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Statistiken zur Familie in Österreich

Familie ist für nahezu alle Österreicher ein wichtiger Teil ihres Lebens: Bei einer im Jahr 2019 durchgeführten Umfrage sah sie lediglich 1 Prozent der Befragten als unwichtig an. Dabei gibt es sehr unterschiedliche und im gesellschaftlichen Wandel begriffene Verständnisse des Begriffs "Familie", was sich auch auf ihre statistische Erfassung auswirkt.

Einen klassischen Zugang stellen dabei die Haushalte dar: So gab es in Österreich im Jahr 2019 rund 2,4 Millionen Familienhaushalte. Generell nimmt der Anteil der Haushalte mit drei oder mehr Personen, der üblicherweise mit Familien identifiziert wird, seit Jahren ab und liegt nunmehr bei 32,1 Prozent. Diese Entwicklung wird sich laut Prognosen auch in Zukunft fortsetzen. Im Bundesländer-Vergleich ist der Anteil der 3+-Haushalte im Burgenland mit 35,8 Prozent am höchsten und in Wien mit 26,7 Prozent am geringsten. Allerdings bleiben Familienkonstellationen wie Alleinerziehende mit einem Kind sowie in getrennten Haushalten lebende "Patchwork-Familien" bei dieser Betrachtungsweise außen vor.

Ein weiterer traditioneller Aspekt von "Familie" ist die Heirat: Im Jahr 2019 wurden in Österreich rund 46.000 Ehen geschlossen; das waren etwas weniger als im Vorjahr. Diese Zahl beinhaltet auch gleichgeschlechtliche Paare sowie Umwandlungen von eingetragenen Partnerschaften in Ehen. Generell heiraten die Österreicher immer später; das Erstheiratsalter betrug 33 Jahre bei den Männern und 30,8 Jahre bei den Frauen. So mancher geht auch nie den "Bund fürs Leben" ein: Immerhin 24 Prozent der Teilnehmer einer Umfrage aus dem Jahr 2018 hielten die Ehe für eine überholte Einrichtung.

Fast alle Familienmodelle beziehen sich auf das Vorhandensein von Kindern. Anfang 2019 äußerten bei einer Erhebung 52,9 Prozent der kinderlosen österreichischen Frauen im gebärfähigen Alter den Wunsch nach Kindern. Als wichtigste Gründe für das Kinderkriegen wurden bei einer weiteren Befragung Ende 2019 Freude, Sinn und Vielseitigkeit genannt, die Kinder ins Leben brächten. Dagegen sprachen vor allem Gebundenheit, Verzicht und finanzielle Kosten. Demographisch betrachtet ist die Fertilitätsrate in Österreich seit einigen Jahren rückläufig und lag 2019 bei 1,46 Kindern je Frau. Auch werden die Mütter immer älter; das Durchschnittsalter bei der Geburt beträgt mittlerweile 31,2 Jahre.

Bei der Frage nach der richtigen Erziehung sehen sich Eltern neben ihren persönlichen Werten auch gesellschaftlichen Erwartungen gegenüber: In einer Umfrage aus dem Jahr 2018 waren gute Manieren, Verantwortungsgefühl sowie Respekt und Toleranz die meist geforderten Eigenschaften, die Kinder im Elternhaus lernen sollten. Laut einer Erhebung von 2016 verfolgen 50 Prozent der österreichischen Eltern einen pragmatischen Erziehungsstil während 28,9 Prozent das Kind als eigenständige Persönlichkeit ins Zentrum stellen und 21 Prozent vor allem bestimmend und kontrollierend agieren. Als größte Aufreger beim Verhalten ihrer Kinder werden Unhöflichkeit / Respektlosigkeit, Ungehorsam sowie Sturheit genannt. Körperliche Züchtigung ist allerdings nur noch für eine Minderheit der Österreicher eine angemessene Reaktion: 72 Prozent lehnten Ende 2019 Ohrfeigen ab; lediglich 24 Prozent fanden sie legitim. Wichtig werden in vielen Familien hingegen Regeln zur Mediennutzung von TV, Computer und Handy.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für viele österreichische Eltern ein Spagat - vor allem in der Corona-Krise mit der häufigen Kombination von Home Office und Home Schooling fühlten sich 46 Prozent von ihnen sehr belastet. Generell wird die Möglichkeit zur Heimarbeit zwar mehrheitlich als Mittel für eine bessere Vereinbarkeit gesehen, allerdings bedeutet das nicht den Verzicht auf externe Kinderbetreuung: Im Jahr 2019 betrug die Kinderbetreuungsquote in Österreich 27,6 Prozent bei den 0- bis 2-Jährigen und 93,4 Prozent bei den 3- bis 5-Jährigen; vor allem Kindergärten werden von vielen genutzt. In einer im Juli 2019 durchgeführten Umfrage befürworteten 88 Prozent der befragten Eltern den Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen.

Familien sind vielfältigen Kosten ausgesetzt, dennoch kommen in Österreich 87 Prozent von ihnen gut mit ihren Finanzen zurecht. Die größten Ausgabeposten stellen dabei das Wohnen mit 35,7 Prozent und die Lebenshaltung mit 23,3 Prozent dar, aber das Leben mit Kindern bringt auch besondere Kosten mit sich: So wurden in Österreich im Jahr 2019 insgesamt 171 Millionen Euro für Babysitter, Aupair oder Tagesmutter ausgegeben. Die monatlichen Ausgaben für Kinderbildungs- und -betreuungsangebote liegen bei 42 Prozent der Eltern zwischen 100 und 199 Euro. Allein bezahlte Nachhilfe kostet je nach Bundesland um die 500 Euro pro Kind.

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