Statistiken zum Thema nachhaltiger Tourismus in der Schweiz

Das Jahr 2017 wurde von der UN Tourismusorganisation UNWTO zum "International Year of Sustainable Tourism for Development" erklärt, also als internationales Jahr des nachhaltigen Tourismus für Entwicklung. Die, in diesem Rahmen geplanten Aktionen, sollen das Bewusstsein für den Einfluss des Tourismus erhöhen. Eine auf Nachhaltigkeit optimierte Tourismusbranche kann demnach durch Wechselwirkungen mit anderen Wirtschaftsbereichen eine positive Entwicklung für das gesamte Land und vor allem für die Nachhaltigkeit in Gang setzen.
Die Tourismusindustrie spielt für die Wirtschaft in der Schweiz eine bedeutende Rolle. Mit Einnahmen aus dem ausländischen Reiseverkehr in Höhe von rund 16 Milliarden Schweizer Franken im Jahr 2016, gehört der Schweizer Tourismus darüber hinaus zu den wichtigsten Exportbranchen des Landes. Die Schweiz ist als Reisedestination sehr beliebt und die Leistungsstärke des Reise- und Tourismussektors lag im Ranking des Travel & Tourism Competitiveness Index 2017 in den Top 10.

Das Konzept der Nachhaltigkeit wird häufig mit Ressourcen- und Umweltschutz gleichgesetzt, darüber hinaus beinhaltet es jedoch auch die soziale und wirtschaftliche Dimension. Aus ökologischer Sicht betrachtet gehört die Schweiz zu den Top 10 Ländern mit den höchsten Leistungen für den Klimaschutz im Jahr 2018. Schon im Jahr 2016 lagen die Umweltschutzausgaben der Schweizer Haushalte, Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen bei rund 11,37 Milliarden Schweizer Franken. Ein weiterer Indikator der häufig mit Nachhaltigkeit verbunden wird, ist der ökologische Fußabdruck. Der ökologische Fußabdruck bezeichnet die Fläche, die für die Produktion natürlicher Ressourcen benötigt wird, um die Bedürfnisse eines Menschen bzw. der Bevölkerung eines Landes zu decken und den momentanen Lebensstandard dauerhaft zu ermöglichen. Das globale Hektar entspricht einem Hektar durchschnittlicher biologischer Produktivität weltweit. Je höher der Wert, desto weniger nachhaltig bzw. ressourcenschonend lebt ein Land. Im Jahr 2014 betrug der ökologische Fußabdruck der Schweiz rund 4,9 globale Hektare pro Person, 2007 lag dieser Wert noch bei 5,84. Das Umweltbewusstsein wächst also bei der Schweizer Bevölkerung, aber ist diese Entwicklung auch beim Reiseverhalten zu beobachten?

Der Nachhaltigkeitstrend wird auch im Reiseverhalten sichtbarer. Im Jahr 2014 interessierten sich die Kunden bei 29 Prozent der Reisebüros in der Deutschschweiz für Natur- und Wanderreisen sowie bei 23 Prozent der Reisebüros für die Unterbringung in Natur- und Ökohotels. Im selben Jahr spielte das Thema Nachhaltigkeit bei 63 Prozent der befragten Reisebüros eine große bzw. sehr große Rolle. In Reisebüros oder auf Tourismus-Websiten der Schweiz wie MySwitzerland.com können Reisebegeisterte sich über nachhaltige Transportmittel und Unterkünfte informieren. Zum Reisen gehört für viele das Fliegen dazu, dass es jedoch dem Klima schadet, ist nicht erst seit gestern bekannt. Immerhin haben 15 Prozent der Schweizer von 2015 bis 2017 mehrmals auf Flugreisen aus ökologischen Gründen verzichtet und stattdessen ein anderes Reisemittel gewählt.

Nicht nur der Reisegast selber muss etwas an seinem Reiseverhalten ändern, wenn er möchte, dass nachfolgende Generationen dieselben Möglichkeiten wie er genießen kann, sondern auch die Beherbergungen. Im Jahr 2017 zeigten 50 Hotels in der Schweiz mit dem EU-Ecolabel, dass sie sorgsam mit Energie und Wasser umgingen, ihren Abfall reduzierten und bevorzugt umweltfreundliche Stoffe verwendeten (eine Übersicht der Labels finden Sie hier). Gemessen am totalen Energieverbrauch hat sich der Anteil an erneuerbaren Energien in der Beherbergungsbranche leicht positiv entwickelt. Im Jahr 2013 stammten insgesamt rund 25 Prozent der eingesetzten Energien aus erneuerbaren Quellen, im Jahr 2008 waren es vergleichsweise nur 22 Prozent. Zudem stellen immer mehr Unterkünfte umweltfreundliche Transportmöglichkeiten ihren Gästen zur Verfügung. Bei einer Umfrage im Jahr 2015 gaben 42 Prozent der befragten Schweizer Hoteliers an, ihren Hotelgästen gratis ÖV-Angebote vor Ort zu bieten. Nachhaltigkeit bedeute aber nicht nur die Umwelt zu schonen, sondern auch soziale Faktoren ins Tourismusmanagement einzubringen. Hier sei als Beispiel Gleichberechtigung genannt, die sich z.B. in der Lohnverteilung der Arbeitnehmer widerspiegelt oder in behindertengerechter Ausstattung in Beherbergungen. Im Jahr 2015 offerierten 52 Prozent der befragten Schweizer Hoteliers in ihren Hotels Barrierefreiheit für Rollstuhl und Gehilfen.

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Nachhaltiger Tourismus in der Schweiz - Wichtige Statistiken

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