Statistiken zu Steuern in der Schweiz

Die Steuereinnahmen des Staats in der Schweiz betrugen im Jahr 2016 rund 138,2 Milliarden Schweizer Franken und lagen damit höher als im Vorjahr mit 136,5 Milliarden Schweizer Franken. Die Steuerquote, d.h. das Verhältnis der Steuereinnahmen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP), lag 2016 bei 21,1 Prozent. Der größte Teil der Einnahmen entfällt auf den Bund, gefolgt von Kantonen und Gemeinden. Die wichtigsten Steuerarten sind Einkommens-, Gewinn- und Kapitalgewinnsteuern (85,1 Milliarden Schweizer Franken), Steuern auf Waren und Dienstleistungen (39,5 Milliarden Schweizer Franken) sowie Vermögenssteuern (11,6 Milliarden Schweizer Franken).

"Natürliche Personen", d.h. Privatpersonen, zahlten 2015 - die Angaben für 2016 liegen hierzu noch nicht vor - rund 63,1 Milliarden Schweizer Franken an direkten Steuern. Davon entfielen 52,7 Milliarden Schweizer Franken auf Einkommenssteuern und 6,6 Milliarden Schweizer Franken auf Vermögenssteuern; der Rest auf übrige Steuern. Der Einkommenssteuersatz in den einzelnen Kantonen ist allerdings sehr verschieden: In Genf ist er am höchsten, in Zug am niedrigsten. Große Unterschiede gibt es auch bei den Vermögenssteuersätzen. Rund 57 Prozent der Schweizer ist laut einer Umfrage der Steuersatz an ihrem Wohnort wichtig. Eine besondere Form der Besteuerung ist die Aufwand- oder Pauschalbesteuerung: Für ausländische Staatsbürger, die erstmals oder nach zehnjähriger Landesabwesenheit Wohnsitz in der Schweiz nehmen und in der Schweiz nicht erwerbstätig sind, besteht die Möglichkeit der Besteuerung nach dem Aufwand. Als Bemessungsgrundlage der Steuerberechnung gilt hierbei nicht das weltweite Einkommen und Vermögen, sondern vereinfacht der Lebensaufwand des Steuerpflichtigen. Diese Steuerart ist umstritten, da sie reiche Ausländer bevorzugt. Einige Kantone erheben sie nicht mehr, eine generelle Abschaffung wurde aber in einer Volksabstimmung im November 2014 abgelehnt. Die insgesamt rund 5.050 Aufwandbesteuerten leisteten im Jahr 2016 Steuerzahlungen in Höhe von 768 Millionen Schweizer Franken.

"Juristische Personen", überwiegend Unternehmen, zahlten 2015 rund 21,2 Milliarden Schweizer Franken an direkten Steuern. Davon entfielen 19,4 Milliarden Schweizer Franken auf Gewinnsteuern und 1,5 Milliarden Schweizer Franken auf Kapitalsteuern. Wie die Einkommenssteuersätze für Privatpersonen, fallen auch die Gewinnsteuersätze je nach Kanton sehr unterschiedlich aus: Genf liegt wiederum an der Spitze, am niedrigsten sind die Sätze in Luzern. Auch die Kapitalsteuersätze variieren stark.

Neben den direkten gibt es auch noch indirekte Steuern. Darunter fallen vor allem Verbrauchssteuern, von denen die Mehrwertsteuer mit rund 22,4 Milliarden Schweizer Franken im Jahr 2015 am ertragreichsten war, gefolgt von der Mineralölsteuer (4,7 Milliarden Schweizer Franken) und der Stempelabgabe (2,4 Milliarden Schweizer Franken). Bei den Besitz- und Ausgabensteuern erzielten die Motorfahrzeugsteuern mit 2,2 Milliarden Schweizer Franken die höchsten Einnahmen.

Die Schweiz wird vor allem im Ausland oft mit Steuerhinterziehung und -betrug in Verbindung gebracht, was in den letzten Jahren zu einem deutlichen Anstieg der internationalen Amtshilfegesuche geführt hat. In der Schweiz selbst wurden 2016 rund 41,4 Millionen Schweizer Franken Nachsteuern und Bußen aufgrund von Strafuntersuchungen zu direkten Steuern durch die Kantone veranlagt. Wesentlich einträglicher sind jedoch die Nachsteuern für Bund, Kantone und Gemeinden infolge von straflosen Selbstanzeigen bei Steuerdelikten: Diese betrugen 2014 rund 347,4 Millionen Schweizer Franken.

Zwar gibt eine Mehrheit der Schweizer Steuerpflichtigen ihre Steuererklärung pünktlich ab, aber immerhin 41 Prozent der Deutschschweizer taten dies im Jahr 2015 nicht. Die wichtigsten Gründe für die Verspätung waren fehlende Unterlagen, Zeitmangel und Lustlosigkeit. Generell kann sich eine rasche Erledigung der Steuerangelegenheiten durchaus lohnen, denn für frühzeitige Zahlungen winken in den meisten Kantonen Vergütungszinsen, während säumige Steuerzahler Verzugszinsen in Kauf nehmen müssen.

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