Statistiken zum Bildungswesen in der Schweiz

Der Bildungssektor hat nicht nur eine gesellschaftliche, sondern auch eine ökonomische Bedeutung. So erwirtschaftete die Branche Erziehung und Unterricht in der Schweiz im Jahr 2016 eine Bruttowertschöpfung von rund 3,8 Milliarden Schweizer Franken. Dies entsprach allerdings lediglich rund 0,6 Prozent der gesamten Wertschöpfung. Wesentlich wichtiger ist das Bildungswesen hingegen für die Beschäftigung: 2016 arbeiteten 326.000 Erwerbstätige im Bereich Erziehung und Unterricht, dies waren 6,6 Prozent aller Erwerbstätigen in der Schweiz und damit die sechstwichtigste Branche.

Das Bildungssystem ist auch ein wichtiger Investitionsbereich für den Staat: Im Jahr 2014 - Daten zu den Bildungsausgaben liegen erst knapp zwei Jahre nach dem entsprechenden Kalenderjahr vor - gaben Bund, Kantone und Gemeinden zusammen rund 36 Milliarden Schweizer Franken für Bildung aus. Der größte Teil entfiel dabei mit circa 23 Milliarden Schweizer Franken auf die Kantone. Die gesamten öffentlichen Bildungsausgaben machten etwa 5,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der Schweiz aus; dieser Wert hat sich in den letzten Jahren kaum verändert. Nach Bildungsstufen untergliedert flossen die meisten Mittel mit rund 15,8 Milliarden Schweizer Franken in die obligatorische Schule, pro Person betrachtet waren hingegen die Hochschulen mit circa 36.370 Schweizer Franken pro Kopf am kostenintensivsten.

Der Bildungsstand der Bevölkerung im Erwerbsalter (25-64 Jahre) hat sich in der Schweiz in den letzten Jahren formal deutlich erhöht: So besaßen im Jahr 2016 27 Prozent dieser Bevölkerungsgruppe einen Hochschulabschluss als höchsten Bildungsgrad; 2006 war die Akademikerquote mit 13,5 Prozent lediglich halb so hoch gewesen. Zurückgegangen ist hingegen vor allem der Anteil der Personen mit einer Berufsbildung der Sekundarstufe II als höchster Qualifikation; er fiel von 47 Prozent 2006 auf nunmehr 37,8 Prozent. Personen, die lediglich die obligatorische Schule beendet haben, machten 12,6 Prozent aus. Dabei gibt es erhebliche soziodemografische Unterschiede: Im Geschlechtervergleich haben Männer durchschnittlich einen höheren Bildungsabschluss als Frauen (28,4 zu 25,5 Prozent Hochschulabsolventen, umgekehrt 11 zu 14,2 Prozent bei der obligatorischen Schule). Zudem sind jüngere Altersgruppen formal besser ausgebildet als ältere: Der Anteil der Hochschulabsolventen sinkt von 36,8 Prozent bei den 25- bis 34-Jährigen mit zunehmendem Alter bis auf 9,9 Prozent bei den über 75-Jährigen; jener der Abgänger der obligatorischen Schule steigt hingegen von 8,6 auf 30,2 Prozent an.

Im Schuljahr 2015/2016 besuchten in der Schweiz rund 928.270 Schüler die obligatorische Schule und circa 365.170 eine Ausbildung der Sekundarstufe II. Im Jahr 2016 wurden fast 18.630 gymnasiale Maturitätszeugnisse ausgestellt, die zur Aufnahme eines Universitätsstudiums berechtigen. Insgesamt unterrichteten 2015/2016 rund 131.980 Lehrkräfte an öffentlichen Schulen in der Schweiz; die meisten von ihnen in der Primarstufe II.

Die Berufsbildung erfolgt in der Schweiz zumeist dual, d.h. in einer Kombination aus Schulunterricht und Praxis in einem Ausbildungsbetrieb. 2016 schlossen knapp 69.020 Absolventen die berufliche Grundbildung der Sekundarstufe II ab. Die Abdeckung am Lehrstellenmarkt ist hoch: Zum 31. August 2017 waren 93 Prozent aller von den Unternehmen angebotenen Lehrstellen besetzt. Weitergehende Qualifikationen bieten Abschlüsse der höheren Berufsbildung, an der im Jahr 2015/2016 rund 56.600 Personen teilnahmen.

Zum Hochschulbereich zählen die Universitäten sowie Fachhochschulen und Pädagogische Hochschulen. Insgesamt gab es im Winter- bzw. Herbstsemester 2016/2017 über 244.100 Studierende an öffentlichen Hochschulen in der Schweiz. Davon besuchten circa 148.530 eine Universität, 75.100 eine FH und 20.470 eine PH. Die Studentenzahl hat in den letzten Jahren stetig zugenommen: Zehn Jahre zuvor waren es noch rund 172.320 gewesen. Die Anzahl der Studieneintritte auf der Stufe Bachelor betrug 2016/2017 etwa 20.030 an Universitäten und zusammen 22.320 an FH und PH. 2016 gab es an den öffentlichen Schweizer Hochschulen circa 30.560 Bachelorabschlüsse, 17.820 Masterabschlüsse und 3.940 Doktorate. Im gleichen Jahr waren mehr als 62.510 Mitarbeiter an den Universitäten tätig, davon rund 4.360 Professoren. Das Personal an FH und PH belief sich auf etwa 26.880 Beschäftigte, darunter fast 2.070 Dozierende mit Führungsverantwortung.

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