Gesundheit

Wie viele Menschen kaufen Medikamente noch in Offline-Apotheken?

Der Anteil der Befragten, die in den vergangenen zwölf Monaten etwas in einer stationären Apotheke gekauft haben, ist von 73 Prozent im Jahr 2019 auf 53 Prozent im Jahr 2026 gesunken. Damit verliert der klassische Einkaufsweg deutlich an Reichweite. Grundlage sind Befragungen der Statista Consumer Insights von Menschen zwischen 18 und 64 Jahren. Für Apotheken erhöht das den Druck, den Nutzen des stationären Angebots sichtbar zu machen. Persönliche Beratung und unmittelbare Verfügbarkeit könnten wichtige Gründe bleiben, doch der sinkende Anteil zeigt, dass diese Vorteile nicht alle Kundinnen und Kunden dauerhaft binden.

Die Zahl der öffentlichen Apotheken in Deutschland sinkt immer schneller und hat 2025 mit 16.601 Standorten den niedrigsten Wert seit Ende der 1970er Jahre erreicht. Das zeigen Daten des Bundesverbands Deutscher Apothekerverbände (PDF-Download). Die steigende Zahl an Schließungen führt dazu, dass immer mehr Menschen weitere Wege zu ihrer nächsten Apotheke zurücklegen müssen – im Zeitraum von 2018 bis 2023 betraf dies bereits mehr als 2 Millionen Menschen. Knapp 500.000 Patientinnen und Patienten mussten sogar erheblich größere Entfernungen in Kauf nehmen. Das zeigt, dass sich durch die sinkende Apothekenzahl die Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln langfristig verschlechtert.

Für Deutschland hat das Apothekensterben mehrere Ursachen, die sich gegenseitig verstärken. Eine Rolle spielt der Wandel im Arzneimittelhandel: Versandapotheken und digitale Bestellwege können vor allem bei planbaren Medikamenten und nicht verschreibungspflichtigen Produkten Marktanteile gewinnen. Das E-Rezept erleichtert solche Abläufe. Dennoch lässt sich das Apothekensterben nicht allein mit Online-Konkurrenz erklären. Die wirtschaftliche Basis vieler Betriebe ist schwächer geworden, weil die Vergütung für verschreibungspflichtige Arzneimittel nur begrenzt mit steigenden Personal-, Energie-, Miet- und Finanzierungskosten Schritt hält. Gleichzeitig verursachen Bürokratie, Dokumentationspflichten und gesetzliche Vorgaben einen hohen zusätzlichen Arbeitsaufwand.

Statista Consumer Insights sind ein datenbasiertes Marktforschungs- und Analyse-Tool auf Basis großer, repräsentativer Online-Befragungen in vielen Ländern, das detaillierte Informationen zu Konsumverhalten, Einstellungen, Mediennutzung, Markenwahrnehmung und Zielgruppen liefert. Unternehmen, Agenturen, Marktforscher und Strategen nutzen dieses Angebot, um Zielgruppen zu definieren, Märkte und Marken zu vergleichen, Trends zu beobachten und Kampagnen oder Produktstrategien gezielt auf bestimmte Konsumentensegmente auszurichten.

Beschreibung

Die Grafik zeigt den Anteil der Befragten, die in den letzten 12 Monaten etwas in einer stationären Apotheke gekauft haben.

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Gesamtzahl öffentlicher Apotheken in Deutschland in den Jahren 1999 bis 2025
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Bevölkerungsanteil, der regelmäßig Medikamente online kauft, in Deutschland nach Altersgruppen im Jahr 2021
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