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Statistiken zur Bildung in der Schweiz

Der Bildungssektor hat nicht nur eine gesellschaftliche, sondern auch eine ökonomische Bedeutung. So erwirtschaftete die Branche Erziehung und Unterricht in der Schweiz im Jahr 2019 eine Bruttowertschöpfung von über 4,3 Milliarden Schweizer Franken. Dies entsprach allerdings lediglich rund 0,6 Prozent der gesamten Wertschöpfung. Wesentlich wichtiger ist das Bildungswesen hingegen für die Beschäftigung: 2019 arbeiteten 342.000 Erwerbstätige im Bereich Erziehung und Unterricht, dies waren 6,8 Prozent aller Erwerbstätigen in der Schweiz und damit die sechstwichtigste Branche.

Das Bildungssystem ist auch ein wichtiger Investitionsbereich für den Staat: Im Jahr 2017 - Daten zu den Bildungsausgaben liegen erst knapp zwei Jahre nach dem entsprechenden Kalenderjahr vor - gaben Bund, Kantone und Gemeinden zusammen rund 38,1 Milliarden Schweizer Franken für Bildung aus. Der größte Teil entfiel dabei mit circa 23,8 Milliarden Schweizer Franken auf die Kantone. Die gesamten öffentlichen Bildungsausgaben machten etwa 5,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der Schweiz aus; dieser Wert hat sich in den letzten Jahren nur leicht gesteigert. Nach Bildungsstufen untergliedert flossen die meisten Mittel mit rund 16,9 Milliarden Schweizer Franken in die obligatorische Schule, pro Person betrachtet waren hingegen die Hochschulen mit circa 34.600 Schweizer Franken pro Kopf am kostenintensivsten. Die Bildungsausgaben der privaten Haushalte in der Schweiz betrugen 2018 rund 3 Milliarden Schweizer Franken.

Der Bildungsstand der Bevölkerung im Erwerbsalter (25-64 Jahre) hat sich in der Schweiz in den letzten Jahren formal deutlich erhöht: So besaßen im Jahr 2019 29,6 Prozent dieser Bevölkerungsgruppe einen Hochschulabschluss als höchsten Bildungsgrad; 2009 war die Akademikerquote mit 20,2 Prozent wesentlich niedriger gewesen. Zurückgegangen ist hingegen vor allem der Anteil der Personen mit einer Berufsbildung der Sekundarstufe II als höchster Qualifikation; er fiel von 43,9 Prozent in 2009 auf nunmehr 36,2 Prozent. Personen, die lediglich die obligatorische Schule beendet haben, machten 11 Prozent aus. Dabei gibt es soziodemografische Unterschiede: Im Geschlechtervergleich haben Männer durchschnittlich einen höheren Bildungsabschluss als Frauen (30,3 zu 28,9 Prozent Hochschulabsolventen, umgekehrt 10,1 zu 11,9 Prozent bei der obligatorischen Schule). Zudem sind jüngere Altersgruppen formal besser ausgebildet als ältere: Der Anteil der Hochschulabsolventen sinkt von 39,3 Prozent bei den 25- bis 34-Jährigen mit zunehmendem Alter bis auf 10,5 Prozent bei den über 74-Jährigen; jener der Abgänger der obligatorischen Schule steigt hingegen von 6,3 auf 25,8 Prozent an.

Im Schuljahr 2018/2019 besuchten in der Schweiz 954.811 Schüler die obligatorische Schule und 362.990 eine Ausbildung der Sekundarstufe II. Im Jahr 2019 wurden fast 18.880 gymnasiale Maturitätszeugnisse ausgestellt, die zur Aufnahme eines Universitätsstudiums berechtigen. Insgesamt unterrichteten 2018/2019 rund 119.400 Lehrkräfte an öffentlichen Schulen in der Schweiz; die meisten von ihnen in der Primarstufe 3-8.

Die Berufsbildung erfolgt in der Schweiz zumeist dual, d.h. in einer Kombination aus Schulunterricht und Praxis in einem Ausbildungsbetrieb. 2019 schlossen gut 68.000 Absolventen die berufliche Grundbildung der Sekundarstufe II ab; die meisten mit einem Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ). Die Abdeckung am Lehrstellenmarkt ist hoch: Im Jahr 2019 waren 88 Prozent aller von den Unternehmen angebotenen Lehrstellen für das erste Lehrjahr besetzt. Weitergehende Qualifikationen bieten Abschlüsse der höheren Berufsbildung, an der im Jahr 2018/2019 knapp 60.600 Personen teilnahmen.

Zum Hochschulbereich zählen die Universitäten sowie Fachhochschulen und Pädagogische Hochschulen. Insgesamt gab es im Winter- bzw. Herbstsemester 2019/2020 rund 258.100 Studierende an öffentlichen Hochschulen in der Schweiz. Davon besuchten circa 156.700 eine Universität, 79.800 eine FH und 21.600 eine PH. Die Studentenzahl hat in den letzten Jahren stetig zugenommen: Zehn Jahre zuvor waren es noch rund 196.600 gewesen. Die Anzahl der Studieneintritte auf der Stufe Bachelor/Diplom betrug 2019/2020 etwa 20.700 an Universitäten und zusammen knapp 23.200 an FH und PH. 2019 gab es an den öffentlichen Schweizer Hochschulen circa 32.250 Bachelorabschlüsse, 19.170 Masterabschlüsse und 4.300 Doktorate. Im gleichen Jahr waren etwa 66.700 Mitarbeiter an den Universitäten tätig, davon mehr als 4.560 Professoren. Das Personal an FH und PH belief sich auf rund 29.000 Beschäftigte, darunter über 2.000 Dozierende mit Führungsverantwortung.

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