Landtagswahl 2022 im Saarland

Bei der Landtagswahl am 27. März 2022 erreichte die SPD nach dem amtlichen Wahlergebnis 43,5 Prozent der Stimmen und holte damit die absolute Mehrheit im Saarland. Die Saar-CDU mit dem seit 2018 amtierenden Ministerpräsidenten Tobias Hans an der Spitze fuhr das schlechteste Ergebnis seit Zugehörigkeit zur Bundesrepublik ein und kam auf 28,5 Prozent der Stimmen. Mit 5,7 Prozent aller Wählerstimmen gelang als dritte Partei auch der AfD der Wiedereinzug in den Landtag. FDP und Grüne verpassten hingegen mit 4,8 und 4,99 Prozent der Stimmen denkbar knapp den Einzug ins saarländische Landesparlament. Die Linke rutschte mit einem Stimmenanteil von nur 2,6 Prozent in die Bedeutungslosigkeit.

Sitzverteilung und Vergleich zur vorherigen Wahl

Nach dem klaren Sieg der SPD werden die Sozialdemokraten in der nächsten Wahlperiode bei der Sitzverteilung im saarländischen Landtag über die absolute Mehrheit verfügen. Der Stimmenanteil von 43,5 Prozent reicht für die Mehrheit der Sitze im Landtag, weil sowohl die Grünen als auch die FDP und die Linke an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Nach dem Wahlergebnis hat die SPD künftig Anspruch auf 29 der insgesamt 51 Sitze im saarländischen Landtag, die CDU kommt auf 19 Sitze, die restlichen 3 Sitze werden von der AfD besetzt.
Im Vergleich zur vorherigen Wahl gewann die SPD 13,9 Prozentpunkte hinzu und erreichte damit ihr bestes Ergebnis im Saarland seit den späten 1990er-Jahren. Auf der anderen Seite verlor die CDU deutlich und erhielt 12,2 Prozentpunkte weniger. Auch die Linke fuhr mit 10,3 Prozentpunkten erhebliche Verluste ein.

SPD-Triumph und CDU-Debakel

Nachdem bereits die Umfragen vor der Wahl die SPD deutlich vor dem bisherigen Koalitionspartner CDU sahen, bewahrheiteten sich diese Prognosen am Wahlabend. Die Saar-SPD mit ihrer Spitzenkandidatin Anke Rehlinger konnte die absolute Mehrheit der Stimmen auf sich vereinen und wird damit voraussichtlich eine Alleinregierung im Saarland bilden – ein Machtwechsel, nachdem sich das Saarland mehr als 20 Jahre in fester Hand der CDU befand. Verantwortung für das schlechte Ergebnis übernahm unter anderem der bisherige Ministerpräsident Tobias Hans. Er konnte seinen „Amtsbonus“ nicht gewinnbringend ausspielen, lag in Umfragen stets hinter Konkurrentin Rehlinger. Die CDU startet somit mit schlechtem Omen ins Wahljahr 2022, in welchem bereits im Mai zwei weitere sozialdemokratische Herausforderer in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein darauf lauern, einen CDU-Amtsinhaber zu ersetzen.

Wahlverhalten der Wählenden

Betrachtet man das Wahlverhalten der Wählerinnen und Wähler im Saarland, zeigt sich sowohl bei den SPD- als auch bei den CDU-Wähler:innen ein Zusammenhang zwischen dem Alter und der Wahlentscheidung für eine der beiden genannten Parteien: Bei beiden Parteien steigt der Stimmenanteil mit dem Alter der Wählenden. Bei den jüngsten Wählerinnen und Wählern zwischen 18 bis 24 Jahren entschieden sich rund 32 Prozent für die SPD, so "wenige" wie in keiner anderen Altersgruppe, bei den Wähler:innen ab 70 Jahren und älter lag der Stimmenanteil der SPD bei 49 Prozent. Auch bei der CDU lag der Stimmenanteil bei den ältesten Wählerinnen und Wählern etwa doppelt so hoch wie bei der jüngsten Altersgruppe. In allen Altersgruppen entschieden sich allerdings die Wählerinnen und Wähler mehrheitlich für die SPD.
Zudem zeigte sich, dass die Stimmenanteile der Grünen und der FDP bei den Wählenden mit hohem Bildungsstand deutlich höher sind als bei den Wählenden mit einfacher Bildung. Bei den Erstwählenden bekamen Grüne und Liberale noch höhere Stimmenanteile, klare Wahlsiegerin wurde auch hier die SPD.

Wählerwanderung

Die Wählerwanderung zeigt den Saldo aus zu- bzw. abgewanderten Wählern im Vergleich zur vorherigen Landtagswahl. Grundlage sind amtliche Statistiken, repräsentative Umfragen vor der Wahl und am Wahltag sowie das Ergebnis der vorläufigen Auszählung am Wahlsonntag. In der Wählerwanderung werden aktuelle und frühere Nichtwähler berücksichtigt sowie Änderungen in der Zusammensetzung der Wählerschaft (zugezogene und weggezogene Wähler sowie neu hinzugekommene Erstwähler und verstorbene frühere Wähler). Insbesondere die SPD hat bei der Wahl 2022 im Vergleich zur vorherigen Wahl deutlich an Wählerinnen und Wählern von allen anderen Parteien hinzugewonnen - einzig an die Gruppe der Nichtwähler:innen hat die Partei netto verloren. Die CDU verlor den größten Teil der Wähler:innen und Wählern aus 2017 an die SPD und an die Gruppe der Nichtwähler. Die Linkspartei verlor Wählende an fast alle anderen Parteien.

Im Statista-Dossier zu den Landtagswahlen im Saarland finden Sie neben den Ergebnissen der letzten Wahl auch detaillierte Angaben zum Wahlverhalten der Wählenden und zu den Wählerwanderungen zwischen den einzelnen Parteien. Zudem enthält das Dossier die Ergebnisse aller bisherigen Landtagswahlen im Saarland und Umfragen zur politischen Stimmung im Saarland.


Interessante Statistiken

In den folgenden 5 Kapiteln finden Sie schnell zu den wichtigsten 42 Statistiken aus dem Thema "Landtagswahlen im Saarland".

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