Statistiken zur Bildung in der Schweiz

Der Bildungssektor hat nicht nur eine gesellschaftliche, sondern auch eine ökonomische Bedeutung. So erwirtschaftete die Branche Erziehung und Unterricht in der Schweiz im Jahr 2017 eine Bruttowertschöpfung von rund 4 Milliarden Schweizer Franken. Dies entsprach allerdings lediglich rund 0,6 Prozent der gesamten Wertschöpfung. Wesentlich wichtiger ist das Bildungswesen hingegen für die Beschäftigung: 2017 arbeiteten 332.000 Erwerbstätige im Bereich Erziehung und Unterricht, dies waren 6,6 Prozent aller Erwerbstätigen in der Schweiz und damit die sechstwichtigste Branche.

Das Bildungssystem ist auch ein wichtiger Investitionsbereich für den Staat: Im Jahr 2015 - Daten zu den Bildungsausgaben liegen erst knapp zwei Jahre nach dem entsprechenden Kalenderjahr vor - gaben Bund, Kantone und Gemeinden zusammen rund 36 Milliarden Schweizer Franken für Bildung aus. Der größte Teil entfiel dabei mit circa 23,2 Milliarden Schweizer Franken auf die Kantone. Die gesamten öffentlichen Bildungsausgaben machten etwa 5,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der Schweiz aus; dieser Wert hat sich in den letzten Jahren kaum verändert. Nach Bildungsstufen untergliedert flossen die meisten Mittel mit rund 16,3 Milliarden Schweizer Franken in die obligatorische Schule, pro Person betrachtet waren hingegen die Hochschulen mit circa 34.600 Schweizer Franken pro Kopf am kostenintensivsten. Die Bildungsausgaben der privaten Haushalte in der Schweiz betrugen 2016 rund 2,2 Milliarden Schweizer Franken.

Der Bildungsstand der Bevölkerung im Erwerbsalter (25-64 Jahre) hat sich in der Schweiz in den letzten Jahren formal deutlich erhöht: So besaßen im Jahr 2017 27,8 Prozent dieser Bevölkerungsgruppe einen Hochschulabschluss als höchsten Bildungsgrad; 2007 war die Akademikerquote mit 15,8 Prozent wesentlich niedriger gewesen. Zurückgegangen ist hingegen vor allem der Anteil der Personen mit einer Berufsbildung der Sekundarstufe II als höchster Qualifikation; er fiel von 46,5 Prozent 2007 auf nunmehr 36,8 Prozent. Personen, die lediglich die obligatorische Schule beendet haben, machten 12,2 Prozent aus. Dabei gibt es erhebliche soziodemografische Unterschiede: Im Geschlechtervergleich haben Männer durchschnittlich einen höheren Bildungsabschluss als Frauen (29,1 zu 26,5 Prozent Hochschulabsolventen, umgekehrt 10,8 zu 13,7 Prozent bei der obligatorischen Schule). Zudem sind jüngere Altersgruppen formal besser ausgebildet als ältere: Der Anteil der Hochschulabsolventen sinkt von 37,6 Prozent bei den 25- bis 34-Jährigen mit zunehmendem Alter bis auf 10 Prozent bei den über 75-Jährigen; jener der Abgänger der obligatorischen Schule steigt hingegen von 8,1 auf 30,5 Prozent an.

Im Schuljahr 2016/2017 besuchten in der Schweiz 936.550 Schüler die obligatorische Schule und circa 365.560 eine Ausbildung der Sekundarstufe II. Im Jahr 2017 wurden fast 17.920 gymnasiale Maturitätszeugnisse ausgestellt, die zur Aufnahme eines Universitätsstudiums berechtigen. Insgesamt unterrichteten 2016/2017 rund 116.930 Lehrkräfte an öffentlichen Schulen in der Schweiz; die meisten von ihnen in der Primarstufe 3-8.

Die Berufsbildung erfolgt in der Schweiz zumeist dual, d.h. in einer Kombination aus Schulunterricht und Praxis in einem Ausbildungsbetrieb. 2017 schlossen gut 68.850 Absolventen die berufliche Grundbildung der Sekundarstufe II ab; die meisten mit einem Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ). Die Abdeckung am Lehrstellenmarkt ist hoch: Im Jahr 2018 waren 70 Prozent aller von den Unternehmen angebotenen Lehrstellen für das erste Lehrjahr besetzt. Weitergehende Qualifikationen bieten Abschlüsse der höheren Berufsbildung, an der im Jahr 2016/2017 rund 56.660 Personen teilnahmen.

Zum Hochschulbereich zählen die Universitäten sowie Fachhochschulen und Pädagogische Hochschulen. Insgesamt gab es im Winter- bzw. Herbstsemester 2017/2018 rund 247.910 Studierende an öffentlichen Hochschulen in der Schweiz. Davon besuchten circa 150.670 eine Universität, 76.500 eine FH und 20.730 eine PH. Die Studentenzahl hat in den letzten Jahren stetig zugenommen: Zehn Jahre zuvor waren es noch knapp 177.720 gewesen. Die Anzahl der Studieneintritte auf der Stufe Bachelor/Diplom betrug 2017/2018 etwa 20.210 an Universitäten und zusammen 22.530 an FH und PH. 2017 gab es an den öffentlichen Schweizer Hochschulen circa 31.400 Bachelorabschlüsse, 18.350 Masterabschlüsse und 4.150 Doktorate. Im gleichen Jahr waren etwa 63.580 Mitarbeiter an den Universitäten tätig, davon mehr als 4.440 Professoren. Das Personal an FH und PH belief sich auf rund 27.280 Beschäftigte, darunter fast 2.030 Dozierende mit Führungsverantwortung.

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