Commerzbank

Steigende Commerzbank-Aktie bremst UniCredit-Angebot aus

Die Aktie der Commerzbank, eigentlich als Underperformer am deutschen Markt bekannt, hat durch die Möglichkeit einer feindlichen Übernahme durch die italienische Bank UniCredit zumindest kurzfristig Rückenwind erhalten. Die Aktie der Bank eröffnete am Mittwoch bei 36,80 Euro – mehr als die umgerechnet 35,73 Euro, die Unicredit zum gleichen Zeitpunkt für den Eintausch von Commerzbank-Aktien in UniCredit-Aktien bot. Der Kurs stieg von zeitweise weniger als 30 Euro Anfang März, als Unicredit bekannt gab, zu einem späteren Zeitpunkt ein Angebot für den Umtausch von Aktien machen zu wollen. Zum damaligen Zeitpunkt wäre das Unicredit-Angebot noch mehr Wert gewesen als die Commerzbank-Aktie.

Auf der Aktionärsversammlung der Commerzbank vergangenen Mittwoch demonstrierten Vorstand, Angestellte und private Anteilseigner Einigkeit gegen eine Übernahme. Gleichzeitig erreichte der Kurs der Bank ein 15-Jahres-Hoch und hatte gegenüber dem Vorjahr um ungefähr 40 Prozent gewonnen. Bereits vor dem Bekanntwerden der UniCredit-Pläne hatte die Bank mit Sitz in Frankfurt am Main angefangen, ihr Geschäft zu überarbeiten, was sich positiv auf den Aktienkurs auswirkte. 2024 erreichte sie einen Rekordgewinn von 2.7 Milliarden Euro und wiederholte diesen 2025 mit 2.6 Milliarden Euro annähernd trotz Entlassungen in diesem Jahr. Für 2026 rechnet die drittgrößte deutsche Bank nach einen erfolgreichen ersten Quartal sogar mit 3.4 Milliarden und warb vor Aktionären außerdem für ihre Momentum-2030-Strategie der Modernisierung.

Ob der Glaube an die Zukunft der 156 Jahre alten Bank die Aktionäre bei der Stange hält oder ob es nur der aktuell schlechtere Deal beim UniCredit-Angebot ist, wird sich erst noch herausstellen. Zum Stand 19. Mai waren erst 0.02 Prozent der Commerzbank-Aktien als Teil des Angebots bei UniCredit eingegangen. Trotzdem glauben Experten, dass Unicredit das Angebot möglicherweise verlängern oder erhöhen kann und dass es sich bei dem aktuellen Vorgehen nur um eine erste Stufe des Übernahmeversuchs handelt.

Aktuell besitzt UniCredit 27 Prozent der Commerzbank-Aktien, hält aber Optionen, dies auf 39 Prozent aufzustocken – ein weiterer Anhaltspunkt für eine ernste Übernahmeabsicht. Während ihre Führung noch im März sagte, keine solchen Pläne zu haben, bezeichnete UniCredit-Chef Andrea Orcel im April eine Konsolidierung des Marktes, die die Commerzbank so oder so betreffen würde, als so unumgänglich wie die Schwerkraft.

Beschreibung

Die Grafik zeigt den Wert einer Commerzbank-/Unicredit-Aktie und Gegenwert des Unicredit-Angebots für Commerzbank-Aktien.

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Commerzbank-Beteiligung von UniCredit 2024
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