Rüstung
Wie entwickeln sich die Waffenbestände des US-Militärs?
Die Munitionsbestände des US-Militärs sind infolge der parallelen Konflikte in der Ukraine und im Iran deutlich geschrumpft. So sank der Bestand an Patriot-Abfangraketen von rund 3.100 Stück vor dem Iran-Krieg auf etwa 800 Ende Juli 2026, während zugleich bis zu 600 an die Ukraine geliefert wurden. Auch andere Systeme zeigen eine ähnliche Entwicklung: Von den taktisch-offensiven ATACMS-Raketen sind noch etwa 900 verfügbar, nach rund 1.000 zuvor. Das zeigt die Statista-Infografik auf Basis von Daten des US-Thinktanks CSIS (Center for Strategic and International Studies).
Seit 2024 summieren sich verschiedene Belastungsfaktoren: Waffenlieferungen an die Ukraine, Abwehr iranischer Angriffe auf Israel sowie der intensive Einsatz gegen die Huthi-Miliz. Parallel dazu kamen auch weitreichende Präzisionswaffen wie Tomahawk und JASSM in mehreren Operationen zum Einsatz, was die Bestände zusätzlich beanspruchte. Diese Entwicklung steht in engem Zusammenhang mit dem stark gestiegenen Verbrauch moderner Raketen, wie er in der begleitenden CSIS-Auswertung zum Einsatz von SM-3, SM-6 und THAAD im Iran-Krieg sichtbar wird.
Strategisch besonders relevant ist, dass genau diese Munitionstypen auch in einem möglichen Konflikt mit China benötigt würden. Laut CSIS wurde bei zentralen Systemen bereits ein erheblicher Teil der ursprünglichen Bestände verbraucht. Die sinkenden Reserven könnten daher die Fähigkeit der USA einschränken, mehrere Konflikte gleichzeitig zu führen. Ein langfristiger Wiederaufbau der Bestände sowie der Ausbau der Produktionskapazitäten dürften damit zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Beschreibung
Die Grafik zeigt Waffenlieferungen der USA an die Ukraine sowie US-Bestände vor und nach Beginn des Iran-Kriegs.
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