Statistiken zum Fernsehmarkt in Österreich

An allen genutzten Bewegtbildangeboten in Österreich im Jahr 2019 besaß das laufende Fernsehen mit 76 Prozent den mit Abstand größten Anteil. Die Digitalisierung stellt jedoch eine Herausforderung für das klassische Fernsehen dar: Bis zum Jahr 2030 wird ein Rückgang des Minutenvolumens des linearen Fernsehens von 1,46 Milliarden im Jahr 2019 auf 1,38 Milliarden Minuten prognostiziert. Gleichzeitig stellt das vorhergesagte Wachstum des Minutenvolumens des nichtlinearen Bewegtbildes ein großes Potential dar. Unter nichtlinearem Bewegtbild sind alle Videoangebote zu verstehen, die kein laufendes Fernsehprogramm sind, zum Beispiel aufgenommenes Fernsehen, Mediatheken, Streaming-Anbieter oder Videos auf Social-Media-Plattformen.

Jüngere scheinen offener für diese neuen Möglichkeiten zu sein: Sie nutzen häufiger Streaming von TV-Programmen und konsumieren häufiger Serien. Außerdem ist das Interesse für ein Smart-TV bei Jüngeren etwas höher als bei Älteren. Hingegen konsumierten im Jahr 2018 vor allem viele Ältere täglich Fernsehen und auch die durchschnittliche tägliche Fernsehdauer war mit zunehmendem Alter höher. Vor allem für Ältere ist das Fernsehen ein wichtiges Informationsmedium: Drei Viertel der Fernsehkonsumenten ab 55 Jahren nutzten im Jahr 2018 das Fernsehen als Nachrichtenquelle.

Trotz Digitalisierung und unterschiedlicher Nutzung der Generationen, hat das Fernsehen weiterhin eine große Präsenz in der Gesellschaft: Im Jahr 2018 hatte das Fernsehen eine Tagesreichweite von 65 Prozent. Im Durchschnitt schauten alle Personen in österreichischen Haushalten mit Fernseher im Jahr 2018 am Tag 3 Stunden und 12 Minuten fern. Rechnet man die Personen heraus, die nicht fernsahen, erhöhte sich die durchschnittliche Fernsehdauer sogar auf 4 Stunden und 10 Minuten pro Tag.

Im Jahr 2019 war ORF 2 der Fernsehsender mit dem höchsten Marktanteil, gefolgt von ORF eins und RTL. Allerdings sank der Marktanteil vom ORF 2 beim Gesamtpublikum von 36 Prozent im Jahr 1995 bis auf 19 Prozent im Jahr 2018. Ähnlich erging es dem ORF eins, dessen Marktanteil im selben Zeitraum von 27 Prozent auf 11 Prozent sank. Die privaten TV-Sender RTL und Sat.1 mussten von 2008 bis 2018 ebenso einen Rückgang des Marktanteils auf jeweils 4 Prozentpunkte verzeichnen.

Für Fernsehwerbung wurden im Jahr 2018 in Österreich rund 1,2 Milliarden Euro ausgegeben. Im Vergleich zum Jahr 2011 ist dies ein deutlicher Anstieg: 2011 beliefen sich die Ausgaben der Werbetreibenden für TV-Spots auf 729 Millionen Euro. Auch die Dauer der ausgesendeten TV-Werbung hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen, nämlich von insgesamt rund 8.500 Stunden im Jahr 2005 auf rund 17.300 im Jahr 2018. Dies ist vor allem auf einen starken Anstieg der ausgestrahlten Werbeminuten im Privatfernsehen zurückzuführen. Besonders viel Geld wird dabei für Werbung aus dem Bereich Ernährung, aber auch aus den Bereichen Kosmetik und Pharmazie sowie Haus und Garten aufgewendet.

Interessante Statistiken

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