Statistiken zum Lebensmittelhandel in Deutschland

Statistiken zum Lebensmittelhandel in Deutschland

Statistiken und Studien zum deutschen Lebensmittelhandel

Der Lebensmittelhandel versorgt die Bevölkerung mit Dingen des täglichen Bedarfs (FMCG). Unterscheiden lassen sich der Lebensmittelgroßhandel (z.B. auch Cash-and-Carry-Handel wie die Metro) und der Lebensmitteleinzelhandel. Während ersterer sich an gewerbliche Kunden wie Großabnehmer in Industrie und Gastronomie richtet, hat der Einzelhandel den privaten Endverbraucher im Blick. Der Einzelhandel wiederum differenziert sich in den (wesentlich wichtigeren) wenig spezifizierten Einzelhandel mit Waren verschiedener Art (Hauptrichtung Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren), worunter Supermärkte etc. fallen, und den traditionellen Facheinzelhandel mit Lebensmitteln, der z.B. kleine Lebensmittelgeschäfte, Bäckereien und Metzgereien beinhaltet.


Die Privatverbraucher in Deutschland geben jährlich mehr als 200 Milliarden Euro für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren aus. Während die Ausgaben für alkoholfreie Getränke eher stagniert sind, haben sich Nahrungsmittel und Alkoholika in den letzten Jahren sehr gut entwickelt. Treiber dieser Entwicklung sind ein erhöhtes Gesundheitsbewusstsein und eine verstärkte Qualitätsorientierung der Verbraucher.

Für den Lebensmitteleinzelhandel nennen das Statistische Bundesamt, die GfK und Nielsen übereinstimmend Umsätze von mehr als 160 Milliarden Euro im Jahr. Im Foodsortiment bilden dabei Süßwaren, Alkoholfreie Getränke, Wurstwaren, Milchprodukte der Weißen Linie und Tabakwaren die fünf wichtigsten Warengruppen. Im Bereich des Nearfoods (auch Nonfood I genannt) sind es Körperpflegemittel, Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel sowie Papierhygiene und Heimtierbedarf.

Systematisch lassen sich im Lebensmitteleinzelhandel die Betriebsformen Lebensmittelvollsortimenter (Super- und Verbrauchermärkte), SB-Warenhäuser und Discounter unterscheiden. Supermärkte bezeichnen nach der Definition von Nielsen Einzelhandelsgeschäfte mit einer Verkaufsfläche von 400 bis 800 Quadratmetern, Verbrauchermärkte Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von 800 bis 5.000 Quadratmetern. Abweichend davon unterscheidet das EHI kleine (400 bis 2.500 Quadratmeter) und große Supermärkte (2.500 bis 5.000 Quadratmeter). Super- und Verbrauchermärkten gemeinsam ist ein breit ausdifferenziertes Sortiment an Food und Nearfood sowie eine Auswahl an Nonfood-II-Artikeln (wie z.B. Haushaltsgeräte und Bekleidung). SB-Warenhäuser (ab 5.000 Quadratmeter Verkaufsfläche), auch Hypermärkte genannt, verfügen im Vergleich über ein deutlich größeres Sortiment an Gebrauchsartikeln (Nonfood II). Lebensmittel-Discounter setzen sich von Supermärkten durch tendenziell kleinere Verkaufsstellen, ein deutlich schmaleres Sortiment, einen höheren Eigenmarkenanteil und natürlich niedrigere Preise ab. Drogeriemärkte werden von den großen Marktforschungsinstituten GfK und Nielsen meist dem Lebensmitteleinzelhandel zugeschlagen, ergänzen ihn aber eher komplementär mit ihrem Fokus auf Nearfoodartikel. Waren die ersten Jahre des neuen Jahrtausends von einem Siegeszug der Discounter in Deutschland gekennzeichnet, haben Super-und Verbrauchermärkte in den letzten Jahren Marktanteile zurückerobern können.

Eine im internationalen Vergleich hohe Verkaufsstellendichte und die Dominanz einiger weniger nationaler Handelsketten führen zu einem im europäischen Vergleich niedrigen Preisniveau für Lebensmittel in Deutschland. Die Branche ist von einem hohen Grad der Konzentration gekennzeichnet. Edeka aus Hamburg (auch Netto Marken-Discount), Rewe aus Köln (auch Penny), Schwarz (Lidl und Kaufland), Metro (Metro C+C und Real) und Aldi stellen die führenden Unternehmensgruppen im deutschen Lebensmittelhandel dar. Nach Schätzungen von TradeDimensions kommen die Top-5 auf einen kumulierten Marktanteil von fast 75 Prozent am Lebensmittelhandel (Groß- und Einzelhandel bei einem zugrundegelegten Gesamtmarkt von rund 180 Milliarden Euro). Das Kartellamt beziffert den gemeinsamen Marktanteil der führenden vier Anbieter im Lebensmitteleinzelhandel auf rund 85 Prozent. Diese Marktmacht beobachten die Wettbewerbshüter scharf, weshalb sie einer weiteren Konsolidierung durch die Übernahme der regionalen Kaiser’s-Supermärkte von Tengelmann durch Edeka vorerst einen Riegel vorgeschoben haben.





Foto: istockphoto.com / monticelllo

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Sprache:   Deutsch
Seiten: 146
Veröffentlicht: 2014
Dokument: Powerpoint (PPTX)
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