Statistiken zu Selbstmord und Sterbehilfe

Statistiken zu Selbstmord und Sterbehilfe

Statistiken zum Thema Selbstmord/Suizid

Der Begriff Suizid oder auch Selbstmord, Selbsttötung oder Freitod beschreibt die absichtsvoll herbeigeführte Beendigung des eigenen Lebens (ICD-10: X60-X84). Dies kann sowohl aktiv durch die Ausführung einer bestimmten Handlung, als auch passiv durch das Unterlassen lebenserhaltender Maßnahmen geschehen. Die aktuellen Fallzahlen liegen in Deutschland bei rund 10.000 Todesfällen im Jahr (2013). Damit sterben in Deutschland deutlich mehr Menschen durch Suizid als zum Beispiel aufgrund von Verkehrsunfällen, Drogen und HIV zusammen. Dem Statistischen Bundesamt zur Folge dominiert unter den gewählten Methoden die Selbsttötung durch Erhängen, Strangulieren oder Ersticken, wobei der der am häufigsten für Suizide ausgewählte Ort die eigene Wohnung ist. Männer begehen über alle Altersgruppen hinweg signifikant häufiger Selbstmord als Frauen. Das statistische Durchschnittsalter von Selbstmördern lag 2013 für Frauen bei 59,4 und für Männer bei knapp 56,7 Jahren.

Einen Sonderfall stellen die von Land zu Land gesetzlich unterschiedlich geregelten Formen der „Sterbehilfe“ dar, mit der unheilbar oder schwerstkranken Patienten körperliches und seelisches Leid erspart werden soll. Die stark umstrittene und in Deutschland verbotene aktive Sterbehilfe bedeutet, den Tod eines Menschen durch fachkundige Behandlung zu erleichtern oder herbeizuführen. Unter passiver Sterbehilfe oder Beihilfe zur Selbsttötung (assistierter Suizid) werden demgegenüber verschiedenartige Hilfestellungen bzw. das Unterlassen lebensverlängernder Maßnahmen verstanden. Vor dem Hintergrund national sehr unterschiedlicher Gesetze in diesem Bereich beobachten Experten das Phänomen des sogenannten „Sterbehilfe-Tourismus“ in Länder mit liberalen Sterbehilfe-Gesetzen – in Europa vor allem die Niederlande, Belgien, Luxemburg und die Schweiz, die Sterbehilfe in unterschiedlichem Ausmaß legalisiert haben. Im Zeitraum von 2008 bis 2012 entschieden sich etwa 268 deutsche Staatsbürger für die Möglichkeit einer ärztlich begleiteten Selbsttötung in der Schweiz. Auch in Deutschland nimmt der öffentliche Druck zu, Sterbehilfe für unheilbar Kranke durch ein Gesetz verbindlich zu regeln. So kann sich die Mehrheit der Deutschen unter Umständen schwerster Krankheit vorstellen, dem eigenen Leben selbst eine Ende zu setzen. Und in einer Forsa-Umfrage aus dem Jahr 2014 befürworten rund 70 Prozent der Befragten die Legalisierung aktiver Sterbehilfe.

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Foto: Tiberius K., aboutpixel.de

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