Provenienzforschung
Menschliche Überreste in Museen: Herkunft oft unbekannt
In deutschen Museen und universitären Sammlungen befinden sich eine Vielzahl von menschlichen Überresten aus kolonialen Kontexten, deren Herkunft und Zukunft viele schwierige Fragen aufwirft. Bei einer Umfrage der Kulturstiftung der Länder in den Jahren 2022 und 2023 unter 34 deutschen Museen und Universitäten mit anthropologischen, anatomischen, ethnologischen oder ähnlichen Sammlungen gaben diese an, Einträge zu tausenden solcher Überreste zu besitzen.
Am häufigsten stammen diese aus Ozeanien, wo besonders im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert die anthropologische Forschung boomte und Deutschland im Bereich der heutigen Staaten Papua-Neuguinea, Samoa, Mikronesien, Palau und Nauru Kolonien besaß. Aber es sind auch tausende Einträge mit Herkunft auf dem afrikanischen und amerikanischen Kontinent katalogisiert. Mit 45 Prozent kann die größte Menge der Einträge zumindest bis jetzt noch keinem Ursprungsort zugeordnet werden, was weitere schmerzhafte Konsequenzen für Hinterbliebene des kolonialen Sammelwahns bedeutet.
Bereits 2023 hatten 70 Prozent der befragten Institutionen angegeben, Rückführungsanfragen zu menschlichen Überresten in Ihrer Obhut erhalten zu haben. Fast genauso viele – 65 Prozent – gaben an, bereits menschliche Überreste in Herkunftsländer zurückgegeben zu haben. In der Umfrage wurden menschliche Überreste aus 85 heutigen Nationalstaaten sowie einigen weitläufigeren Gebieten und Regionen erfasst. Verarbeitete menschliche Überreste, zum Beispiel als Kunstwerk oder Gebrauchsgegenstand, waren nicht Gegenstand der Umfrage.
Beschreibung
Die Grafik zeigt die Herkunft von menschlichen Überresten aus kolonialen Kontexten in Museen/Institutionen in Deutschland.
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