Wirtschaft in Japan
Japan wurde 2010 als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt von China abgelöst: Der Internationale Währungsfond (IWF) schätzt das nominale Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Japan für 2011 auf rund 5,9 Billionen US-Dollar. Damit ist Japan nur noch die drittgrößte Volkswirtschaft.
Umgerechnet auf die Bevölkerung ergibt sich für 2011 ein geschätztes
Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in Japan von rund 45.800 US-Dollar.
WirtschaftsstrukturInfolge der Finanz- und Wirtschaftskrise schrumpfte die japanische Wirtschaft 2008 um 1,2 und 2009 sogar um 6,3 Prozent. Zwar schien sich die
japanische Wirtschaft mit einem BIP-Wachstum von fast 4 Prozent 2010 wieder zu erholen, der IWF rechnet für das Jahr 2011 allerdings wieder mit einem schrumpfen des BIP um etwa 0,5 Prozent.
StaatsschuldenDie ohnehin schon hohe
Staatsverschuldung in Japan wurde durch die Wirtschafts- und Finanzkrise noch einmal verstärkt. Lag die Staatsverschuldung in den Jahren vor 2008 noch bei circa 190 Prozent des BIP, stieg sie im Laufe der Krise noch einmal an. Für das Jahr 2011 rechnet der IWF mit einer japanischen Staatsverschuldung von etwa 230 Prozent des japanischen Bruttoinlandsproduktes.
ArbeitslosigkeitDie
Arbeitslosenquote in Japan stieg während der Wirtschaftskrise nur leicht an: Hatte sie 2007 bei 3,9 Prozent gelegen, so stieg sie im Verlauf der Krise auf knapp über 5 Prozent. Für 2011 rechnet der IWF mit einem leichten Rückgang der Arbeitslosenquote auf etwas unter 5 Prozent.
InflationJapan durchlebt bereits seit längerer Zeit eine Periode der Deflation, d.h. fallender Preise. Die
Inflationsrate in Japan stieg zwar 2008 zwischenzeitlich auf etwa 1,4 Prozent an, aber schon im folgenden Jahr lag sie wieder bei -1,4 Prozent. Für das Jahr 2011 rechnet der IWF mit einer Inflationsrate von -0,4 Prozent in Japan.
WirtschaftsstrukturDie japanische Wirtschaft basiert überwiegend auf Dienstleistungen: Im Jahr 2008 waren 67 Prozent der Erwerbstätigen im tertiären Sektor beschäftigt (
Erwerbstätige nach Wirtschaftssektoren in Japan) und erwirtschafteten 70 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (
Anteile der Wirtschaftssektoren am Bruttoinlandsprodukt in Japan). Den übrigen Beitrag leistete die Industrie. Die Landwirtschaft spielt mit einem Anteil von vier Prozent an den Erwerbstätigen und rund 1,5 Prozent der Wirtschaftsleistung volkswirtschaftlich keine Rolle.
HandelMit einem
Export von Gütern aus Japan im Wert von rund 770 Milliarden US-Dollar im Jahr 2010 war Japan die viertgrößte Exportnation der Welt. Der
Import von Waren nach Japan fiel mit einem Wert von gut 695 Milliarden US-Dollar geringer aus, sodass der Überschuss in der
Handelsbilanz bei den Gütern in Japan mit etwa 75 Milliarden US-Dollar zu verzeichnen war.