Statistiken zu Süßwaren

Statistiken zu Süßwaren

Statistiken und Umfragen zum Thema Süßwaren

Süßwaren sind feste Lebensmittel mit einem hohen Zuckeranteil, die nicht den Grundnahrungsmitteln, sondern den Genussmitteln zuzurechnen sind. Zuckerhaltige Getränke wie z.B. Limonaden gehören zu den Erfrischungsgetränken.


Süßigkeiten stellen im Lebensmitteleinzelhandel das umsatzstärkste Sortiment in der Warenklassifizierung nach Nielsen dar. Die Handelspanels von Nielsen und IRI schätzen den Einzelhandelsumsatz auf rund 12 Milliarden Euro. Der Verband der deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) gibt ein Inlandsangebot von insgesamt rund 2,6 Millionen Tonnen Süßwaren mit einem Gesamtwert von rund neun Milliarden Euro an. Die hierbei verwendete Erhebungsmethodik fußt allerdings auf den Produktionsstatistiken des Statistischen Bundesamtes (sowie der Außenhandelsstatistik), die aufgrund der Vertraulichkeit einzelner Bereiche die tatsächliche Produktion tendenziell unterrepräsentieren. Rechnerisch ergibt sich aus den Angaben des BDSI ein Pro-Kopf-Verbrauch von mehr als 30 Kilogramm im Jahr und Ausgaben in Höhe von über 100 Euro pro Einwohner. Die Werbespendings in diesem von starken Marken geprägten Konsumgütersegment liegen in Deutschland bei über 700 Millionen Euro.

Die im Privatbesitz befindliche und damit nicht veröffentlichungspflichtige Mars Inc., Mondelez International (vormals: Kraft Foods) und das italienische Familienunternehmen Ferrero sind die weltweit größten Hersteller von Süßwaren. Auf dem deutschen Markt ist nach Schätzungen der Lebensmittelzeitung Ferrero führend vor Storck, Mars, Intersnack und Haribo. Das Süßwarensegment lässt sich in die Teilsegmente Schokolade und Schokoladenwaren, Zuckerwaren, feine Backwaren und Speiseeis unterteilen. Der BDSI schließt zudem auch salzige Snacks und Knabberartikel in seine Definition von Süßwaren ein. Schokoladenwaren stellen dabei mit einem Marktanteil von mehr als 30 Prozent das wichtigste Produktsegment dar, es folgen feine Backwaren und Zuckerwaren.

Schokolade ist ein Lebensmittlerzeugnis aus Kakaomasse, Zucker und (wahlweise) Kakaobutter, Milch und Gewürzen. Der Name geht auf das aztekische Getränk xocolatl zurück, das nach der spanischen Conquista Südamerikas nach Europa gelangte. Pro Kopf verbrauchen die Deutschen durchschnittlich rund zehn Kilogramm Schokolade und Schokoladenwaren. Das ist in Europa ein Spitzenwert – nur die Schweizer essen etwa gleich viel Schokolade. Zu beachten ist, dass nationale Verbände wie der BDSI oder der der Schweizer Chocosuisse mitunter vom Branchenverband CAOBISCO abweichende Zahlen nennen, was auf die Verwendung unterschiedlicher Datenbanken sowie abweichende Detaildifferenzierungen der Segmente zurückzuführen ist. Saisonartikel spielen ein große Rolle im Schokoladenmarkt. Im Markt für Schokoladenhohlfiguren sind dabei Osterhasen mit einem Anteil von fast 60 Prozent übrigens deutlich wichtiger als Weihnachtsmänner. Die Schweizer Lindt & Sprüngli AG bzw. ihre deutsche Dependance Lindt & Sprüngli Deutschland ist Marktführer auf dem deutschen Markt für Saisonartikel und kommt hier auf einen wertmäßigen Marktanteil von über 25 Prozent. Jährlich werden mehr als 130 Millionen Goldhasen verkauft. Wichtige deutsche Schokoladenhersteller sind z.B. Lindt & Sprüngli Deutschland in Aachen, Alfred Ritter (Ritter Sport) und Stollwerck. Der größte Schokoladenhersteller der Welt ist die Schweizer Barry Callebaut-Gruppe, die allerdings keine Produkte für den Endverbraucher herstellt, sondern ausschließlich andere Hersteller (z.B. Hershey und Cadbury) beliefert. Milka, Ritter Sport und Lindt sind die beliebtesten Marken von Tafelschokoladen bei deutschen Verbrauchern, Duplo der beliebteste Schokoriegel.

Feine Backwaren (oder auch Dauerbackwaren) sind haltbar gemachte Backwaren, die sich von Brot durch einen höheren Zucker- und Fettanteil unterscheiden (mindestens 10 Teile Fett und/oder Zucker auf 90 Teile Getreidemahlerzeugnisse). Hierunter fallen z.B. Kekse, Kuchen und Waffelgebäcke. Pro Kopf konsumieren die Deutschen durchschnittlich mehr als sieben Kilogramm feiner Backwaren. Laut IRI verbuchen Griesson-DeBeukelaer, Bahlsen und Mondelez International die höchsten Marktanteile auf dem deutschen Markt für Süßgebäcke. Die österreichische Traditionsmarke Manner kommt auf einen Marktanteil von fast zwei Prozent.

Zuckerwaren sind Süßwaren, bei denen der namensgebende Rohstoff die wichtigste Zutat darstellt. Dies sind z.B. Kaugummi, Bonbons, Dragées, Fruchtgummi, Lakritz und Marzpian. Von diesen nehmen die Deutschen durchschnittlich fast sechs Kilogramm im Jahr zu sich. Die beliebtesten Marken unter deutschen Verbrauchern sind hier Haribo, Nimm 2, Tic Tac, Katjes, Werther’s Original und Ricola.

Speiseeis ist ein Erzeugnis, deren Herstellung systematisch der Milchverarbeitung zugeordnet wird. Pro Kopf konsumieren die Deutschen durchschnittlich fast acht Kilogramm Speiseeis, wobei sich der Gesamtmarkt zu rund 82 Prozent in (industriell hergestelltes) Markeneis, 16 Prozent gewerblich hergestelltes Eis z.B. aus Eisdielen mit eigener Produktion und zu 2,5 Prozent in Softeis differenziert. Unilever hat mit seiner Heartbrand Langnese in Deutschland die Nase vorn und führt vor Nestlé Schöller sowie R&R Ice Cream.

Knabberartikel oder auch salzige Snacks umfassen pikante, gewürzte und nusshaltige Erzeugnisse wie z.B. Kartoffelchips, Salzstangen und Erdnüsse. Der Pro-Kopf-Konsum von Knabberartikeln ist in den letzten Jahren leicht gestiegen auf zuletzt rund 3,64 Kilogramm. Die wichtigsten Lieferanten salziger Snacks aus Deutschland sind Intersnack mit Marken wie Chio, funny-frisch und Ültje sowie die Lorenz-Bahlsen Snack-World (z.B. Saltletts/Salzletten, NicNac’s).

Die Süßwarenindustrie bildet als Zweig der Lebensmittelherstellung einen Teil des Verarbeitenden Gewerbes. Die deutsche Süßwarenindustrie ist mit einem Umsatz von rund 15 Milliarden Euro, über 55.000 Beschäftigten und einer Produktionsmenge von fast vier Millionen Tonnen die führende in Europa. Hierbei sind neben der einschlägigen Branche Herstellung von Süßwaren auch die Dauerbackwaren- und Speiseeisherstellung inbegriffen. Die Hersteller von salzigen Snacks sind anderen Wirtschaftszweigen wie z.B. der Verarbeitung von Obst und Gemüse zuzuordnen.

Da der Materialverbrauch den wichtigsten Kostenfaktor darstellt, sind die Preisentwicklung der wichtigsten Rohstoffe Zucker, Kakao und Milch entscheidende Faktoren für die Süßwarenproduktion: Während der Zuckerpreis (London No. 5) in den letzten beiden Jahren deutlich gefallen ist, ist der Kakaopreis im Laufe der sich ausbreitenden Ebolaepidemie, die zeitweise die wichtigsten Anbaugebiete des Rohstoffs in Westafrika bedrohte im Jahr 2014 stark gestiegen. Der Milchpreis sinkt aufgrund steigender Produktionsmengen nach dem Wegfall der EU-Milchquote derzeit tendenziell, nachdem er 2013/14 Höchststände erreicht hatte.





Foto: istockphoto.com / andristkachenko

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Sprache:   Deutsch
Seiten: 259
Veröffentlicht: 2015
Dokument: Powerpoint (PPTX)
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