Statistiken zur Schuldenkrise in Griechenland

Die griechische Schuldenkrise hält Europa seit Jahren in Atem. Seit Beginn der Krise Ende 2009 erhielt das Land zwei von den Euroländern in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) geschnürte Rettungspakete. Einen Teil seiner Verbindlichkeiten konnte Griechenland bereits im Jahr 2012 durch einen Schuldenschnitt abbauen. Zu einer Konsolidierung der griechischen Finanzen reichte dies allerdings bei Weitem nicht aus. Ein Staatsbankrott kann weiterhin nicht ausgeschlossen werden. Sollte es dazu kommen, würde sich der Verlust Deutschlands auf eine Summe von rund 88,7 Milliarden Euro belaufen (Stand: Ende Mai 2015). Auch deutsche Banken wären in einem solchen Szenario betroffen, auch wenn diese ihr Engagement in dem Krisenstaat seit Anfang des Jahres 2010 deutlich reduzieren konnten.
Die seit Monaten anhaltende Kapitalflucht trägt nicht zur Beruhigung der finanziellen Lage Griechenlands bei. Ende Mai 2015 beliefen sich die Einlagen inländischer Privathaushalte und Unternehmen bei Griechenlands Banken auf knapp 130 Milliarden Euro. Sechs Jahre zuvor lag der Bestand privater Bankeinlagen noch um rund 100 Milliarden Euro höher. Um diese Liquiditätslücken zu schließen, nutzten die Banken Griechenlands u. a. die von der Europäischen Zentralbank gewährten sogenannten ELA-Kredite. Der Begriff „Ela“ steht für Emergency Liquidity Assistance. Dabei handelt es sich um Notkredite, die von den nationalen Zentralbanken in der Währungsunion an grundsätzlich solvente Finanzinstitute mit vorübergehenden Liquiditätsproblemen vergeben werden können.

Am 05. Juli 2015 fand in Griechenland das Referendum über die Annahme oder Ablehnung der von der Europäischen Kommission, der Europäischen Zentralbank und dem Internationalen Währungsfonds vorgelegten Spar- und Reformvorschläge statt. Diese Vorschläge stammten aus den Verhandlungen über die Auszahlung der letzten Kredithilfen aus dem zweiten Griechenland-Hilfsprogramm. Da dieses allerdings nach dem Scheitern der Gespräche am 30. Juni ersatzlos endete, stimmten die Griechen über Spar- und Reformvorschläge ab, die konkret gar nicht mehr vorlagen. In dem Referendum stimmten 61,3 Prozent der griechischen Wähler gegen die Vorschläge und Bedingungen der Gläubiger.
In kurz vor dem Referendum durchgeführten Umfragen in Deutschland waren fast 90 Prozent der Befragten der Meinung, dass Griechenland nun einen Schritt auf die übrigen Euroländer zugehen sollte. Bei der Frage, ob Griechenland dauerhaft in der Eurozone bleiben sollte, waren die Befragten unentschlossen - 45 Prozent sprachen sich dafür aus, ebenfalls 45 Prozent dagegen. Bei einem möglichen Staatsbankrott Griechenlands machten sich die Befragten in Deutschland in erster Linie Sorgen um die Situation der Menschen in Griechenland (ca. 70 Prozent). Nur knapp 20 Prozent der Befragten sorgten sich um die eigenen Ersparnisse.

In der Nacht vom 12. auf den 13. Juli 2015 fand der Euro-Gipfel in Brüssel statt. Auf diesem Euro-Gipfel haben die Staats- und Regierungschefs der Euro-Gruppe den Weg für Verhandlungen über ein drittes Hilfspaket mit einem Volumen von bis zu 86 Milliarden Euro für Griechenland geebnet. Griechenland soll im Gegenzug ein umfangreiches Spar- und Reformpaket akzeptieren. Hierzu wurden in Deutschland direkt nach dem Gipfel Umfragen durchgeführt, um die Meinung der Deutschen zu den Verhandlungsergebnissen zu erfassen. 52 Prozent der dabei befragten Personen bewerteten weitere finanzielle Hilfen durch ein drittes Hilfsprogramm als richtig. Griechenland soll dafür wie bereits erwähnt im Gegenzug ein umfangreiches Spar- und Reformpaket akzeptieren. Dazu gehört zum Beispiel eine Erhöhung der Mehrwertsteuer, Einsparungen im Rentensystem und die Privatisierung von Staatsbesitz. Erste Maßnahmen sollen schon am Mittwoch im griechischen Parlament beschlossen werden. 57 Prozent der in Deutschland befragten Personen bewerteten diese Spar- und Reformmaßnahmen als angemessen. Allerdings fehlte 78 Prozent der befragten Personen das Vertrauen in die griechische Regierung, diese Spar- und Reformmaßnahmen auch wirklich umzusetzen. Mit der Verhandlungsführung von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble beim Euro-Gipfel in Brüssel zeigten sich die Deutschen insgesamt zufrieden.


Mehr erfahren

Schuldenkrise in Griechenland - Wichtige Statistiken

Diese Statistiken könnten Sie auch interessieren

Top 1350 Unternehmen: Europa

Statista Topliste 2018
  • alle Top-Unternehmen einer Branche oder Region
  • Inklusive Kontaktdaten und den wichtigsten Kennzahlen
  • Download als Excel Datei zur direkten Weiterverarbeitung

Griechenland 2017

Statista Länderreport
  • hochwertige Aufbereitung aller für das jeweilige Land relevanten Daten
  • inklusive Daten zu Konsumenten und Wirtschaft
  • zu 150 Ländern

Empfehlungen der Redaktion

Weitere Studien zum Thema

Weitere interessante Themen aus der Branche "Finanzmarkt"

Weitere interessante Themen aus der Branche "Finanzmarkt"

Über Statista

Erfahren Sie, wie Statista Ihrem Unternehmen helfen kann.

Webinar vereinbaren

Sie haben noch Fragen?

Sie haben noch Fragen?

Kontaktieren Sie uns schnell und einfach. Wir helfen Ihnen gern!

Kontaktieren Sie uns schnell und einfach. Wir helfen Ihnen gern!

Möglichkeiten der Kontaktaufnahme

Nutzen Sie gern unser Kontaktformular oder unsere FAQ.
Alternativ können Sie sich auch direkt an unseren Kundenservice wenden.

News
News