Statistiken zu Lebensmittel-Discountern

Statistiken zu Lebensmittel-Discountern

Aktuelle Statistiken zu deutschen Lebensmittel-Discountern

Discounter bezeichnen eine Betriebsform des Lebensmittelhandels, die sich durch ein vergleichsweises schmales Sortiment, einen hohen Eigenmarkenanteil und niedrige Preise von Super- und Verbrauchermärkten (z.B. Edeka, Rewe) und SB-Warenhäusern (z.B. Real) unterscheidet. Während Supermärkte durchschnittlich fast 12.000 Artikel listen, führen Discounter in der Regel nur etwas über 2.000 unterschiedliche Produkte, wobei ein Schwerpunkt des Sortiments auf schnelldrehenden Food-Artikeln liegt und das Angebot an Near- und Non-Food-Artikeln sehr eingeschränkt ist.


Innerhalb des Betriebsformats der Discounter lassen sich weiterhin Hard- und Soft-Discounter unterscheiden. Erstere zeichnen sich durch verhältnismäßig kleine Flächen (deutlich unter 1.000 m², wenn auch mit zunehmender Tendenz) und einen noch stärkeren Fokus auf wenige Schnelldreher aus – oft listen sie nur 1.500 Artikel oder weniger. Dieses Format ist ein spezifisch deutsches Phänomen und wird von den Discounter-Ketten Aldi und Lidl (Schwarz-Gruppe) repräsentiert, die in den vergangenen Jahren auch stark auf Auslandsmärkten expandiert sind.

Nach einem Siegeszug in den Nuller-Jahren hat sich der Marktanteil von Discountern im deutschen Lebensmitteleinzelhandel bei knapp über 40 Prozent stabilisiert, was mehr als dem doppelten des europäischen Durchschnitts entspricht. Nur in Norwegen und Belgien liegt der Umsatzanteil von Discountern noch höher. Die führenden Unternehmensgruppen auf dem deutschen Markt stellen die Aldi-Gruppe (Aldi Süd und Nord), Lidl, der zu Edeka gehörende Netto Marken-Discount, Rewes Penny und Norma dar.

International beeindrucken Aldi und Lidl durch eine Wachstumsdynamik, die alteingesessene Marktführer ernsthaft in Bedrängnis bringt. So haben die beiden Discounterketten ihr Filialnetz zwischen 2004 und 2014 in Frankreich und Großbritannien um jeweils fast 600 Standorte ausgebaut, was neben anderen Faktoren verantwortlich ist für die schlechte Performance der dortigen Retail-Riesen Tesco und Carrefour. Mit ihrem hohen Internationalisierungsgrad, der nur noch von Walmart und der Metro Group übertroffen wird, haben sich die deutschen Harddiscounter eine gute Ausgangsposition im Verdrängungswettbewerb im europäischen Lebensmittelhandel verschafft, der laut einer Prognose der Beratungsgesellschaft Oliver Wyman bis 2025 die Hälfte der großen Ketten verschwinden lassen könnte.





Foto: sxc.hu / brokenarts, mapelc

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