Statistik-Lexikon: Definition Konfidenzniveau

Das Konfidenzniveau gibt an, mit welcher Wahrscheinlichkeit die Lageschätzung eines statistischen Parameters (zum Beispiel eines Mittelwertes) aus einer Stichprobenerhebung auch für die Grundgesamtheit zutreffend ist. Konfidenzniveaus müssen für eine Erhebung festgelegt werden – an ihnen orientiert sich neben der Fehlergrenze der notwendige Umfang einer Stichprobe. Häufig werden bei Erhebungen die Konfidenzniveaus 90, 95 oder 99 Prozent verwendet. Liegt das Konfidenzniveau bei 95 Prozent, heißt dies übersetzt, dass ein statistischer berechneter Wert auf Grundlage einer Stichprobenerhebung mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit auch für die Grundgesamtheit innerhalb des errechneten Konfidenzintervalls liegt. Anders ausgedrückt: Die Chance ist sehr hoch, dass der Durchschnitt (als ein statistischer Wert) in der Grundgesamtheit genau innerhalb der Fehlergrenzen liegt, welche die Erhebung auf Basis einer Stichprobe aufgespannt hat. Umgekehrt besteht die Chance, dass bei vielfach wiederholter Untersuchung mit immer neuen Stichproben in 5 von 100 Erhebungen ein Durchschnitt errechnet würde, der nicht innerhalb des Konfidenzintervalls der Grundgesamtheit liegt. Das Ergebnis der Untersuchung wäre zwar korrekt für die Befragten selbst, aber nicht für die Gruppe, für die sie stellvertretend befragt wurden. Ein Beispiel: Eine Erhebung fragt 2.000 Deutsche über 14 Jahren, ob sie das Rauchverbot in Gaststätten befürworten. Insgesamt antworten 75 Prozent der Befragten mit „Ja“. Das Konfidenzniveau wurde für die Erhebung auf 95 Prozent festgelegt, die Fehlergrenze liegt bei rund 2 Prozent. Es besteht aufgrund des Konfidenzniveaus eine Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent, dass der tatsächliche Anteil der Befürworter in der Bevölkerung im Bereich von 73 bis 77 Prozent liegt, also im Konfidenzintervall (Ergebnis +/- Fehlergrenze). Würde man diese Erhebung 100 mal mit jeweils 2.000 anderen Befragten durchführen, so liegt die Anzahl der Befürworter in 95 Fällen ebenfalls zwischen 73 und 77 Prozent – in 5 Fällen jedoch stimmen weniger oder mehr Personen mit „Ja“.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei den einzelnen Definitionen in unserem Statistik-Lexikon um vereinfachte Erläuterungen handelt. Hierbei ist es das Ziel, die einzelnen Begriffe einer möglichst breiten Nutzergruppe näher zu bringen. Insofern besteht die Möglichkeit, dass einzelne Definitionen wissenschaftlichen Standards nicht zur Gänze entsprechen.

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