Statistik-Lexikon: Definition Intervallskala

Die Intervallskala zählt zu den metrischen Skalen, die quantitative Werte wiedergeben. Sie liegt beim Skalenniveau über der Nominal- und der Ordinalskala. Bei Intervallskalen können die Lageparameter Modus, Median und das arithmetische Mittel berechnet werden. Eine Intervallskala unterteilt sich immer in gleichgroße Skalenabschnitte.

Ein typisches Beispiel ist die Celsius-Skala, die sich in hundert gleiche Grad-Abschnitte zwischen Gefrier- und Siedepunkt des Wassers unterteilt. Anders als bei Nominal- und Ordinalskalen lassen sich bei Intervallskalen die Differenzen zwischen den einzelnen Daten daher eindeutig errechnen. Die Temperaturdifferenz zwischen 10°C und 20°C ist genauso groß wie zwischen 40°C und 50°C. Im Gegensatz zur Verhältnisskala hat die Intervallskala jedoch keinen natürlichen Nullpunkt. Im Falle der Temperatur in Celsius ist 0°C ein „willkürlich“ gewählter Nullpunkt, die Temperatureinheit Kelvin hingegen beginnt beim absoluten Nullpunkt mit 0 (-273,15°C). Multiplikationen mit einer Intervallskala sind daher nicht sinnvoll. Während es für die Verhältnisskala in Kelvin zutrifft, dass 100 Kelvin doppelt so viel Wärmeenergie in einer Masse definieren wie 50 Kelvin, trifft dies nicht auf 50° und 100° Celsius zu. Ebenfalls zu den Intervallskalen zählen die Ratingskalen, die für Bewertungen verwendet werden. Für diese wird in der Regel angenommen, dass die Abstände zwischen den Bewertungsausprägungen gleich groß sind. Es gibt hier aber keinen natürlichen Nullpunkt. Es kann daher ein Durchschnitt für eine Ratingskala errechnet werden. Es ist aber nicht möglich, die Aussage zu treffen, dass die Bewertung 8 (auf einer Skala von 1 bis 11) doppelt so hoch ist wie die Bewertung 4.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei den einzelnen Definitionen in unserem Statistik-Lexikon um vereinfachte Erläuterungen handelt. Hierbei ist es das Ziel, die einzelnen Begriffe einer möglichst breiten Nutzergruppe näher zu bringen. Insofern besteht die Möglichkeit, dass einzelne Definitionen wissenschaftlichen Standards nicht zur Gänze entsprechen.

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