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Die Geschichte der Elektrofahrzeuge begann im frühen 19. Jahrhundert, aber sie nahm erst Fahrt auf, als Tesla in den Markt einstieg und das öffentliche Interesse für Elektroautos neu entfachte. Der weltweite Absatz von Elektrofahrzeugen hat 2021 die 6,5-Millionen-Marke geknackt; das ist ein Anstieg von 120 % im Vergleich zum Vorjahr. Zurzeit führt Festlandchina den weltweiten Markt mit einem Anteil von fast 50 %. Automobilhersteller arbeiten ständig an der Entwicklung neuer Elektrofahrzeugmodelle und haben sich für die Zukunft hohe Ziele gesteckt. Mit 8 % hat Teslas Model 3 das Rennen um den höchsten Marktanteil 2021 gewonnen, gefolgt von Wulings Hongguang Mini EV und Teslas Model Y mit jeweils 6 % sowie von Volkswagens ID.4 und BYDs PHEV Qin Plus mit jeweils 2 %.

Es gibt fünf wesentliche Treiber für den Elektrofahrzeugmarkt: Regierungspolitik, den Tesla-Effekt, gesunkene Batteriekosten, 5G-Rollout und die Einführung des Battery-as-a-Service-Modells. Die Regierungen versuchen, ihre in mehreren globalen Abkommen festgehaltenen Emissionsziele zu erreichen. Zudem haben sie diverse Anreize gesetzt, um den Verkauf von Elektrofahrzeugen anzukurbeln. Elektrofahrzeuge sind nicht nur ein wichtiger Faktor für das Erreichen von Umweltzielen, Tesla konnte ihnen zusätzlich auch einen Hochleistungsaspekt gepaart mit ästhetischem Anspruch verleihen und hat damit eine maßgebliche Rolle dabei gespielt, die allgemeine Attraktivität der Branche zu erhöhen. Der erhebliche Rückgang der Preise für Akkupacks treibt die massive Verbreitung dieser Fahrzeuge ebenfalls voran. In der Zukunft dürften wiederum die Einführung von 5G und neue Geschäftsmodelle wie Battery-as-a-Service das Wachstum ankurbeln.

Fünf wesentliche Herausforderungen erschweren die Verbreitung von Elektrofahrzeugen: fehlende Infrastruktur (z. B. Ladestationen), hohe Vorlaufkosten, fehlendes Konsumentenwissen und falsche Wahrnehmungen, Druck seitens der Ölfirmen und der Autohersteller-Lobby sowie die möglichen langfristigen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie. Ladestationen sind nicht nur immer noch sehr selten, sie kommen zudem meist von verschiedenen Anbietern und haben somit keine standardisierten Lade- und Bezahlsysteme. Hohe Vorlaufkosten sorgen außerdem dafür, dass Elektroautos im Vergleich zu Fahrzeugen mit klassischem Verbrennungsmotor weniger attraktiv sind, was vor allem an den hohen Batteriekosten liegt, die oft bis zu 50 % des Gesamtpreises ausmachen.

Autonomes Fahren und Elektroautos stehen zweifellos in engem Zusammenhang miteinander. Da die Integration und die Komponentensteuerung bei Elektroautos einfacher sind als bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren, können selbstfahrende Autos bei Ersteren leichter umgesetzt werden. Obwohl die USA Wegbereiter für diesen Trend waren, wird Festlandchina zum Marktführer in diesem Feld werden. Trotz gewisser Hindernisse sind es immer noch die Lithium-Ionen-Akkus, die den Batteriemarkt für Elektroautos voraussichtlich anführen werden.

Das liegt vor allem daran, dass die Entwicklung neuer Batterietechnologien sehr teuer und kompliziert ist. Die Vorherrschaft Festlandchinas in der Lieferkette für Lithium-Ionen-Batterien dürfte mittel- bis langfristig zu Ende gehen, da die USA und Europa mehr Kontrolle über verschiedene Elemente der Lieferkette erlangen. Bemerkenswerterweise ist davon auszugehen, dass Quantencomputing die Elektrofahrzeugindustrie maßgeblich verändern und höhere Batteriereichweiten, neue Produkteinführungen und autonomes Fahren nach sich ziehen wird. Wegen der niedrigen Betriebskosten sind Elektroautos auch fester Bestandteil des Ridesharings, weshalb viele Autohersteller Carsharing-Dienste mit Elektrofahrzeugen auf den Markt bringen. Darüber hinaus wird die Nachfrage nach zugehöriger Elektronik und Software in den nächsten Jahren voraussichtlich deutlich wachsen.

Lithium-Ionen-Akkus dominieren den Markt hauptsächlich deshalb, weil sie die größte Reichweite zu niedrigeren Kosten liefern als jeder andere Batterietyp. Wegen gewisser Einschränkungen, zu denen die langen Aufladezeiten, die Größe, das hohe Gewicht und die begrenzte Ladekapazität zählen, setzen Unternehmen wie Toyota, Volkswagen, Nissan und Tesla für ihre zukünftigen E-Fahrzeug-Modelle jedoch auf Festkörper-, Lithium-Schwefel- und Zink-Luft-Akkumulatoren. Zudem arbeiten Universitäten, Technologieunternehmen und unabhängige Batterie-Start-ups zusammen an der Entwicklung weiterer Batterietypen, zum Beispiel von Aluminium-Ionen-Akkus, intelligenten Membranen und graphenbasierten Superkondensatoren. So sollen kürzere Aufladezeiten und längere Lebenszyklen ermöglicht werden.

Die zunehmende Umweltverschmutzung, die potenziellen Einsparungen von Betriebskosten und die starke Abhängigkeit von öffentlichen Verkehrsmitteln stellen die drei Hauptfaktoren dar, die die schrittweise Umstellung vom kohlenwasserstoffbasierten hin zum elektrifizierten Nahverkehr antreiben. Die weltweite Anzahl an E-Bussen wird schätzungsweise um 188 % ansteigen – von 651.819 im Jahr 2021 auf ca. 1,9 Millionen im Jahr 2030. Der Anteil Festlandchinas beträgt hierbei mehr als 95 %. Die fünf Hauptgründe für Chinas Dominanz sind finanzielle Unterstützung durch die Regierung, die große Stadtbevölkerung und die daraus resultierende Verschmutzung, eine weniger veraltete Verkehrsinfrastruktur, der Welthandel sowie das erhöhte öffentliche Bewusstsein.

E-Roller haben in letzter Zeit an Popularität gewonnen und werden in vielen globalen Märkten als Lösung für das Last-Mile-Problem beim Transport angesehen. Zwar liegt das Hauptmotiv für die Entwicklung der verschiedenen alternativen Antriebstechnologien in der Begrenzung der Umweltschäden, die hauptsächlich durch umweltverschmutzende Fahrzeuge verursacht werden, aber die E-Roller-Branche wird speziell durch den Aufstieg der Mikromobilität angetrieben. Das Ziel ist dabei die Neugestaltung des Stadtverkehrs mit günstigeren und schnelleren Alternativen zum Auto – gerade in den USA, Asien und Lateinamerika.

E-Bikes sind im Wesentlichen gewöhnliche Fahrräder, die mit einem wiederaufladbaren Akku und einem Motor ausgestattet sind, wodurch sie schneller in Fahrt kommen und Geschwindigkeiten von bis zu ca. 45 km/h erreichen. Sie sehen aus und funktionieren wie normale Fahrräder. Ob bzw. wann man die Pedale während der Fahrt nutzt, bleibt jedem selbst überlassen.

E-Bikes lassen sich anhand ihrer Funktionalität (Mountainbikes, Rennräder, Hybrid-Fahrräder, Klappräder und Citybikes) oder ihres Designs (mit Tretkraftunterstützung/Pedelec, mit Gaspedal und S-Pedelec) unterscheiden. Das erste E-Bike wurde 1993 in Japan hergestellt, als Yamaha ein Fahrrad mit Tretkraftunterstützung auf den Markt brachte.

Da sich der Elektroantrieb bei Fahrzeugen weltweit immer mehr durchsetzt, ist zu erwarten, dass die nächste Entwicklungsphase vor allem im Bereich der Liefer- und Lastkraftwagen stattfinden wird. Der Übergang zu saubereren Motoren ist bei größeren Fahrzeugen umso notwendiger, da sie die Umwelt mehr verschmutzen als gewöhnliche Autos. Obwohl der Anteil an Nutzfahrzeugen und Schwerlastern in Europa unter 5 % liegt, verursachen diese Fahrzeuge knapp 20 % der Treibhausgasemissionen. Einer der Hauptgründe dafür, dass der Umbruch zur Elektrotechnologie in der Kleintransporter-Branche in einem so rasanten Tempo erfolgt, ist die hohe und vorhersehbare Nutzungsrate.

Tesla ist die bekannteste Elektrofahrzeugmarke der Welt. Im Jahr 2021 belief sich der Absatz des Model 3 und des Model Y zusammengenommen auf 911.208 Einheiten. Ästhetik und höhere Reichweiten im Vergleich zu anderen Elektrofahrzeugen sind die Hauptgründe für Teslas Erfolg. BYD ist eine der meistverkauften Marken in Festlandchina, die jedoch keinen sonderlich großen Fokus auf internationale Märkte legt. Mit einem Absatz von mehr als 87.000 Einheiten war der Han im Jahr 2021 die meistverkaufte Marke des Unternehmens. 2021 verkaufte Volkswagen insgesamt 452.900 Elektrofahrzeuge, ein Anstieg von 96 % im Vergleich zu 2020, als 231.600 Elektrofahrzeuge verkauft wurden. Das andere europäische Unternehmen BMW hat 11 Elektrofahrzeugmodelle in seinem Portfolio und hatte bis Ende 2021 mehr als 1 Million Elektrofahrzeuge im Umlauf.

Bei der Ladeinfrastruktur liegt Festlandchina mit mehr als 1.147.000 öffentlichen Ladestationen erneut vorn, gefolgt von den USA (ca. 113.527), Südkorea (ca. 106.701) und den Niederlanden (ca. 85.453).

Festlandchina ist mit Abstand der Marktführer, nicht nur in Asien, sondern auch weltweit. Die Zahl der verkauften Plug-in-Elektrofahrzeuge belief sich im Jahr 2021 auf über 2.734.013, was fast 122 % mehr ist als der Absatz der Plug-in-Elektrofahrzeuge in Europa zusammengenommen. Südkorea, Japan und Indien sind die anderen führenden Märkte in Asien. Was E-Kleintransporter betrifft, so haben Festlandchina und Südkorea gemeinsam einen Anteil von 99 % am asiatischen Markt; im Jahr 2021 belief sich der Absatz zusammengenommen auf 114.429 Einheiten.

  • Sprache: Englisch
  • Veröffentlicht: Mai 2022
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