Energiewende
Energie-Ziele der Regierung in weiter Ferne
Beim Ausbau der Energiewende bleibt Deutschland deutlich hinter seinen eigenen Zielen zurück. Auch bei den Wärmepumpen wird deutlich, wie groß die Lücke zur Zielmarke noch ist. Aktuell sind 2,2 Millionen Geräte installiert, bis 2030 sollen es sechs Millionen sein – damit ist erst 37,1 Prozent des Ziels erreicht. Das Tempo liegt damit im Mittelfeld der Energiewende, deutlich hinter Photovoltaik und Wind an Land, aber klar vor Elektroautos und Ladeinfrastruktur.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat kürzlich einen Referentenentwurf für das Gebäudemodernisierungsgesetz in die Ressortabstimmung gegeben. Das Gesetz soll das bestehende Heizungsgesetz der Ampelkoalition ersetzen. In dem Referentenwurf ist laut Medienberichten vom Betriebsverbot für fossile Heizungen nach 2045 keine Rede mehr. Experten haben allerdings Zweifel, dass die Klimaneutralität bis 2045 mit dem aktuellen Entwurf machbar ist. "Weil klare Leitplanken für erneuerbare Wärme aufgeweicht werden", sagt Energieexpertin Claudia Kemfert vom DIW Berlin. "Die Klimaziele im Gebäudesektor werden so deutlich schwerer erreichbar."
Der Wärmesektor gilt als zentral für das Gelingen der Energiewende. Eine schnellere Verbreitung von Wärmepumpen könnte den Energieverbrauch im Gebäudebereich deutlich senken und die Abhängigkeit von fossilen Heizsystemen reduzieren. Bleibt das Tempo niedrig, könnte dies nach Einschätzung der DIW-Expertin Claudia Kempfert die Erreichung der Klimaziele insgesamt gefährden.
Besser schaut es im Solar-Segment aus: Aktuell sind hier Anlagen mit insgesamt 121,14 Gigawatt Leistung installiert, was 56,3 Prozent des Ziels von 215 Gigawatt entspricht. Windkraft an Land erreicht mit 69 Gigawatt bereits 60,0 Prozent und liegt damit vergleichsweise weit vorn. Deutlich größer sind die Lücken dagegen bei der Offshore-Windkraft mit 10,2 Gigawatt und 34,0 Prozent sowie bei Elektroautos, die mit 2.136.743 Fahrzeugen erst 14,2 Prozent des Zielwerts erreichen. Noch weiter zurück liegt die Ladeinfrastruktur mit 193.985 Ladepunkten und 19,4 Prozent Zielerreichung.
Sollte sich das bisherige Ausbautempo nicht deutlich erhöhen, könnten die Ziele bis 2030 in mehreren Bereichen verfehlt werden. Vor allem bei Elektromobilität und Ladeinfrastruktur wären deutlich höhere Zuwachsraten notwendig. Die Entwicklung könnte daher zusätzlichen politischen Druck erzeugen, Genehmigungen zu beschleunigen und Investitionen gezielt zu fördern
Grundlage der Infografik sind Daten des Open Energy Trackers, einem datengetriebenen Projekt, das von der Organisation Open Energy Transition entwickelt wurde. Dahinter steht ein Zusammenschluss von Analysten, Datenexperten und Energieökonomie-Forschern, die sich auf die Auswertung und Aufbereitung von Energiewendedaten spezialisiert haben. Der Tracker richtet sich vor allem an Politik, Medien und Öffentlichkeit und soll helfen, den tatsächlichen Fortschritt der Energiewende datenbasiert zu bewerten.
Beschreibung
Die Grafik zeigt einen Vergleich des aktuellen Stands der Energiewende in Deutschland mit den Zielen der Bundesregierung für 2030.
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