Statistiken zu Milch und Milchprodukten

Statistiken zu Milch und Milchprodukten

Milch

Milch ist ein tierisches Nahrungsmittel, das vor allem aus Proteinen, Milchzucker, -fett und Wasser besteht. Die Nährflüssigkeit wird von vielen Säugetierarten (z.B. auch Schafen und Ziegen) gebildet, die größte wirtschaftliche Bedeutung weltweit hat jedoch Kuhmilch. Nachweisbar genutzt wird Milch als Nahrungsmittel seit der Jungsteinzeit, als der Mensch begann, zuerst Schafe und Ziegen und später Rinder zu domestizieren.


Weltweit sind die USA, Indien, China und Brasilien die wichtigsten Erzeugerländer von Kuhmilch, Deutschland, der größte Erzeuger innerhalb der EU, folgt auf Platz fünf. Für die deutsche Landwirtschaft ist Milch das erlösmäßig wichtigste Erzeugnis und sogar bedeutsamer als Fleisch. Jährlich liefert die deutsche Milchwirtschaft mehr als 30 Millionen Tonnen Rohmilch an. Nach dem Wegfall der EU-Quotenregelung im Frühjahr 2015 haben viele Betriebe ihre Produktion ausgeweitet, was aktuell zu einem rückläufigen Abgabepreis führt. Im Verlaufe des Frühjahrs und Sommers fiel er auf unter 30 Cent je Kilogramm, nachdem er in den Jahren 2013 und 2014 bei durchschnittlich rund 38 Cent lag, was Forderungen nach staatlichen Interventionen vonseiten der Milchwirtschaft zur Folge hatte.

Erwartet wird, dass die Deregulierung der europäischen Milchmärkte, den Strukturwandel der Branche weiter beschleunigen wird. So ist die Zahl der Betriebe mit Milchkuhhaltung in der langen Frist rückläufig. Vor allem kleine Betriebe geben auf, da größere Betriebe durch Skaleneffekte Preisschwankungen leichter abfedern können. Die durchschnittliche Zahl der Milchkühe pro Betrieb ist seit dem Jahr 2000 um fast das doppelte von rund 33 auf 57 Tiere gewachsen. Besonders große Betriebe finden sich vor allem in den neuen Bundesländern sowie in Norddeutschland, wohingegen die Milchwirtschaft in Baden-Württemberg und Bayern noch von familiengeführten Kleinbetrieben geprägt ist.

Nestlé, Lactalis und Danone stellen weltweit die nach Umsatz führenden Hersteller von Molkereierzeugnissen dar. Die größten deutschen Anbieter DMK Deutsches Milchkontor und die Unternehmensgruppe Theo Müller erreichen hier nicht einmal Top-10. Nach ihrem Marktanteil an der volumenmäßigen Milchverarbeitung liegen sie Schätzungen zufolge auf Platz zehn und 17. Einen potentiellen Global Player hat die Molkereibranche mit dem DMK erst 2008 durch die Fusion von Humana und Nordmilch hervorgebracht. Der Zusammenschluss ist auch als Reaktion auf die Expansion ausländischer Molkereigenossenschaften auf dem deutschen Markt zu verstehen. Die niederländische Royal FrieslandCampina ist seit den 90ern, als die sie untergegangene Südmilch AG übernahm, in Deutschland vertreten und auch die dänisch-schwedische Arla Foods ist durch Übernahmen in den letzten Jahren (Hansa Milch, Milch-Union Hocheifel) in den letzten Jahren stark gewachsen.

Die milchverarbeitende Industrie in Deutschland setzt jährlich mehr als 26 Milliarden Euro um und beschäftigt mehr als 35.000 Personen. Die Branche ist von Agrargenossenschaften, die sich im Besitz der Landwirte befinden, geprägt. Die Exportquote liegt wie im übrigen Ernährungsgewerbe unter dem Durchschnitt der deutschen Industrie, doch hat das Auslandsgeschäft für deutsche Molkereien in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Importiertes Milchpulver erfreut sich z.B. in China nach einem schweren Lebensmittelskandal ind er heimischen Milchindustrie im Jahr 2008 größter Beliebtheit, was die Trockenmilcherzeugnisse teilweise auch in deutschen Supermarktregalen zur raren und rationierten Ware machte.

Von den mehr als 30 Millionen Tonnen Rohmilch, die deutsche Molkereien jährlich verarbeiten, werden rund drei Viertel für Frischmilcherzeugnisse (Konsummilch etc.) und etwa ein Viertel für Werkmilcherzeugnisse (Käse etc.) verwendet.

Der Pro-Kopf-Konsum von Frischmilcherzeugnissen in Deutschland liegt stabil bei über 90 Kilogramm im Jahr. Hiervon macht Konsummilch den größten Anteil aus, gefolgt von Sauermilch-, Kefir-, Joghurt- und Milchmischerzeugnissen, Sahneerzeugnissen und Buttermilcherzeugnissen. Der Verbrauch von Kondens- und Trockenmilcherzeugnissen (wie z.B. Milchpulver) ist im Inland dagegen rückläufig. Während der Butterverbrauch stabil bis rückläufig ist, weist der Käsekonsum eine zunehmende Tendenz auf.

Die allgemein zu beobachtende Kaleidoskopisierung im Konsumverhalten hat auch zu einer Differenzierung der Milchsortimente geführt, die verschiedenen Ernährungstrends Rechnung trägt. So ist der Marktanteil laktosefreier H-Milch gestiegen und das Angebot an veganen Alternativen zu tierischen Milchprodukten (z.B. auf Sojabasis) in den letzten Jahren deutlich ausgeweitet worden.





Foto: istockphoto.com / egal

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