Statistiken zu Inditex und Zara

Inditex – kurz für Industria de Diseño Textil – ist ein multinationaler spanischer Textilkonzern, der die gesamte Wertschöpfungskette seiner Produkte von der Fertigung bis zum Vertrieb kontrolliert. Zu den bekanntesten Vertriebsschienen des vertikalen Textiliten gehören Zara, Bershka, Massimo Dutti und Pull and Bear.


1975 in einer der ärmsten Gegenden Spaniens gegründet, hat das Unternehmen seinen Gründer Amancio Ortega zu einem der reichsten Menschen der Welt gemacht. Noch heute befindet sich die Firmenzentrale am Stammsitz des Unternehmens in der Provinz Galicien. Branchentypisch stehen die meisten Fertigungsbetriebe des Konzerns heute im asiatischen Raum, doch lässt Inditex auch noch im großen Stil in Europa produzieren – v.a. in Spanien und in der Türkei.

Über alle Vertriebslinien hinweg ist Inditex einer der größten Textilfilialisten Europas. Zara ist eine der wertvollsten Modemarken der Welt und eine der teuersten europäischen Unternehmensmarken überhaupt. Der Umsatz von Inditex hat sich seit 2007 mehr als verzweifacht, im Geschäftsjahr 2016 verbuchte Inditex einen Konzerngewinn von rund 3,2 Milliarden Euro. Dabei investiert Inditex kaum in Werbung: Die Eröffnung eines Ladens in der Fifth Avenue, der teuersten Einkaufsstraße der Welt, wurde mit einer einzigen Anzeige in der New York Times angekündigt.

Umso mehr Gewicht legt der Konzern auf Produktdesign und Geschwindigkeit. Die Verkäufer sind angehalten, Vorschläge und Änderungswünsche der KundInnen systematisch an die Konzernzentrale weiterzuleiten. Diese rund 130.000 Teilzeitmarktforscher (etwa 87 Prozent der rund 162.000 Mitarbeiter der Inditex-Gruppe sind im Einzelhandel beschäftigt) versorgen die Textilmaschinerie mit Input, der dank einer engen Verzahnung von Design und Fertigung innerhalb von zwei bis drei Wochen in neue Produkte umgesetzt werden kann – ein Benchmark im schnelllebigen Modegeschäft.

Inditex unterhält über 7.000 Filialen weltweit und ist von der Fertigung bis zum Verkauf komplett globalisiert. Der Schwerpunkt der Aktivitäten liegt aber sowohl, was die Anzahl der Filialen als auch die Umsätze betrifft, nach wie vor in Europa, was das Wachstumspotential von Inditex aufgrund der wirtschaftlichen und demographischen Entwicklung des Kontinents langfristig einschränken könnte. Etwa die Hälfte der Verkaufsstellen in Europa findet sich auf den Stammmärkten der iberischen Halbinsel.

Zara ist die mit Abstand wichtigste Vertriebslinie des Konzerns. Zu ihr gehören allein fast ein Drittel der Filialen. Zaras Anteil am Konzernumsatz beträgt etwa zwei Drittel (absolut etwa 15,4 Milliarden Euro), danach folgen Bershka und Massimo Dutti.

Auf dem deutschen Markt ist Zara seit dem Jahr 1999 präsent und unterhält hier mittlerweile 95 Filialen. 2002 folgte Massimo Dutti und 2011 schließlich Bershka. Über alle Vertriebslinien hinweg setzte Inditex nach Schätzungen der Textilwirtschaft 2015 rund 800 Millionen Euro um, was die Spanier zu einem der größten Textileinzelhändler in Deutschland macht. Über beide Geschlechter und alle Altersgruppen hinweg besitzen laut einer Verbrauchererhebung rund 20 Prozent der Bevölkerung in Deutschland Bekleidung der Marke Zara. Der Abstand zu H&M ist in der Bundesrepublik merklich größer als im übrigen Europa, was einiges Potential verheißen könnte trotz eines bereits relativ großen Marktvolumens im Textil- und Bekleidungseinzelhandel in Deutschland.

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