Pressefreiheit
Attacken auf die Presse weiter über Vor-Corona-Niveau
Die Zahl der Angriffe auf Medienschaffende in Deutschland bleibt deutlich über dem Niveau vor der Corona-Pandemie, auch wenn sie zuletzt zurückgegangen ist. 2025 wurden 55 Fälle registriert, nach 89 im Jahr zuvor. Das zeigt die Infografik auf Basis von Daten von Reporter ohne Grenzen (RSF). Trotz des Rückgangs liegt das Niveau damit weiterhin klar über früheren Jahren wie 2019 mit 13 Fällen.
Besonders auffällig ist der starke Anstieg in den Pandemie-Jahren: Von 65 Angriffen im Jahr 2020 stieg die Zahl auf 103 im Jahr 2022 und erreichte damit einen Höchststand. Seither schwankt das Niveau deutlich, bleibt aber erhöht. Die Entwicklung deutet auf ein dauerhaft raueres Umfeld für journalistische Arbeit hin.
Hintergrund ist ein zunehmend polarisiertes gesellschaftliches Klima. Laut Quelle verlagern sich viele Übergriffe auf Demonstrationen und politisch aufgeladene Situationen. Hinzu kommt eine hohe Dunkelziffer. RSF sammelte im Jahr 2025 insgesamt 99 Hinweise auf Gewalt gegen Medienschaffende, von denen jedoch – meist aufgrund fehlender Zeugen oder Videobeweise – nicht alle verifiziert werden konnten.
Auch eine Zählweise auf der Grundlage sorgfältiger Recherchen könne strikten wissenschaftlichen oder juristischen Kriterien nicht genügen, da es vielfach zwar Schilderungen, aber keine Ermittlungen oder Gerichtsverfahren gäbe. Dennoch versuche RSF, mit aufwändiger Verifizierung einen Überblick herzustellen, der das Dunkelfeld von Gewalt gegen Medienschaffende so gut wie möglich erhellt.
Beschreibung
Die Grafik zeigt die Zahl der Angriffe auf Medienschaffende in Deutschland.
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