Energieindustrie

Die Energieindustrie - oder Energiewirtschaft - umfasst all Bereiche der Energieversorgung von der Energiegewinnung bis zum Vertrieb. Die wichtigsten Zweige der Energiewirtschaft sind die Erdölindustrie, die Elektrizitätsversorgung, die Gaswirtschaft und die Fernwärmewirtschaft.


Die Anzahl der Beschäftigten in der Energiewirtschaft in Deutschland lag 2010 über dem Niveau von 2000. Rund 141.000 Personen arbeiteten bei Stromversorgern, über 37.000 waren bei Gasversorgern tätig und weitere 16.000 bei Kälte- und Wärmeversorgern.

 

Energieversorger

 

Die Energieversorgung wird in Deutschland hauptsächlich von vier großen Energieanbietern übernommen: E.ON, RWE AG, Vattenfall und EnBW AG. Wobei E.ON, die 2013 rund 704 Terawattstunden Strom an ihre Kunden abgaben, deutlich vor seinen Konkurrenten lag. Die Erlöse der Stromanbieter in Deutschland lagen 2013 bei fast 74 Milliarden Euro.

 

E.ON ist weltweit das größte Energieversorgungsunternehmen, mit einem Jahresumsatz von 162,6 Milliarden US-Dollar (Stand 2013). An zweiter Stelle steht das französische Unternehmen GDF Suez, gefolgt von den Italienern ENEL. Insgesamt belegen europäische Unternehmen die ersten fünf Ränge. 

 

Energiemix

 

Wichtigster Energieträger bei der Deckung des Primärenergieverbrauchs waren 2013 Öl (33,4 Prozent), gefolgt von Erdgas (22,3 Prozent), sowie Steinkohle (12,8 Prozent) und Braunkohle (11,7 Prozent). Die Energieindustrie forciert seit einigen Jahren den Ausbau der Nutzung von erneuerbaren Energien, um eine nachhaltige Energiebereitstellung gewährleisten zu können. Im Jahr 2014 lag der Anteil von erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch in Deutschland bei 27,8 Prozent. Der Großteil der erneuerbaren Energien entfällt dabei auf Wind- und Wasserkraft. Dabei sind die Ziele des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Stromsektor ehrgeizig: Bis 2030 sollen 50 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland aus erneuerbaren Energien kommen, bis 2050 sogar 80 Prozent. 

 

Alles in allem ist Deutschland in der Energieversorgung massiv von Importen abhängig. Das verbrauchte Mineralöl im Jahr 2013 stammte zu 98 Prozent aus dem Ausland, beim Erdgas waren es 88 Prozent und bei der Steinkohle immer noch 87 Prozent. 2014 wurde Rohöl im Wert von 49,4 Milliarden Euro nach Deutschland importiert. Der Anteil der Primärenergiegewinnung am Primärenergieverbrauch liegt in Deutschland bei 29,2 Prozent (Stand 2013). 

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