Auslandsinvestitionen
Rechenzentren dominieren globalen Investitionszuwachs
Der globale Schub bei den ausländischen Direktinvestitionen (FDI) konzentriert sich zunehmend auf digitale Infrastruktur: Rechenzentren verzeichnen mit einem Plus von 235 Milliarden US-Dollar den mit Abstand größten Zuwachs unter den FDI-bezogenen Investitionen 2025 gegenüber 2024. Damit übertreffen sie alle anderen Sektoren deutlich und prägen die Dynamik internationaler Neuinvestitionen. Die Daten stammen aus dem World Investment Report 2026 der UNCTAD, der globale Trends bei internationalen Investitionen analysiert.
Andere Bereiche bleiben weit dahinter zurück oder verzeichnen sogar Rückgänge. Öl und Gas legen noch um 38 Milliarden US-Dollar zu, während Halbleiter lediglich ein Plus von 13 Milliarden US-Dollar erreichen. Demgegenüber stehen deutliche Einbrüche etwa bei Infrastruktur und GVC-intensiven Industrien mit jeweils minus 55 Milliarden US-Dollar sowie bei erneuerbaren Energien mit minus 37 Milliarden US-Dollar. GVC-intensive Industrien“ sind Branchen, die stark in globale Wertschöpfungsketten eingebunden sind. GVC steht für Global Value Chains. Produktion und Verarbeitung eines Produkts finden dabei über mehrere Länder verteilt statt. Typische Beispiele sind Automobilindustrie, Elektronik und Maschinenbau.
Die Verschiebung deutet auf eine strategische Neuausrichtung hin: Investitionen fließen verstärkt in die digitale Basis der Wirtschaft, etwa für Cloud, KI und Datenverarbeitung. Der Rückgang in klassischen und teilweise auch nachhaltigen Sektoren könnte darauf hindeuten, dass Kapital kurzfristig stärker auf wachstums- und technologiegetriebene Bereiche fokussiert wird.
Beschreibung
Die Grafik zeigt die Veränderung FDI-bezogener Investitionen nach Sektoren.
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