Statistiken zu Gründungen und Start-ups in Österreich

Im Jahr 2018 wurden in Österreich rund 38.330 Unternehmen gegründet. Dies waren circa -4,5 Prozent weniger als im Vorjahr mit 40.130 Neugründungen. Die Gründungsintensität, d.h. die Relation zum Unternehmensbestand, fiel im Zehnjahresvergleich mit 7,4 Prozent auf einen Tiefststand. Die Branche mit den meisten Gründungen war die Personenberatung und Personenbetreuung mit circa 8.450 neuen Firmen, gefolgt von Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie (2.480) sowie persönlichen Dienstleistern (2.140).

Doch nicht jede neu gegründete Firma ist auch ein Start-up. Als solche gelten Unternehmen, die nicht älter als zehn Jahre sind sowie ein innovatives Geschäftsmodell verfolgen und/oder stark auf Wachstum ausgerichtet sind. Zu dieser speziellen Gruppe gibt es bislang keine vollständig repräsentativen Erhebungen, sondern nur Stichproben. Auch diese zeigen aber eine klare Tendenz auf. So hat die Anzahl von Start-up-Gründungen in Österreich in den letzten Jahren stetig zugenommen, wobei im Bundesländer-Vergleich etwa die Hälfte von ihnen in Wien angesiedelt ist. Infolge der Definition sind viele österreichische Start-ups in dynamischen Branchen wie Software (34,9 Prozent), Life Science (10,2 Prozent) oder Hardware (9,6 Prozent) tätig und bieten hoch innovative Produkte bzw. Dienstleistungen an. Im Hinblick auf ihre Ziele stellt ein rasches Umsatzwachstum die erste Priorität dar.

Die Gründer von Start-ups sind in der Regel männlich (70,8 Prozent reine Männer-Gründungen) und zwischen 25 und 39 Jahre alt (61,8 Prozent). Zudem sind Start-up-Unternehmer in Österreich zumeist Inländer (85,5 Prozent). Zusammenarbeit ist ein wichtiger Faktor bei der Gründung: 80,7 Prozent der Unternehmen wurden im Team gestartet. Als wichtigstes Motiv nannten 90,5 Prozent der Gründer die Verwirklichung einer Idee bzw. die Lösung eines Problems.

Die Geschlechterstruktur der Belegschaft von Start-ups in Österreich ist mit 68,3 Prozent eher männlich geprägt. Gleichzeitig haben viele junge Unternehmen auch Mitarbeiter aus dem Ausland. Fast die Hälfte von ihnen klagt über Rekrutierungsschwierigkeiten. Diesem Fachkräftemangel versuchen sie über Incentives wie flexiblen Arbeitszeiten oder Mitsprachemöglichkeiten zu begegnen.

Sehr viele Start-ups in Österreich (81,2 Prozent) finanzieren sich wenigstens zum Teil durch Ersparnisse ihrer Gründer. Mit zunehmender Größe gewinnen dann aber externe Finanzierungsformen an Bedeutung. So erhielten 55 Prozent der Jungunternehmen öffentliche Zuschüsse und 33,4 Prozent Gelder von Business Angels. Insgesamt haben 72,2 Prozent der österreichischen Start-ups bereits Fremdkapital aufgenommen, 69,4 Prozent planen die Aufnahme von (weiteren) externen Geldern.

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