Statistiken zum Einzelhandel in Deutschland

Statistiken zum Einzelhandel in Deutschland

Aktuelle Statistiken zum Thema Einzelhandel in Deutschland

Der Einzelhandel vertreibt Konsumgüter an Endverbraucher und setzte damit in Deutschland laut Destatis im Jahr 2011 – ohne die Autohändler – mehr als 500 Milliarden Euro um. Macht man sich die engere Definition des Handelsverbandes Deutschland (HDE) zu eigen und lässt auch Tankstellen und Apotheken außen vor, kommt man immer noch auf deutlich mehr als 400 Milliarden Euro Branchenumsatz.


Den größten Teilmarkt für den Einzelhandel stellen Lebensmittel dar. Für diese geben die Deutschen jährlich mehr als 200 Milliarden Euro aus. Dieser Umfang erklärt auch die Dominanz der großen Lebensmitteleinzelhändler in den Rankings der größten Retailer. Das nach Umsatz größte Unternehmen der Branche in Deutschland ist die Metro-Gruppe (Metro, Real, Media-Saturn, Kaufhof) mit einem Deutschlandumsatz von mehr als 30 Milliarden Euro im Jahr 2012. Dicht auf den Fersen der Düsseldorfer folgen die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) und der Discounter Aldi.

Verglichen mit der allgemeinen Teuerungsrate stiegen die Preise im Einzelhandel in den letzten Jahren in etwas geringerem Maße an, so dass die Branche als Inflationsbremse wirkte. Im mehrjährigen Vergleich ist der Anteil des Einzelhandels im engeren Sinne an den privaten Konsumausgaben insgesamt rückläufig. Grund hierfür sind vor allem gestiegene Kosten für Energie und Wohnung.

Der Einzelhandel hat in Deutschland etwa 3 Millionen Beschäftigte. Rund 30 Prozent davon stellen geringfügig Beschäftigte und ein weiteres Viertel sozialversicherungspflichtig beschäftigte Teilzeitkräfte. Die Personalkosten je Beschäftigten liegen im europäischen Mittelfeld, verglichen mit anderen Branchen in Deutschland ist der Bruttomonatsverdienst unterdurchschnittlich.

Das Angebot an Einzelhandelsflächen ist konstant hoch, auch im Vergleich zu anderen europäischen Ländern, was im langjährigen Vergleich die Flächenproduktivität, den Umsatz je Quadratmeter Verkaufsfläche, geschmälert hat. Tatsächlich gilt Deutschland als einer der kompetitivsten Märkte für den Einzelhandel überhaupt, was auch der Weltmarktführer Walmart zu spüren bekam, als der Konzern erfolglos versuchte, sich in der Bundesrepublik zu etablieren.

Die Einzelhandelsbranche ist geprägt von einem strukturellen Konsolidierungsprozess. Die Zahl der Unternehmen wie auch die Marktanteile kleinerer Firmen und traditioneller, nicht-filialisierter Fachgeschäfte nehmen stetig ab. Die wichtigsten Betriebsformen stellen im Vertriebswegemix Fachmärkte und (mit abnehmender Tendenz) traditionelle Fachgeschäfte dar. Kauf- und Warenhäuser wie Karstadt und Kaufhof, einst Symbole der Konsumgesellschaft, haben mit stetig sinkender Bedeutung zu kämpfen. Kamen sie im Jahr 2000 noch auf einen Marktanteil von 4,2 Prozent, liegt er heute bei geschätzt 2,5 Prozent.

Der Aufstieg des E-Commerce ist der einschneidendste Trend, der den Einzelhandel in den letzten Jahren umtreibt. Laut GfK hat sich der Anteil des Versandhandels (stationär und online) in den Jahren 2000 bis 2013 fast verdoppelt. Das Kölner Institut für Handelsforschung kommt zu etwas anderen Ergebnissen. Die Tendenz ist aber auch hier eindeutig. Über 30 Milliarden Euro werden bereits online erlöst, bis 2019 könnte sich diese Zahl verdreifachen - vor allem auf Kosten der stationären Anbieter.

Preise und Waren werden mühelos vergleichbar, die intermediäre Position des Handels zwischen Herstellern und Konsumenten angreifbar und schnelle Lieferzeiten sparen lange Wege in die Läden – kein Wunder, dass der Handel auf der Suche nach Multichannel-Konzepten ist, um das eigene Geschäftsmodell komplentär zu ergänzen. Laut einer Umfrage unter Einzelhandelsunternehmen war im Jahr 2012 nur Kaufzurückhaltung in der Branche ein wichtigeres Thema als der Online-Handel. Im Jahr 2011 machten Onlineumsätze branchenweit schon fast fünf Prozent des Gesamtumsatzes der stationären Einzelhändler aus.

Die wichtigsten Warengruppen im interaktiven Handel bilden Bekleidung, Unterhaltungselektronik und Bücher. Andere Bereiche dagegen zeigen sich resilient gegenüber den neuen Vetrriebswegen. Bei Möbeln, Heimwerkerbedarf und Lebensmitteln etwa präferieren deutliche Mehrheiten von 80 bis 98 Prozent den klassischen, stationären Einzelhandel. Unter dem gefürchteten Showrooming, also dem Phänomen, dass Kunden Produkte im stationären Ladengeschäft ausprobieren und dann online bei der Konkurrenz bestellen, haben vor allem Elektronikmärkte wie Media-Markt und Saturn zu leiden. Bei der Erschließung des Web als Vertriebskanal waren in Deutschland bisher vertikalisierte Textileinzelhändler wie Esprit und H&M am erfolgreichsten, für die Onlineshops im Prinzip nur eine weitere Filiale darstellen, keine grundsätzliche Bedrohung des Geschäftsmodells.


Weitere wichtige Statistiken für den Einzelhandel:

Die monatliche Umsatzstatistik des Statistischen Bundesamtes
Der Ifo-Geschäftsklimaindex für den Einzelhandel
Die monatliche Umfrage des IFH zur Geschäftslage im stationären Einzelhandel
Foto: sxc.hu / brokenarts

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Sprache:   Deutsch
Seite/n: 376
Veröffentlicht: 2013
Dokument: Powerpoint (PPTX)
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