Padel
Deutschlands Padel-Boom: 300% Wachstum in zwei Jahren
Wenn dieser Tage in deutschen Großstädten eine alte Tennis-, Industrie- oder Lagerhalle leer steht, kann man sich relativ sicher sein, dass das nicht lange so bleibt. Zahlreiche Investorengruppen suchen ständig nach neuen Standorten für eine Sportart, die vor wenigen Jahren hierzulande noch gänzlich unbekannt war. Die Rede ist natürlich von Padel, hierzulande auch häufig Padel-Tennis genannt. Dass Padel nichts mir Rudern zu tun hat, ist mittlerweile den meisten bekannt. Schließlich gilt das aus Mexiko stammende Rückschlagspiel als weltweit am schnellsten wachsende Sportart. Auch in Deutschland hat Padel in den letzten Jahren einen regelrechten Boom erlebt. Zahlreiche Prominente, vor allem aktive und ehemalige Profifußballer spielen mittlerweile leidenschaftlich Padel. Alt- und Neu-Nationaltrainer Hansi Flick und Jürgen Klopp haben sogar in den Sport investiert, sind jeweils Teilhaber einer Betreibergesellschaft von Padel-Anlagen.
Diese Anlagen sind in den vergangenen Jahren regelrecht aus dem Boden geschossen. Laut Deutschem Tennis Bund (DTB), der im Padel ebenfalls eine führende Rolle für sich beansprucht, damit aber im Konflikt mit dem Deutschen Padel Verband steht, gab es Anfang 2023 130 Padelcourts an 41 Standorten in Deutschland. Mittlerweile sind es laut Padelfinder.de, einer Online-Datenbank für Padelanlagen, mehr als 2.000 Courts an fast 600 Standorten. Als Paradebeispiel für die rasante Entwicklung im Padelsport gilt Hamburg. Vor fünf Jahren gab es dort eine einzige öffentliche Anlage mit zwei Outdoorplätzen. Beim SC Condor tummelten sich die ersten Padel-Enthusiasten der Hansestadt. Schon seit 2016 gab es dort die Möglichkeit den damals noch völlig unbekannten Sport auszuprobieren. Fünf Jahre später gibt es im Umkreis von 25 Kilometern um Hamburg 91 Padelplätze an 19 Standorten, verschiedene kommerzielle Betreiber kämpfen um die besten Standorte. Laut Padelfinder.de gibt es in Hamburg mittlerweile mehr als vier Padelcourts pro 100.000 Einwohner. Damit führt die Hansestadt das Bundesländer-Ranking vor Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein an.
Es wird interessant zu beobachten sein, wohin die Reise für Padel in Deutschland noch geht. Zum großen Bruder Tennis fehlt noch ein ganzes Stück - aktuell gibt es mehr als 40.000 Tennisplätze in Deutschland - die Euphorie scheint jedoch ungebrochen. In vielen Städten muss man Wochen vorher buchen, um einen Platz zur Primetime zu ergattern. Das ist allerdings kein Schnäppchen. Preise um 80 Euro für zwei Stunden sind keine Seltenheit. Aber immerhin wird die Platzmiete beim Padel in der Regel durch vier geteilt.
Beschreibung
Die Grafik zeigt die Anzahl der Padelcourts und -anlagen in Deutschland.
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