Chinesische Online-Plattformen verzeichnen im Euroraum die höchste Nachfrage bei Produktkategorien mit besonders niedriger Teuerung. Wie eine Auswertung der Europäischen Zentralbank verdeutlicht, bestellen 47,9 Prozent der Befragten Bekleidung und Schuhe über fernöstliche Anbieter. Auch Haushalts- und Küchenartikel sowie Elektronik sind mit Käuferanteilen von bis zu 46,7 Prozent sehr gefragt. Auffällig ist die enge Kopplung an die jeweilige Preisentwicklung. Warengruppen wie Elektronik und Gadgets oder Haushaltsartikel, deren Preise im Jahr 2025 fielen, weisen besonders hohe Käuferanteile auf. Dagegen bleiben Segmente mit spürbarer Teuerung wie Arzneimittel mit 4,1 Prozent oder Bücher weit dahinter zurück.
Dass gerade Produktgruppen mit niedriger oder sogar negativer Teuerung häufiger über China‑Plattformen gekauft werden, ist weniger ein „Inflations‑Flucht“-Effekt als ein Hinweis auf stark preisgetriebenes Konsumverhalten: Kleidung, Haushaltswaren und Elektronik sind Kategorien, in denen Käuferinnen und Käufer tendenziell besonders preissensibel sind. Die EZB verweist zudem darauf, dass die meisten Bestellungen auf diesen Plattformen kleine Warenkörbe haben (knapp zwei Drittel bis 25 Euro, neun von zehn bis 50 Euro) und jeder Fünfte dort mindestens monatlich einkauft. Das unterstreiche den Fokus auf niedrige Preise.
Passend dazu lag die durchschnittliche Inflation 2025 in vielen der über diese Plattformen besonders häufig gekauften Kategorien nahe null oder im Minus. Dieses Muster sei konsistent mit der Idee, dass günstige importierte Waren dazu beigetragen haben könnten, die Preise für einige Konsumgüter zu dämpfen – auch wenn die Daten hier vor allem eine Korrelation zeigen und keine eindeutige Ursache-Wirkung-Beziehung.





















