Militärausgaben

Kann Aufrüstung die Wirtschaft ankurbeln?

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW Kiel) hat die wirtschaftlichen Folgen steigender Militärausgaben (PDF-Download) untersucht. Dabei kommen die Experten zu dem Schluss, dass gesteigerte Verteidigungsausgaben einen expansiven Effekt auf die Wirtschaft haben können. Nach einer vorsichtigen Schätzung könnte das gesamteuropäische BIP um 0,9 Prozent bis 1,5 Prozent wachsen, wenn die Verteidigungsausgaben von 2 % auf 3,5 % des Bruttoinlandsprodukt steigen. Dies sei allerdings kein Automatismus, denn Erhöhungen der Verteidigungsausgaben in diesem Umfang sollten größtenteils durch Staatsverschuldung und nicht durch Steuererhöhungen finanziert werden. Ansonsten könnte das BIP-Wachstum durch die Schwächung von Unternehmensinvestitionen und privaten Konsumausgaben geringer ausfallen oder möglicherweise sogar negativ sein.

Das IfW Kiel hat in seiner Untersuchung auch die Fragen untersucht, ob steigenden Militärausgaben in Zeiten wirtschaftlichen Abschwungs schädlich sein könnten. Dies sei nicht der Fall, es gäbe eindeutige Belege dafür, dass Militärausgaben in Rezessionen nicht schädlicher sind als in wirtschaftlichen Aufschwüngen, so dass die Ausgaben entweder antizyklisch erfolgen oder über den Zyklus hinweg geglättet erfolgen sollten. Zudem könnten laut Studie die langfristigen Produktivitätsgewinne durch Militärausgaben beträchtlich sein. Die besten Beispiele für erfolgreiche öffentliche Forschung und Entwicklung (F&E) seien militärische Anwendungen und es gäbe Hinweise auf Spillover-Effekte auf den privaten Sektor.

Beschreibung

Die Grafik zeigt den geschätzten Effekt erhöhter Militärausgaben auf das Bruttoinlandsprodukt in der EU.

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Militärausgaben in Österreich in Relation zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 2010 bis 2024
EU-Erweiterung: Militärausgaben der Beitrittskandidaten der Europäischen Union (EU) im Jahr 2024 (absolut und relativ) ¹
Halten Sie die Anhebung der deutschen Verteidigungsausgaben auf 2 Prozent des BIP für richtig oder falsch? (nach Parteianhängerschaft)
Wie beurteilen Sie die Forderung, dass Deutschland zukünftig 3 bis 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung ausgeben sollte? (nach Parteipräferenz)
Premium-Statistiken
Ukraine: Militärausgaben¹ von 2010 bis 2025 (in Milliarden US-Dollar und als Anteil am BIP)
Premium-Statistiken
Anteil der Militärausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland von 1953 bis 2025

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