Verbraucherpreise

Inflation: Bio-Lebensmittel in der Regel weniger betroffen

Die Preise für viele frische Bio-Lebensmittel sind zuletzt nicht im selben Maße gestiegen wie die Preise für konventionelle Lebensmittel. Das zeigt die Statista-Grafik auf Basis von Daten der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI), die der Deutsche Bauernverband in seinem aktuellen Situationsbericht veröffentlicht hat. So sind etwa die Preise für konventionell angebaute Kartoffeln um 23,2 Prozent gestiegen, die Preise für Kartoffeln aus biologischer Landwirtschaft hingegen nur um 4,7 Prozent. Auch Brot bzw. Backwaren, Geflügelfleisch, Schweinefleisch und Obst gibt es signifikante Differenzen. Bei Rindfleisch und Käse etwa fallen die Unterschiede wieder nicht ganz so deutlich aus. Die Zahlen beschreiben dabei den durchschnittlichen Preisanstieg der Lebensmittel von Januar bis Oktober 2023 gegenüber Januar bis Oktober 2022.

Medienberichten zufolge spielen eine Reihe von Gründen bei den unterschiedlichen Teuerungsraten eine Rolle: Da für Bioprodukte kein Kunstdünger verwendet werden darf, haben Bio-Landwirte weniger starke Kostensteigerungen. Die Preise für Düngemittel sind zuletzt stark gestiegen, wie diese Statista-Grafik zeigt. Hinzu komme, dass die Preise für Bio-Lebensmittel teilweise auch früher schon auf einem höheren Niveau gelegen hätten, also müssten die Erzeuger nun weniger stark beim Preis aufholen. Zudem gäbe es bei Bio-Lebensmittel oft längere Kontraktlaufzeiten zwischen Erzeugern und Handel, weswegen die Teuerung hier mit Verzögerung aufträte.

Der verminderte Preisabstand von Bio-Lebensmitteln zu konventionell erzeugten Produkten hat auch seine Schattenseiten: So interessieren sich laut Bauernverband heute weniger Landwirte für eine Umstellung auf den Öko-Landbau als in den Jahren zuvor. Zudem würden viele Landwirte über eine als zu gering wahrgenommene Absatzsicherheit berichten. Als wichtige Voraussetzung für eine wirtschaftlich nachhaltige Umstellung würden die befragten Landwirte dementsprechend angemessene Erzeugerpreise und gesicherte Abnahmeverträge nennen. Auch eine hinreichende Förderung spielt laut Bauernverband bei der Umstellungsmotivation eine wichtige Rolle.

Beschreibung

Die Grafik zeigt die Veränderung der Verbraucherpreise für frische Lebensmittel in Deutschland.

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Veränderungsrate der Verbraucherpreise für frische Biolebensmittel in Deutschland im Jahr 2019 (gegenüber dem Vorjahr)
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Preisaufschläge für ausgewählte Bio-Lebensmittel gegenüber konventionellen Waren in Deutschland im Jahr 2017
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Preisentwicklung ausgewählter konventionell und ökologisch erzeugter Milchprodukte in Deutschland nach Vertriebslinie im Herbst 2022 (im Vergleich zum Vorjahreszeitraum)
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