Daten und Fakten zu Thailand

Thailand ist ein südostasiatischer Staat, der an Myanmar, Laos, Kambodscha und Malaysia grenzt. Die Regierungsform des Landes ist de jure eine konstitutionelle Monarchie. Seit einem Militärputsch im Mai 2014 regiert de facto das Militär. Thailand ist eines der bevölkerungsreichsten Länder in Südostasien und im Jahr 2021 war Thailand auf Platz 20 der bevölkerungsreichsten Staaten weltweit. Darüber hinaus ist Thailand eines der beliebtesten Ziele weltweit für internationale Touristen. Thailand ist außerdem einer der größten Reisexporteure weltweit gemessen am Wert der Waren.

Thailands Bevölkerung wächst langsamer

Im Jahr 2020 betrug die Bevölkerung von Thailand rund 69,8 Millionen Menschen. Das Bevölkerungswachstum hat sich seit 2010 verlangsamt und betrug im Jahr 2020 noch 0,25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das langsame Wachstum hängt vermutlich mit der relativ geringen Fertilitätsrate zusammen, die alleine auch für ein Industrieland nicht ausreichen würde, um ein natürliches Bevölkerungswachstum zu ermöglichen. Dass Thailands Bevölkerung weiterhin zuwächst hängt auch mit dem seit Jahrzehnten positiven Migrationssaldo zusammen. Dadurch dass jährlich mehr Menschen nach Thailand einwandern, als auswandern, konnte die Bevölkerung weiter wachsen.

Steigende Urbanisierung und eine Millionenmetropole

Thailands Bevölkerung zieht es zunehmend in die Städte des Landes. Der Grad der Urbanisierung ist von 2010 bis 2020 stark angestiegen, und lag im Jahr 2020 bei über 50 Prozent. Ein großer Teil davon fiel wohl auf die Hauptstadt Bangkok ab, oder auch Krung Thep auf Thai. Bangkok war im Jahr 2019 mit 5,6 Millionen Einwohner:innen die größte und einzige Millionenstadt in Thailand. In der gesamten Metropolregion Bangkok leben insgesamt über 15 Millionen Thailänder:innen. Die Bevölkerung Thailands altert zunehmend, das Durchschnittsalter lag im Jahr 2020 laut Schätzungen bei etwa 40 Jahren, laut Prognosen wird es bis 2050 auf rund 50 Jahre ansteigen.
Thailand ist ein mehrheitlich buddhistisch geprägtes Land. Laut Verfassung sind alle Religionen zu schützen, der König muss aber ein Buddhist sein. Im Jahr 2020 waren etwa 66 Millionen Thailänder:innen Theravada-Buddhist:innen. Den nächstgrößten Anteil machen Muslime aus mit etwa 3,7 Millionen. Diese leben vor allem im Süden Thailands und sind vorwiegend Malaien.

Thailands Weg zum Schwellenland

Thailands Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug etwa 501 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020. Dies entsprach im selben Jahr einem BIP pro Kopf von etwa 7.200 US-Dollar. Thailands Wirtschaft wuchs stark in den frühen Neunziger Jahren, teilweise erreichte Thailand ein Wachstum des BIPs von 13,3 Prozent. Im Zuge der Asienkrise in den Jahren 1997 und 1998 stürzte das Wachstum der Wirtschaft stark ab und erholte sich nur langsam daraufhin. Zwar konnte sich das Wachstum des BIP erholen, erreichte aber nicht die Wachstumsraten von vor der Krise. Auch die Finanzkrise 2008 traf Thailands Wirtschaft erneut schwer. In Thailand trug 2020 der Dienstleistungssektor rund 58 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Die Landwirtschaft hat in Relation zum gesamten Bruttoinlandsprodukt nur einen geringen Anteil an der Wirtschaft. Trotz dessen waren 2020 in der Landwirtschaft rund 31 Prozent aller Erwerbstätigen beschäftigt, im Dienstleistungssektor dagegen nur 46,3 Prozent. Der Landwirtschaftssektor ist traditionsreich und historisch bedeutend in Thailand. Neben Reis, der die Hauptnutzpflanze ist, ist Thailands Landwirtschaft auch vor allem als führender Produzent von Naturkautschuk bekannt. Die Industrie hat sich besonders auf die Produktion von Nutzfahrzeugen spezialisiert. In Asien war Thailand hinter China und Japan der größte Produzent von Nutzfahrzeugen im Jahr 2020.

Industriestandort Thailand

Statistik: Thailand: Wichtigste Importländer im Jahr 2019 | Statista Thailand ist laut dem weltweiten Doing Business Ranking ein attraktiver Standort für Unternehmen. Im Jahr 2020 erreichte Thailand den 21. Rang von insgesamt 190 Volkswirtschaften. Korruption ist jedoch ein Problem für das Land. Im Corruption Perceptions Index (CPI) 2021 landete Thailand auf Platz 110 von 180 untersuchten Staaten. Im Außenhandel unterhielt Thailand seit 2015 einen Handelsbilanzüberschuss. Sowohl Importe als auch Exporte sanken seit 2018, obwohl diese Entwicklung bei Importen deutlicher zu beobachten war. Thailand bezieht einen großen Anteil seiner Importe aus China. Im Exportbereich geht eine Mehrheit in die USA, dicht gefolgt von China und Japan.

Staatsfinanzen und Haushalt

Thailands Staatshaushalt wies im Jahr 2020 ein Defizit von 4,7 Prozent auf, die Ausgaben des Staates überstiegen also die Einnahmen. Die Rolle des Staates für die Wirtschaft, gemessen an den Staatsausgaben in Relation zum Bruttoinlandsprodukt ist jedoch relativ gering. Die Staatsverschuldung Thailands belief sich im Jahr 2020 auf rund 50 Prozent des Bruttoinlandprodukts. Die Staatsschulden sollen laut Prognosen noch steigen in den kommenden Jahren. Thailands Militärausgaben gemessen am BIP liegen bei etwa 1,5 Prozent und sind in den letzten Jahren in Relation zum BIP auf einem ähnlichen Niveau geblieben.

Thailand im internationalen Vergleich

Thailand ist eines der bevölkerungsreichsten Länder in Südostasien. Zudem hat es ein großes kulturelles Erbe. Laut dem Best Country Ranking 2021 belegt Thailand den 7. Platz in der Kategorie "Heritage". Aufgrund diverser historischer Stätten und Attraktivität für den Erholungstourismus ist Thailand eines der Länder mit den höchsten Einnahmen durch Tourismus weltweit und eines der beliebtesten Ziele für internationalen Tourismus insgesamt. Im Jahr 2019 hatte Thailand weltweit die meisten Einnahmen durch Tourismus nach den USA, Spanien und Frankreich.

Politische Spaltung und Auswirkungen des Staatsstreichs 2014

Im Zuge des Militärcoups 2014 hat sich deutlich auf Demokratie und Staat in Thailand ausgewirkt. Der Freiheitsindex klassifiziert Thailand als "nicht frei". Im Bereich "Politische Rechte" erreicht Thailand 6 von 40 möglichen Punkten. Bis 2014 galt Thailand laut des Index noch als "teilweise frei". In der Rangliste der Pressefreiheit belegte Thailand 2021 Rang 137 von 180 Staaten. Der Democracy Index gab Thailand einen Wert von 6,04 im Jahr 2020 und bezeichnete das Land somit als unvollständige Demokratie. Auch der Democracy Index fiel nach dem Militärcoup 2014 stark ab. Thailand hatte in der Nachkriegsgeschichte oft Erfahrungen mit politischer Spaltung und Staatsstreichen gemacht. Zwischen 1946 und 2018 fanden in Thailand 10 erfolgreiche Staatsstreiche statt sowie 5 gescheiterte. Damit hat weltweit kein anderes Land so viele erfolgreiche Staatsstreiche erlebt wie Thailand.

Thailand und ASEAN

Thailand ist Mitglied der ASEAN (Association of Southeast Asian Nations), zu deren 10 Mitgliedsstaaten noch Brunei, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, Philippinen, Singapur und Vietnam gehören. Thailand gehört zu den bevölkerungsreicheren Staaten der ASEAN, wobei Indonesien mit etwa 270 Millionen Einwohner:innen das größte Land der ASEAN ist. Thailand hat im Vergleich zu den anderen Mitgliedsstaaten eine der geringsten Arbeitslosenquoten. Im demografischen Vergleich fällt vor allem auf, dass die thailändische Bevölkerung nach Singapur das höchste Durchschnittsalter hat und am langsamsten wächst. Die Wirtschaftsentwicklung ist vergleichbar mit den anderen Mitgliedsstaaten, wobei Thailands Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2020 einen besonders hohen Verlust zu verzeichnen hatte. Unter anderem die große Unzufriedenheit mit der Corona-Politik hat in Thailand seit Beginn der Pandemie zu großen Protesten gegen die Regierung geführt.

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