Statistiken zu Kindern und Jugendlichen in Österreich

Die Altersgrenzen für die Begriffe "Kinder" und "Jugendliche" sind nicht allgemeingültig definiert. Meist wird der übliche Beginn der Pubertät mit dem Abschluss der Kindheit gleichgesetzt; sie endet dann mit den 12-Jährigen. Hier setzt auch der Begriff des "Teenagers" an (13- bis 19-Jährige). Die Jugendphase (Adoleszenz) kann je nach Auslegung bis ins Alter von 25 Jahren reichen. Zu diesem Zeitpunkt sind dann auch die meisten Hochschulabsolventen ins Berufsleben eingetreten, während Auszubildende und Lehrlinge dies z.T. schon mit 15 Jahren tun. Am Ende der Jugend gilt eine Person als körperlich sowie persönlich weitgehend gereift und in diesem Sinne als "Erwachsener", während die juristische Volljährigkeit in Österreich bereits mit 18 Jahren einsetzt und das Wahlrecht mit 16 Jahren.

Demographie

In der Bevölkerungsstatistik zählen alle Personen unter 20 Jahren zur jüngsten Bevölkerungsgruppe; nach dieser Abgrenzung gab es Anfang 2022 rund 1,73 Millionen Kinder und Jugendliche in Österreich. Während ihre absolute Zahl im Zuge des allgemeinen Bevölkerungswachstums im Land in den letzten Jahren weitgehend konstant geblieben ist, nimmt ihr Bevölkerungsanteil jedoch aufgrund der zunehmenden Alterung der Gesellschaft stetig ab und beträgt nun nur noch 19,3 Prozent - 2012 waren es 20,4 Prozent gewesen. Dieser demografische Wandel wird sich laut Prognosen auch in den nächsten Jahrzehnten fortsetzen. Das Bundesland mit dem höchsten Anteil von jungen Menschen war Ende 2020 Vorarlberg mit 21,3 Prozent; am niedrigsten war er hingegen im Burgenland mit 17,7 Prozent.

Freizeitverhalten & Mediennutzung

Kinder und Jugendliche haben neben ihrer schulischen Ausbildung in der Regel recht viel Freizeit. Diese verbringen sie zu einem großen Teil mit Medien, wobei es je nach Alter deutliche Unterschiede gibt: Während bei Kindern im Alter von 6 bis 10 Jahren noch der Fernseher dominiert, nutzen Jugendliche im Alter von 11 bis 18 Jahren vor allem Handy und Internet. Das Internet wird sowohl in der Kindheit als auch in der Jugend in erster Linie zu Unterhaltungszwecken (Online-Videos, Streaming) und Kommunikation / Vernetzung (Instant Messaging, Social Media) genutzt, wobei letzteres mit zunehmendem Alter wichtiger wird. Die meistgenutzten Online-Plattformen der Jugendlichen sind dabei WhatsApp mit 98 Prozent, YouTube mit 93 Prozent und Instagram mit 84 Prozent.

Konsumverhalten

Die hohe Mediennutzung macht Kinder und Jugendliche auch zu einer wichtigen Werbe- bzw. Konsumentengruppe. Dabei steigt das Budget, über das sie selbstständig verfügen können, mit dem Alter stetig an: So erhalten 5-9-Jährige in Österreich durchschnittlich rund 17 Euro Taschengeld pro Monat; bei den 15-18-Jährigen sind es bereits gut 63 Euro. Am liebsten kaufen junge Menschen online über den Computer oder das Smartphone ein, aber auch Shopping-Center werden noch gerne besucht. Ihre wichtigsten Informationsquellen beim Produktkauf sind vor allem Internet-Suchmaschinen, Social Media sowie Familie, Freunde und Bekannte. Knapp 52 Prozent der 15-22-Jährigen haben auch schon mal ein Produkt gekauft, weil es von einem Influencer präsentiert wurde. Die sympathischsten Marken bei österreichischen Teenagern sind der Streamingdienst Netflix, das Getränk Vöslauer sowie die Online-Videoplattform YouTube.

Ausbildung & Beruf

Im Jahresdurchschnitt 2021 gab es in Österreich rund 30.200 junge Arbeitslose im Alter von 15 bis 24 Jahren und damit so wenige wie noch nie zuvor in den letzten Jahren. Der Großteil der Kinder und Jugendlichen - circa 1,14 Millionen Schüler - befindet sich aber noch in der schulischen Ausbildung, ggf. ergänzt durch private Nachhilfe. Wer kein Hochschulstudium anstrebt, beginnt meist eine betriebliche Ausbildung bzw. Lehre neben dem Schulunterricht (duale Berufsbildung). Hier sind bei den Jungen vor allem technische, bei den Mädchen hingegen kaufmännische Lehrberufe beliebt.

Persönlichkeit & Werte

Junge Menschen in Österreich interessieren sich vor allem für die Themen Musik, Digitales und Reisen. In einer Beziehung ist Treue für 93,4 Prozent der Jugendlichen wichtig. Der Glaube hingegen spielt in der jungen Generation eine eher untergeordnete Rolle: 33,5 Prozent der 10-19-Jährigen bezeichnen sich als Religionsdistanzierte; 31,9 Prozent fühlen sich katholisch, 18,6 Prozent muslimisch.

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