Soziale Medien

Social-Media-Verbot: Wer Folgt Australiens Beispiel?

Australien hat im Dezember als erstes Land der Welt soziale Medien für Jugendliche unter 16 Jahren blockiert. Inzwischen eifern einige weitere Länder in Europa und Asien diesem Vorbild nach. Laut Statista-Recherche sind Frankreich und Großbritannien bereits am weitesten vorangekommen. In beiden Orten hat ein entsprechender Gesetzentwurf bereit eine Kammer der Zweikammern-Parlamente dieser Länder passiert. Großbritannien will sozialer Medien ebenfalls erst ab 16 Jahren erlauben, während der französische Gesetzentwurf ein Verbot bis 14 vorsieht.

In sechs weiteren Ländern haben Regierungsparteien Initiativen angekündigt, die den Zugang zu sozialen Medien für Jugendliche verbieten sollen. Indonesien, Malaysia, Neuseeland und Spanien planen Verbote, die unter 16-Jährige ausschließen, während Griechenland unter 15-Jährige und Österreich unter 14-Jährige künftig nicht mehr auf Tik Tok, Instagram und Snapchat erlauben will. In Deutschland gibt es zum Thema ein neues SPD-Positionspapier, das ein Verbot für Unter-14-Jährige und eingeschränkte Nutzung für Unter-17- Jährige fordert. Ob eine Regierungsinitiative folgt ist noch unklar.

Die personalisierten Algorithmen sozialer Medien und die Möglichkeit, einfach immer weiter zu scrollen, stehen bereits seit längerem in der Kritik. Ihre Auswirkungen auf die psychische Gesundheit insbesondere junger Menschen sind inzwischen ein beliebter Forschungsgegenstand geworden. Die Sucht nach sozialen Medien kann alle Altersgruppen betreffen, gilt aber als besonders schädlich für Jugendliche, deren Gehirne sich noch entwickeln.

Die portugiesische und dänische Regierung haben ebenfalls Maßnahmen angekündigt. Diese lassen Berichten zufolge aber eine Hintertür für die elterliche Zustimmung offen. Damit ähneln diese Initiativen eher solchen die bereits in Ländern wie Frankreich, Italien und seit Kurzem auch Brasilien existiert: Dort können Kinder bestimmter Altersgruppen soziale Medien nutzen, sofern ihre Eltern zustimmen.

Während vollständige Verbote wie das australische oft über einen offiziellen Verifizierungsmechanismus umgesetzt werden, kann elterliche Zustimmung beispielsweise durch die Verknüpfung von Social-Media-Konten funktionieren. Instagram hat diese Funktion inzwischen in Europa, den USA, Australien und Kanada eingeführt. Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren können dort mit Zustimmung ihrer Eltern einen voreingestellten, eingeschränkten Kontomodus deaktivieren. Wie andere Plattformen akzeptiert Instagram Nutzer ab 13 Jahren, diese Altersbeschränkung ist jedoch bisher nicht an eine Verifizierung gekoppelt. In der EU gelten für soziale Medien seit 2018 weitere Beschränkungen hinsichtlich personalisierter Werbung für Minderjährige.

Beschreibung

Die Grafik zeigt Länder mit Gesetzen oder Gesetzesinitiativen, die soziale Medien für Minderjährige verbieten oder einschränken.

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