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Statistiken zur Familie in Österreich

Familie ist für nahezu alle Österreicher ein wichtiger Teil ihres Lebens: Bei einer im September 2020 durchgeführten Umfrage gaben dies 94 Prozent der Befragten an. Dabei gibt es sehr unterschiedliche und im gesellschaftlichen Wandel begriffene Verständnisse des Begriffs "Familie", was sich auch auf ihre statistische Erfassung auswirkt.

Familienhaushalte

Einen klassischen Zugang stellen dabei die Haushalte dar: So gab es in Österreich im Jahr 2020 rund 2,5 Millionen Familienhaushalte, deren Anzahl im Zuge des allgemeinen Bevölkerungswachstums stetig zunimmt. Dies umfasst die Familientypen Ehepaare (mit und ohne Kinder), Lebensgemeinschaften (mit und ohne Kinder) sowie Alleinerziehende. Außen vor bleiben bei dieser Betrachtungsweise in getrennten Haushalten lebende Partner oder "Patchwork-Familien". Im Bundesländervergleich hat Niederösterreich mit circa 488.000 die meisten solcher Familienhaushalte - noch vor dem bevölkerungsreicheren, aber stärker von Singles geprägten Wien mit etwa 482.000.

Ehe & Familienbild

Statistik: Eheschließungen in Österreich | Statista Ein weiterer traditioneller Aspekt von "Familie" ist die Heirat: Im Jahr 2020 wurden in Österreich rund 39.500 Ehen geschlossen; das waren vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie deutlich weniger als im Vorjahr. Diese Zahl beinhaltet auch gleichgeschlechtliche Paare sowie Umwandlungen von eingetragenen Partnerschaften in Ehen. Generell heiraten die Österreicher immer später: Das Erstheiratsalter betrug 33,3 Jahre bei den Männern und 31 Jahre bei den Frauen. So mancher geht auch nie den "Bund fürs Leben" ein: Immerhin 24 Prozent der Teilnehmer einer Umfrage aus dem Jahr 2018 hielten die Ehe für eine überholte Einrichtung.

Kinderwunsch & Geburten

Die meisten Familienmodelle beziehen sich auf das Vorhandensein von Kindern. Anfang 2019 äußerten bei einer Erhebung 52,9 Prozent der kinderlosen österreichischen Frauen im gebärfähigen Alter den Wunsch nach Kindern. Als wichtigste Gründe für das Kinderkriegen wurden bei einer weiteren Befragung Ende 2019 Freude, Sinn und Vielseitigkeit genannt, die Kinder ins Leben brächten. Dagegen sprachen vor allem Gebundenheit, Verzicht und finanzielle Kosten. Demographisch betrachtet ist die Fertilitätsrate in Österreich seit vier Jahren rückläufig und lag 2020 bei 1,44 Kindern je Frau. Auch werden die Mütter immer älter; das Durchschnittsalter bei der Geburt beträgt mittlerweile 31,3 Jahre.

Elternschaft & Erziehung

Bei der Frage nach der richtigen Erziehung sehen sich Eltern neben ihren persönlichen Werten auch gesellschaftlichen Erwartungen gegenüber: In einer Umfrage aus dem Jahr 2018 waren gute Manieren, Verantwortungsgefühl sowie Toleranz und Respekt die meist geforderten Eigenschaften, die Kinder im Elternhaus lernen sollten. Laut einer Erhebung von 2016 verfolgen 50 Prozent der österreichischen Eltern einen pragmatischen Erziehungsstil während 28,9 Prozent das Kind als eigenständige Persönlichkeit ins Zentrum stellen und 21 Prozent vor allem bestimmend und kontrollierend agieren. Als größte Aufreger beim Verhalten ihrer Kinder werden Unhöflichkeit / Respektlosigkeit, Ungehorsam sowie Sturheit genannt. Körperliche Züchtigung ist allerdings nur noch für eine Minderheit der Österreicher eine angemessene Reaktion: 72 Prozent lehnten Ende 2019 Ohrfeigen ab; lediglich 24 Prozent fanden sie legitim. Wichtig werden in vielen Familien hingegen Regeln zur Mediennutzung von TV, Computer und Handy.

Arbeit, Familie & Kinderbetreuung

Statistik: Kinderbetreuungsquote in Österreich nach Altersgruppen | Statista Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für viele österreichische Eltern ein Spagat. Generell wird die infolge der Corona-Pandemie verstärkt aufgekommene Möglichkeit zur Heimarbeit zwar mehrheitlich als Mittel für eine bessere Vereinbarkeit gesehen, allerdings bedeutet das nicht den Verzicht auf externe Kinderbetreuung: Im Jahr 2020 betrug die Kinderbetreuungsquote in Österreich 27,6 Prozent bei den 0- bis 2-Jährigen und 92,6 Prozent bei den 3- bis 5-Jährigen; vor allem Kindergärten werden von vielen genutzt. In einer im Juli 2019 durchgeführten Umfrage befürworteten 88 Prozent der befragten Eltern den Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen. Bei Schulkindern kommt noch die Hausaufgabenunterstützung hinzu, die 47 Prozent der im Mai 2021 befragten Eltern fast täglich und weitere 25 Prozent immerhin noch zwei bis drei mal pro Woche leisten mussten.

Finanzielle Situation & Ausgaben

Familien sind vielfältigen Kosten ausgesetzt, dennoch kommen in Österreich 87 Prozent von ihnen gut mit ihren Finanzen zurecht. Die größten Ausgabeposten stellen dabei das Wohnen mit 35,7 Prozent und die Lebenshaltung mit 23,3 Prozent dar, aber das Leben mit Kindern bringt auch besondere Kosten mit sich: So wurden in Österreich im Jahr 2019 insgesamt 171 Millionen Euro für Babysitter, Aupair oder Tagesmutter ausgegeben. Die monatlichen Ausgaben für Kinderbildungs- und -betreuungsangebote liegen bei 42 Prozent der Eltern zwischen 100 und 199 Euro. Allein bezahlte Nachhilfe kostet im Mittel 361 Euro pro Kind.

Wichtige Kennzahlen

Die wichtigsten Kennzahlen liefern Ihnen eine kompakte Zusammenfassung des Themas "Familie in Österreich" und bringen Sie direkt zu den zugehörigen Statistikseiten.

Familienhaushalte

Ehe

Kinderwunsch & Geburten

Elternschaft & Erziehung

Arbeit, Familie & Kinderbetreuung

Finanzielle Situation & Ausgaben

Interessante Statistiken

In den folgenden 6 Kapiteln finden Sie schnell zu den wichtigsten 88 Statistiken aus dem Thema "Familie in Österreich".

Familie in Österreich

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Statistiken zur Familie in Österreich

Familie ist für nahezu alle Österreicher ein wichtiger Teil ihres Lebens: Bei einer im September 2020 durchgeführten Umfrage gaben dies 94 Prozent der Befragten an. Dabei gibt es sehr unterschiedliche und im gesellschaftlichen Wandel begriffene Verständnisse des Begriffs "Familie", was sich auch auf ihre statistische Erfassung auswirkt.

Familienhaushalte

Einen klassischen Zugang stellen dabei die Haushalte dar: So gab es in Österreich im Jahr 2020 rund 2,5 Millionen Familienhaushalte, deren Anzahl im Zuge des allgemeinen Bevölkerungswachstums stetig zunimmt. Dies umfasst die Familientypen Ehepaare (mit und ohne Kinder), Lebensgemeinschaften (mit und ohne Kinder) sowie Alleinerziehende. Außen vor bleiben bei dieser Betrachtungsweise in getrennten Haushalten lebende Partner oder "Patchwork-Familien". Im Bundesländervergleich hat Niederösterreich mit circa 488.000 die meisten solcher Familienhaushalte - noch vor dem bevölkerungsreicheren, aber stärker von Singles geprägten Wien mit etwa 482.000.

Ehe & Familienbild

Statistik: Eheschließungen in Österreich | Statista Ein weiterer traditioneller Aspekt von "Familie" ist die Heirat: Im Jahr 2020 wurden in Österreich rund 39.500 Ehen geschlossen; das waren vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie deutlich weniger als im Vorjahr. Diese Zahl beinhaltet auch gleichgeschlechtliche Paare sowie Umwandlungen von eingetragenen Partnerschaften in Ehen. Generell heiraten die Österreicher immer später: Das Erstheiratsalter betrug 33,3 Jahre bei den Männern und 31 Jahre bei den Frauen. So mancher geht auch nie den "Bund fürs Leben" ein: Immerhin 24 Prozent der Teilnehmer einer Umfrage aus dem Jahr 2018 hielten die Ehe für eine überholte Einrichtung.

Kinderwunsch & Geburten

Die meisten Familienmodelle beziehen sich auf das Vorhandensein von Kindern. Anfang 2019 äußerten bei einer Erhebung 52,9 Prozent der kinderlosen österreichischen Frauen im gebärfähigen Alter den Wunsch nach Kindern. Als wichtigste Gründe für das Kinderkriegen wurden bei einer weiteren Befragung Ende 2019 Freude, Sinn und Vielseitigkeit genannt, die Kinder ins Leben brächten. Dagegen sprachen vor allem Gebundenheit, Verzicht und finanzielle Kosten. Demographisch betrachtet ist die Fertilitätsrate in Österreich seit vier Jahren rückläufig und lag 2020 bei 1,44 Kindern je Frau. Auch werden die Mütter immer älter; das Durchschnittsalter bei der Geburt beträgt mittlerweile 31,3 Jahre.

Elternschaft & Erziehung

Bei der Frage nach der richtigen Erziehung sehen sich Eltern neben ihren persönlichen Werten auch gesellschaftlichen Erwartungen gegenüber: In einer Umfrage aus dem Jahr 2018 waren gute Manieren, Verantwortungsgefühl sowie Toleranz und Respekt die meist geforderten Eigenschaften, die Kinder im Elternhaus lernen sollten. Laut einer Erhebung von 2016 verfolgen 50 Prozent der österreichischen Eltern einen pragmatischen Erziehungsstil während 28,9 Prozent das Kind als eigenständige Persönlichkeit ins Zentrum stellen und 21 Prozent vor allem bestimmend und kontrollierend agieren. Als größte Aufreger beim Verhalten ihrer Kinder werden Unhöflichkeit / Respektlosigkeit, Ungehorsam sowie Sturheit genannt. Körperliche Züchtigung ist allerdings nur noch für eine Minderheit der Österreicher eine angemessene Reaktion: 72 Prozent lehnten Ende 2019 Ohrfeigen ab; lediglich 24 Prozent fanden sie legitim. Wichtig werden in vielen Familien hingegen Regeln zur Mediennutzung von TV, Computer und Handy.

Arbeit, Familie & Kinderbetreuung

Statistik: Kinderbetreuungsquote in Österreich nach Altersgruppen | Statista Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für viele österreichische Eltern ein Spagat. Generell wird die infolge der Corona-Pandemie verstärkt aufgekommene Möglichkeit zur Heimarbeit zwar mehrheitlich als Mittel für eine bessere Vereinbarkeit gesehen, allerdings bedeutet das nicht den Verzicht auf externe Kinderbetreuung: Im Jahr 2020 betrug die Kinderbetreuungsquote in Österreich 27,6 Prozent bei den 0- bis 2-Jährigen und 92,6 Prozent bei den 3- bis 5-Jährigen; vor allem Kindergärten werden von vielen genutzt. In einer im Juli 2019 durchgeführten Umfrage befürworteten 88 Prozent der befragten Eltern den Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen. Bei Schulkindern kommt noch die Hausaufgabenunterstützung hinzu, die 47 Prozent der im Mai 2021 befragten Eltern fast täglich und weitere 25 Prozent immerhin noch zwei bis drei mal pro Woche leisten mussten.

Finanzielle Situation & Ausgaben

Familien sind vielfältigen Kosten ausgesetzt, dennoch kommen in Österreich 87 Prozent von ihnen gut mit ihren Finanzen zurecht. Die größten Ausgabeposten stellen dabei das Wohnen mit 35,7 Prozent und die Lebenshaltung mit 23,3 Prozent dar, aber das Leben mit Kindern bringt auch besondere Kosten mit sich: So wurden in Österreich im Jahr 2019 insgesamt 171 Millionen Euro für Babysitter, Aupair oder Tagesmutter ausgegeben. Die monatlichen Ausgaben für Kinderbildungs- und -betreuungsangebote liegen bei 42 Prozent der Eltern zwischen 100 und 199 Euro. Allein bezahlte Nachhilfe kostet im Mittel 361 Euro pro Kind.

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