Downloads der Corona-Warn-App in Deutschland im Juli 2020

Die Corona-Warn-App des Bundes stand seit dem 16. Juni 2020 zum Download für iOS und Android bereit und wurde bis zum Vormittag des folgenden Tages bereits 6,4 Millionen mal über den Apple App Store und den Google Play Store heruntergeladen. Die Anzahl der Downloads der Corona-Warn-App wuchs bis zum 08. Juli 2020 auf 15,2 Millionen. Die von der Deutschen Telekom und der SAP AG gemeinsam entwickelte App soll das Nachverfolgen von Corona-Infektionen erleichtern. Ziel ist es, Risikobegegnungen effizienter tracken zu können, um so Infektionsketten zu unterbrechen und die Ausbreitung des Erregers einzudämmen.

Wie funktioniert die Corona-Warn-App?
Die App erfasst via Bluetooth Begegnungen mit anderen Smartphones im öffentlichen Raum, indem sie zufällig erzeugte Krypto-Schlüssel austauscht. Die Signalstärke gibt Auskunft über die Entfernung der Personen voneinander. Es werden pro Smartphone innerhalb von vier Sekunden 16 dieser Schlüssel ausgesendet, allerdings nicht durchgängig, sondern alle zweieinhalb bis fünf Minuten. Wenn ein App-Nutzer positiv auf Covid-19 getestet wurde, kann er das (freiwillig) in die App eingeben. Daraufhin erhalten alle Nutzer, die sich in der Nähe des Betroffenen aufgehalten haben, eine Notifikation über das mögliche Risiko. Bevor das Testergebnis aber mit anderen App-Nutzern geteilt wird, muss die infizierte Person sich damit einverstanden erklären. Im Zusammenhang mit der Bekämpfung des Coronavirus ist es wichtig zu wissen, dass die App besser funktioniert, je mehr Menschen sie nutzen. Simulationen zeigen jedoch, dass die App schon ab einer Downloadquote von 15 Prozent der Bevölkerung anfängt wirksam zu sein. Wichtig ist, dass die Nutzung der App nicht die vorgeschriebenen Meldewege ersetzt.

Datenschutz als (vermeintlicher) Kritikpunkt
Viele Deutsche zeigen der Corona-Warn-App gegenüber Bedenken, die auf der Sorge vor unzureichendem Datenschutz, der Verletzung von Persönlichkeitsrechten oder der Furcht vor Überwachung beruhen. So gaben im Rahmen einer Umfrage des ZDF Politbarometers 46 Prozent der Deutschen an, sich die App aus diversen Gründen nicht herunterladen zu wollen. Allerdings bestätigen selbst Kritiker wie der Chaos Computer Club (CCC), dass die App keine Ortsinformationen übermittelt und Geodaten nicht ausgewertet werden. Zudem werden die Daten nicht zentral gespeichert und personenbezogene Informationen weder gespeichert, noch weitergeleitet. Im internationalen Vergleich erfüllen ähnliche Apps aus China, Südkorea oder Indien diese Datenschutzvoraussetzungen nicht und erstellen zum Teil Bewegungsprofile anhand der GPS-Signale. Obgleich die Corona-Warn-App zur Zeit nur innerhalb Deutschlands funktionsfähig ist, wird davon ausgegangen, dass sie bis zum Beginn der Hauptreisezeit, mit Ausnahme von Frankreich, auch in den europäischen Nachbarländern einsetzbar sein wird.

Anzahl der Downloads der Corona-Warn-App über den Apple App Store und den Google Play Store in Deutschland im Juli 2020

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Quellen

BMG; Robert Koch-Institut

Veröffentlichungsdatum

Juli 2020

Region

Deutschland

Erhebungszeitraum

16.06.2020 bis 08.07.2020

Besondere Eigenschaften

Datenstand: 08.07.2020

Hinweise und Anmerkungen

Die Werte für den 17. Juni 2020 wurden einer Publikation des ZDF entnommen.

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