein Volumen von 51,08 Milliarden Schweizer Franken. Swiss Re belegte in diesem Bereich mit einem Marktanteil von 45 Prozent den ersten Platz.

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Versicherungsbranche in der Schweiz - Wichtige Statistiken

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