Statistiken zum Einzelhandel in Deutschland

Statistiken zum Einzelhandel in Deutschland

Statistiken zum Einzelhandel in Deutschland

Der Einzelhandel vertreibt Konsumgüter an Endverbraucher und setzte damit in Deutschland laut Destatis im Jahr 2013 – ohne die Autohändler – mehr als 500 Milliarden Euro um. Macht man sich die engere Definition des Handelsverbandes Deutschland (HDE) zu eigen und lässt Tankstellen und Apotheken außen vor, kommt man immer noch auf deutlich mehr als 450 Milliarden Euro Branchenumsatz.


Den größten Teilmarkt für den Einzelhandel stellen Lebensmittel dar. Für diese geben die Deutschen jährlich mehr als 200 Milliarden Euro aus. Dieser Umfang erklärt auch die Dominanz der großen Lebensmitteleinzelhändler in den Rankings der größten Retailer. Das nach Umsatz (in Deutschland) größte Unternehmen der Branche in Deutschland ist die Edeka-Gruppe mit einem Gesamtumsatz von rund 47 Milliarden Euro. Darauf folgen die Rewe-Gruppe, Aldi sowie Lidl und Kaufland (beide Schwarz-Gruppe).

Verglichen mit der allgemeinen Teuerungsrate stiegen die Preise im Einzelhandel in den letzten Jahren in etwas geringerem Maße an, so dass die Branche als Inflationsbremse wirkte. Im mehrjährigen Vergleich ist der Anteil des Einzelhandels im engeren Sinne an den privaten Konsumausgaben insgesamt rückläufig. Grund hierfür sind vor allem gestiegene Kosten für Energie und Wohnung.

Der Einzelhandel hat in Deutschland etwa drei Millionen Beschäftigte. Rund 30 Prozent davon stellen geringfügig Beschäftigte und ein weiteres Viertel sozialversicherungspflichtig beschäftigte Teilzeitkräfte. Die Personalkosten je Beschäftigten liegen im europäischen Mittelfeld, verglichen mit anderen Branchen in Deutschland ist der Bruttomonatsverdienst unterdurchschnittlich.

Das Angebot an Einzelhandelsflächen ist konstant hoch, auch im Vergleich zu anderen europäischen Ländern, was im langjährigen Vergleich die Flächenproduktivität, den Umsatz je Quadratmeter Verkaufsfläche, geschmälert hat. Tatsächlich gilt Deutschland als einer der kompetitivsten Märkte für den Einzelhandel überhaupt, was auch der WeltmarktführerWalmart zu spüren bekam, als der Konzern erfolglos versuchte, sich in der Bundesrepublik zu etablieren.

Die Einzelhandelsbranche ist von einem strukturellen Konsolidierungsprozess geprägt. Die Zahl der Unternehmen wie auch die Marktanteile kleinerer Firmen nehmen stetig ab. Die wichtigsten Betriebsformen stellen im Vertriebswegemix der filialisierte und nichtfilialisierte Fachhandel und Fachmärkte dar, wobei der nicht-filialisierte Fachhandel seit dem Jahr 2000 stark an Boden verloren und mehr als 40 Prozent seines Marktanteils eingebüßt hat. Kauf- und Warenhäuser wie Karstadt und Kaufhof, einst Symbole der Konsumgesellschaft, haben mit sinkender Bedeutung zu kämpfen. Kamen sie im Jahr 2000 noch auf einen Marktanteil von 4,2 Prozent, liegt er heute bei geschätzt 2,7 Prozent.

Der Aufstieg des E-Commerce ist der einschneidendste Trend der letzten Jahre. Laut IfH hat der Anteil des Versandhandels (Katalog und online) in den Jahren 2000 bis 2014 um mehr als 50 Prozent zugenommen. Um die 40 Milliarden Euro werden bereits online erlöst, bis 2020 könnte die Erlöse 60 Milliarden Euro erreichen - vor allem auf Kosten der stationären Anbieter.

Preise und Waren werden mühelos vergleichbar, die intermediäre Position des Handels zwischen Herstellern und Konsumenten angreifbar und schnelle Lieferzeiten sparen lange Wege in die Läden – kein Wunder, dass der Handel auf der Suche nach Multichannel-Konzepten ist, um das eigene Geschäftsmodell komplementär zu ergänzen. Laut einer Umfrage unter Einzelhandelsunternehmen war der Online-Handel im Jahr 2015 nach allgemeinen Klagen über Belastungen für den Mittelstand das wichtigste Thema in der Branche. Im Jahr 2013 machten Onlineumsätze branchenweit laut einer Stichprobenerhebung schon rund 4,6 Prozent des Gesamtumsatzes der stationären Einzelhändler aus.

Die wichtigsten Warengruppen im interaktiven Handel bilden Bekleidung, Unterhaltungselektronik und Bücher. Andere Bereiche dagegen zeigen sich resilient gegenüber den neuen Vetrriebswegen. Bei Möbeln, Heimwerkerbedarf und Lebensmitteln etwa präferieren deutliche Mehrheiten von 80 bis 98 Prozent den klassischen, stationären Einzelhandel. Unter dem gefürchteten Showrooming, also dem Phänomen, dass Kunden Produkte im stationären Ladengeschäft ausprobieren und dann online bei der Konkurrenz bestellen, haben vor allem Elektronikmärkte wie Media-Markt und Saturn zu leiden.


Weitere wichtige Statistiken für den Einzelhandel:

Die monatliche Umsatzstatistik des Statistischen Bundesamtes
Der Ifo-Geschäftsklimaindex für den Einzelhandel
Der monatliche Footfall im stationären Einzelhandel



Foto: sxc.hu / brokenarts

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