Statistiken zu 3D-Druck

Die Begriffe Additive Fertigung und 3D-Druck werden oft synonym verwendet, sollten jedoch differenziert betrachtet werden. Während 3D-Druck das „Ausdrucken“ von Gegenständen aller Art beschreibt, veranschaulicht der Begriff Additive Fertigung besser, dass es sich hierbei um ein neuartiges Produktionsverfahren handelt, was sich stark von den konventionellen, abtragenden Fertigungsverfahren unterscheidet. Beim Additive Manufacturing (AM) werden Bauteile Schicht für Schicht aus formloser Flüssigkeit oder Pulver aufgebaut. Als Ausgangsmaterialen dienen neben Metallen, Kunststoffen, Kunstharzen, Glas oder Papier auch Lebensmittel wie Zucker. Das herzustellende Teil liegt dabei zunächst als (virtueller) dreidimensionaler CAD-Datensatz vor. Dieser entsteht mittels Konstruktion oder per 3D-Scanner.

3D-Druck gehört zu den größten Entwicklungen im Zusammenhang von Industrie 4.0. Der globale Umsatz der 3D-Druckindustrie wird für das Jahr 2020 auf rund 22 Milliarden US-Dollar geschätzt.
Die großen Vorteile beim industriellen Einsatz von 3D-Druck-Verfahren sind die extreme Flexibilität, mit der sich maßgeschneiderte Produkte unkompliziert herstellen lassen, das Wegfallen vom aufwendigen Zusammenbau und der Lagerhaltung sowie leistungsfähigere und effizientere Materialeigenschaften der „gedruckten“ Erzeugnisse. Folglich wird der 3D-Druck revolutionäre Folgen haben und das gesamte Denken über industrielle Fertigung verändern. Einer Umfrage zufolge haben in Deutschland bereits 37 Prozent der befragten Unternehmen Erfahrungen mit 3D-Druck gemacht. In China und Südkorea waren es 24 Prozent und in den USA 16 Prozent.

Unternehmen, die ihre Produktion bereits mit 3D-Druck aufwerten, sind beispielsweise General Electric (Düsentriebwerke, medizinische Geräte, Bauteile für Haushaltsgeräte), Invisalign (Zahnspangen), Google (Unterhaltungselektronik), Aurora Flight Sciences (unbemannte Luftfahrzeuge) und Luxexcel (Linsen für Leuchtdioden). Neben der Anwendung selbst spielte die Innovationstätigkeit eine entscheidende Rolle beim Durchbruch des 3D-Drucks.

Die führenden Hersteller von industriellen 3D-Druckern - gemessen nach ihrem Marktanteil - sind die Unternehmen Stratasys aus den USA sowie das deutsche Unternehmen EOS (Electro Optical Systems). Der Nettoumsatz von Stratasys betrug im Jahr 2017 rund 668 Millionen US-Dollar. Zudem beschäftigte das Unternehmen rund 2.300 Mitarbeiter. Das bayerische Unternehmen Electro Optical Systems hat sich auf den industriellen 3D-Druck von Metallen und Kunststoffen spezialisiert und gilt auf diesem Gebiet als führender Technologieanbieter. Der Umsatz dieses Unternehmens belief sich im Geschäftsjahr 2015/16 auf rund 315 Millionen Euro. Ein weiteres deutsches Unternehmen auf der Liste der Top Hersteller von industriellen 3D-Druckern ist die SLM Solutions AG. Der börsennotierte Hersteller von 3D-Metalldruckern erwirtschaftete im Jahr 2017 rund 82,5 Millionen Euro Umsatz. Mehr als zwei Drittel dieses Umsatzes wurden dabei im Segment "Machine Sales" erzielt.



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