Statistiken zum Thema Ärzte in Österreich

Veröffentlicht von Martin Kords, 19.08.2019
Österreich verfügt im europäischen Vergleich mit Abstand über das beste Verhältnis zwischen Ärzten und Einwohnern. Auf 100.000 Einwohner im Jahr 2016 kamen rund 513 Ärzte. Zum Vergleich: In Norwegen als zweitplatziertes Land lag diese Zahl bei etwa 451. Die Anzahl der Ärzte in Österreich erhöhte sich im Jahr 2017 nochmals und erreichte circa 45.600. Seit 1990 verdoppelte sich damit die Anzahl der Ärzte in Österreich nahezu und entspricht dem allgemeinen Trend bei den Beschäftigten im Gesundheitswesen.

Eine genauere Betrachtung zeigt, dass die meisten Ärzte in der Fachrichtung Innere Medizin tätig sind. Zu den weniger oft gewählten Fachrichtungen zählt etwa die Tumorbiologie, im Jahr 2017 gab es in Österreich insgesamt nur zwei Ärzte in diesem Gebiet. Gleichzeitig war die größte Gruppe der Mediziner im genannten Jahr zwischen 55 und 60 Jahren alt. Auffällig bei der Betrachtung der Ärzte aufgeschlüsselt nach Geschlecht und Alter ist, dass, je jünger die betrachtete Gruppe, die Anzahl der weiblichen Ärzte sich der Zahl der männlichen Doktoren annähert. In den beiden jüngsten Altersgruppen (unter 30 Jahre und 30 bis 35 Jahre) gab es 2017 jeweils sogar mehr weibliche als männliche Ärzte.

Das hohe Durchschnittsalter der Ärzte wird in Österreich zum Anlass genommen über einen drohenden Ärztemangel zu debattieren. In naher Zukunft werde eine Vielzahl der Ärzte ihre berufliche Tätigkeit demnach einstellen. Weitere Aspekte der Diskussion sind das System der Kassen- und Wahlärzte, welches die Zahl der zur Verfügung stehenden Ärzte einschränkt und die offizielle Angabe der Anzahl der Ärzte. Im Gegensatz zu anderen Ländern berücksichtigt Österreich dabei auch die Ärzte in Ausbildung; Kritiker merken an, dass sich die Situation im Nationenvergleich dadurch besser liest, als sie es eigentlich ist. Die EU-Kommission befand zumindest, dass die Quoten-Regelung, wonach 75 Prozent der Studienplätze der Medizin für Österreicher reserviert sind, berechtigt und angemessen ist. Hintergrund ist die Annahme, dass viele der ausländischen Absolventen in ihre Heimatländer zurückkehren und dem österreichischen Gesundheitswesen nicht zur Verfügung stehen. Einzig für das Zahnmedizinstudium sah die Kommission keine Notwendigkeit für die Aufrechterhaltung der Regelung, hier droht nach Einschätzung der EU-Kommission zukünftig kein Mangel.

Die Zahl der Zahnärzte in Österreich stieg in den letzten Jahren. Im Jahr 2017 praktizierten in Österreich insgesamt 5.009. Die größte Zahnarztdichte gab es in Wien, hier kamen auf 100.000 Einwohner 76,7 Zahnärzte. Im Burgenland hingegen teilten sich gleich viele Österreicher nur etwa 41 Zahnärzte.

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