Kolonialismus
Deutsche überwiegend für Rückgabe von Kulturgütern
Eine Umfrage von PolitPro ergab im März, dass 60 Prozent der Deutschen umfassende und verpflichtende Rückgaben von geraubten kolonialen Kulturgütern befürworten. Die zweitgrößte Gruppe – 17 Prozent – ist allerdings strikt dagegen. Weitere 12 Prozent sagten, sie seien "eher dafür", während 3 Prozent sich als "eher dagegen" verorten.
Die deutsche Provenienzforschung hat sich bisher hauptsächlich mit der NS-Zeit befasst. Nun bewegte sich kürzlich aber auch etwas auf dem Gebiet der Raubkunst aus kolonialen Kontexten. Ende März gab die Kultusministerkonferenz bekannt, dass Bund, Länder und Kommunen sich auf die Gründung eines neuen Koordinierungsrates geeinigt hätten, der künftig Rückführungen dieser Art zentralisiert behandeln soll. Hintergrund ist das Fehlen einer solchen Einrichtung im deutschen, föderalen System. Ehemalige deutsche Kolonien und andere Länder, die Rückführungsanfragen stellen, würden diese bereits zentralisieren, so die Kultusministerkonferenz.
Oft kontrovers diskutiert gab es in Deutschland bereits einige medienwirksame Rückführungen von Kulturgütern und menschlichen Überresten aus kolonialen Kontexten, zum Beispiel nach Namibia, Nigeria und Hawaii. Menschliche Überreste in deutschen Sammlungen sind von vielen Rückgabegesuchen betroffen, wie eine Umfrage 2022 und 2023 zeigte. Human Rights Watch kritisiert, dass Deutschland bis jetzt Rückgaben von kolonialen Raubgütern noch nicht verpflichtend gemacht hat.
Beschreibung
Die Grafik zeigt Meinungen für/gegen die verpflichtende Rückführung von geraubten Kulturgütern aus der Kolonialzeit.
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