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Statistiken zu sozialer Ungleichheit in Österreich

Es gibt zwei Indikatoren, um die soziale Ungleichheit einer Gesellschaft zu messen: Das Einkommen, also den materiellen Zufluss, und das Vermögen, also den materiellen Bestand. Dabei liegen zum Einkommen mehr und genauere Daten vor, da es in Österreich - im Gegensatz zum Vermögen - der Besteuerung unterliegt. Mit Blick auf die Einkommensgruppen zählten in Österreich im Jahr 2020 14 Prozent der Bevölkerung zur Unterschicht, d.h. sie hatten weniger als 60 Prozent des Medianeinkommens. 76 Prozent gehörten demnach zur Mittelschicht (60 bis 180 Prozent des Medianeinkommens) und 10 Prozent zur Oberschicht (ab 180 Prozent des Medianeinkommens). Diese soziale Schichtung hat sich in den letzten zehn Jahren kaum verändert; dementsprechend ist auch die Einkommensungleichheit nach dem Gini-Index recht konstant geblieben und lag 2020 bei 27 Punkten, wobei ein Wert von 0 absolute Gleichheit bedeutet und ein Wert von 100 absolute Ungleichheit. Dennoch waren bei einer im Frühjahr 2018 durchgeführten Umfrage 84 Prozent der Österreicher der Meinung, die Einkommensunterschiede im Land seien zu groß. Hinsichtlich der Vermögensgruppen betrug der Anteil der Bevölkerung mit einem Besitz im Wert von weniger als 10.000 US-Dollar im Jahr 2020 14,2 Prozent und war damit so niedrig wie nie zuvor. Der Anteil der höheren Vermögen ab 100.000 US-Dollar hingegen hat seit 2012 deutlich zugenommen und lag nunmehr bei 48,9 Prozent. Die Vermögensungleichheit nach dem Gini-Index ist in den letzten Jahren gesunken und betrug 2020 geschätzt 73,5 Punkte. Damit ist die Vermögensungleichheit allerdings deutlich stärker ausgeprägt als die Einkommensungleichheit.

Reichtum

Statistik: Reichste Österreicher | Statista Im Jahr 2020 besaßen in Österreich geschätzt 346.000 Erwachsene ein Vermögen von über 1 Million US-Dollar. Damit stieg die Anzahl der US-Dollar-Millionäre das zweite Jahr in Folge und auf einen neuen Höchststand; gleiches gilt für ihren Bevölkerungsanteil von 4,8 Prozent. Dabei verfügten die meisten österreichischen Millionäre über ein Vermögen zwischen 1 und 5 Millionen US-Dollar; es gab jedoch auch 31 Personen mit einem Besitz von mehr als 500 Millionen US-Dollar. Der reichste Österreicher war Stand März 2021 Red Bull-Gründer Dietrich Mateschitz mit 26,9 Milliarden US-Dollar, was ihn auf Platz 56 der Liste der reichsten Menschen der Welt brachte. In Österreich gibt es seit 2008 bzw. 1993 keine Erbschafts- oder Vermögenssteuer mehr; in einer Umfrage aus dem September 2019 sprachen sich 43 Prozent der Teilnehmer für eine Wiedereinführung dieser beiden Steuern aus.

Armut

Statistik: Armutsquoten in Österreich | Statista Am anderen Ende der sozialen Skala waren in Österreich im Jahr 2020 rund 1,5 Millionen Menschen armuts- oder ausgrenzungsgefährdet. Als armutsgefährdet gelten jene Personen, deren äquivalisiertes Nettohaushaltseinkommen unter der Armutsgefährdungsschwelle von 60 Prozent des Medians liegt; hinzu kommen noch Haushalte mit keiner oder sehr niedriger Erwerbsintensität sowie mit erheblicher materieller Deprivation. Die entsprechende Armutsquote lag bei 17,5 Prozent der Bevölkerung und damit merklich höher als im Vorjahr, nachdem sie zuvor seit 2015 tendenziell gesunken war. Besondere Armutsrisiken sind der hauptsächliche Bezug von Sozialleistungen, Langzeitarbeitslosigkeit sowie das alleinige Aufziehen eines Kindes. Doch auch Erwerbstätigkeit schützt angesichts teilweise niedriger Löhne nicht unbedingt vor Armut: 289.000 Menschen zählten 2020 zu den sog. "Working poor". Die wohl schlimmste und sichtbarste Form von Armut ist die Wohnungslosigkeit: Im Jahr 2019 wurden in Österreich circa 22.000 Wohnungslose registriert, womit ihre Zahl zumindest das dritte Jahr in Folge sank. Allerdings ist von einer gewissen Dunkelziffer nicht bekannter Personen auszugehen.

Sozialsystem

Statistik: Sozialausgaben in Österreich | Statista Es gehört zu den Aufgaben des Staates, soziale Not zu mildern und für einen gewissen sozialen Ausgleich zu sorgen. Im Jahr 2020 wurden in Österreich rund 130 Milliarden Euro für Sozialleistungen ausgegeben; das entsprach einer Sozialquote von 34,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Sowohl die absoluten Ausgaben als auch die Quote stiegen vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie deutlich an und erreichten neue Höchststände. Mit Blick auf die einzelnen Sozialschutzsysteme wurde dabei mit circa 47,2 Milliarden Euro das meiste Geld über die gesetzliche Pensionsversicherung gezahlt, gefolgt von der gesetzlichen Krankenversicherung mit etwa 19,8 Milliarden Euro und der Arbeitslosenversicherung mit ungefähr 15,3 Milliarden Euro. Trotz dieser Summen waren Ende 2019 immerhin 48 Prozent der Österreicher in Bezug auf die Verfügbarkeit von Sozialleistungen pessimistisch eingestellt. Ein radikales Modell zum Umbau des Sozialsystems ist das bedingungslose Grundeinkommen (BGE), das die Österreicher recht verschieden betrachten: Bei einer Umfrage aus dem Frühjahr 2021 standen 38,2 Prozent der Befragten dieser Idee positiv gegenüber; 31,8 Prozent hingegen lehnten sie ab und 30 Prozent nahmen einen Standpunkt zwischen den beiden Positionen ein.

Soziale Gerechtigkeit

Statistik: Soziale Gerechtigkeit in Österreich | Statista Zur länderübergreifenden Messung der sozialen Gerechtigkeit existiert ein Index, der einen aggregierten Wert aus Kategorien wie Armutsprävention, Bildungsgerechtigkeit und Arbeitsmarktzugang ermittelt und von 0 = sehr niedrig bis 10 = sehr hoch reicht. Für Österreich lag er im Jahr 2019 bei 6,33 Punkten, womit es dort etwas ungerechter zuging als noch im Vorjahr. Dabei gibt es durchaus verschiedene Definitionen von "Sozialer Gerechtigkeit". Die Österreicher selbst verstehen darunter in erster Linie, dass jeder verdient, was seiner Leistung entspricht (87 Prozent Zustimmung), sowie, dass die Kluft zwischen Arm und Reich nicht zu groß wird (85 Prozent Zustimmung). Mit Blick auf den zweiten Punkt empfanden im September 2020 55 Prozent die bestehenden sozialen Unterschiede im Land als ungerecht; nur 13 Prozent hingegen sahen sie als gerechtfertigt an. Allerdings waren im Frühjahr 2018 auch 62 Prozent der Meinung, sie selbst bekämen durchaus ihren gerechten Anteil, während sich 35 Prozent benachteiligt fühlten. Dass in Österreich Chancengleichheit herrsche, also jeder Mensch die Möglichkeit zum sozialen Aufstieg habe, glaubten wiederum im September 2020 nur 22 Prozent; 49 Prozent hingegen sahen dies nicht als gegeben an.

Wichtige Kennzahlen

Die wichtigsten Kennzahlen liefern Ihnen eine kompakte Zusammenfassung des Themas "Soziale Ungleichheit in Österreich" und bringen Sie direkt zu den zugehörigen Statistikseiten.

Einkommens- und Vermögensentwicklung

Reichtum

Armut

Sozialsystem

Soziale Gerechtigkeit

Interessante Statistiken

In den folgenden 5 Kapiteln finden Sie schnell zu den wichtigsten 73 Statistiken aus dem Thema "Soziale Ungleichheit in Österreich".

Soziale Ungleichheit in Österreich

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Statistiken zu sozialer Ungleichheit in Österreich

Es gibt zwei Indikatoren, um die soziale Ungleichheit einer Gesellschaft zu messen: Das Einkommen, also den materiellen Zufluss, und das Vermögen, also den materiellen Bestand. Dabei liegen zum Einkommen mehr und genauere Daten vor, da es in Österreich - im Gegensatz zum Vermögen - der Besteuerung unterliegt. Mit Blick auf die Einkommensgruppen zählten in Österreich im Jahr 2020 14 Prozent der Bevölkerung zur Unterschicht, d.h. sie hatten weniger als 60 Prozent des Medianeinkommens. 76 Prozent gehörten demnach zur Mittelschicht (60 bis 180 Prozent des Medianeinkommens) und 10 Prozent zur Oberschicht (ab 180 Prozent des Medianeinkommens). Diese soziale Schichtung hat sich in den letzten zehn Jahren kaum verändert; dementsprechend ist auch die Einkommensungleichheit nach dem Gini-Index recht konstant geblieben und lag 2020 bei 27 Punkten, wobei ein Wert von 0 absolute Gleichheit bedeutet und ein Wert von 100 absolute Ungleichheit. Dennoch waren bei einer im Frühjahr 2018 durchgeführten Umfrage 84 Prozent der Österreicher der Meinung, die Einkommensunterschiede im Land seien zu groß. Hinsichtlich der Vermögensgruppen betrug der Anteil der Bevölkerung mit einem Besitz im Wert von weniger als 10.000 US-Dollar im Jahr 2020 14,2 Prozent und war damit so niedrig wie nie zuvor. Der Anteil der höheren Vermögen ab 100.000 US-Dollar hingegen hat seit 2012 deutlich zugenommen und lag nunmehr bei 48,9 Prozent. Die Vermögensungleichheit nach dem Gini-Index ist in den letzten Jahren gesunken und betrug 2020 geschätzt 73,5 Punkte. Damit ist die Vermögensungleichheit allerdings deutlich stärker ausgeprägt als die Einkommensungleichheit.

Reichtum

Statistik: Reichste Österreicher | Statista Im Jahr 2020 besaßen in Österreich geschätzt 346.000 Erwachsene ein Vermögen von über 1 Million US-Dollar. Damit stieg die Anzahl der US-Dollar-Millionäre das zweite Jahr in Folge und auf einen neuen Höchststand; gleiches gilt für ihren Bevölkerungsanteil von 4,8 Prozent. Dabei verfügten die meisten österreichischen Millionäre über ein Vermögen zwischen 1 und 5 Millionen US-Dollar; es gab jedoch auch 31 Personen mit einem Besitz von mehr als 500 Millionen US-Dollar. Der reichste Österreicher war Stand März 2021 Red Bull-Gründer Dietrich Mateschitz mit 26,9 Milliarden US-Dollar, was ihn auf Platz 56 der Liste der reichsten Menschen der Welt brachte. In Österreich gibt es seit 2008 bzw. 1993 keine Erbschafts- oder Vermögenssteuer mehr; in einer Umfrage aus dem September 2019 sprachen sich 43 Prozent der Teilnehmer für eine Wiedereinführung dieser beiden Steuern aus.

Armut

Statistik: Armutsquoten in Österreich | Statista Am anderen Ende der sozialen Skala waren in Österreich im Jahr 2020 rund 1,5 Millionen Menschen armuts- oder ausgrenzungsgefährdet. Als armutsgefährdet gelten jene Personen, deren äquivalisiertes Nettohaushaltseinkommen unter der Armutsgefährdungsschwelle von 60 Prozent des Medians liegt; hinzu kommen noch Haushalte mit keiner oder sehr niedriger Erwerbsintensität sowie mit erheblicher materieller Deprivation. Die entsprechende Armutsquote lag bei 17,5 Prozent der Bevölkerung und damit merklich höher als im Vorjahr, nachdem sie zuvor seit 2015 tendenziell gesunken war. Besondere Armutsrisiken sind der hauptsächliche Bezug von Sozialleistungen, Langzeitarbeitslosigkeit sowie das alleinige Aufziehen eines Kindes. Doch auch Erwerbstätigkeit schützt angesichts teilweise niedriger Löhne nicht unbedingt vor Armut: 289.000 Menschen zählten 2020 zu den sog. "Working poor". Die wohl schlimmste und sichtbarste Form von Armut ist die Wohnungslosigkeit: Im Jahr 2019 wurden in Österreich circa 22.000 Wohnungslose registriert, womit ihre Zahl zumindest das dritte Jahr in Folge sank. Allerdings ist von einer gewissen Dunkelziffer nicht bekannter Personen auszugehen.

Sozialsystem

Statistik: Sozialausgaben in Österreich | Statista Es gehört zu den Aufgaben des Staates, soziale Not zu mildern und für einen gewissen sozialen Ausgleich zu sorgen. Im Jahr 2020 wurden in Österreich rund 130 Milliarden Euro für Sozialleistungen ausgegeben; das entsprach einer Sozialquote von 34,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Sowohl die absoluten Ausgaben als auch die Quote stiegen vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie deutlich an und erreichten neue Höchststände. Mit Blick auf die einzelnen Sozialschutzsysteme wurde dabei mit circa 47,2 Milliarden Euro das meiste Geld über die gesetzliche Pensionsversicherung gezahlt, gefolgt von der gesetzlichen Krankenversicherung mit etwa 19,8 Milliarden Euro und der Arbeitslosenversicherung mit ungefähr 15,3 Milliarden Euro. Trotz dieser Summen waren Ende 2019 immerhin 48 Prozent der Österreicher in Bezug auf die Verfügbarkeit von Sozialleistungen pessimistisch eingestellt. Ein radikales Modell zum Umbau des Sozialsystems ist das bedingungslose Grundeinkommen (BGE), das die Österreicher recht verschieden betrachten: Bei einer Umfrage aus dem Frühjahr 2021 standen 38,2 Prozent der Befragten dieser Idee positiv gegenüber; 31,8 Prozent hingegen lehnten sie ab und 30 Prozent nahmen einen Standpunkt zwischen den beiden Positionen ein.

Soziale Gerechtigkeit

Statistik: Soziale Gerechtigkeit in Österreich | Statista Zur länderübergreifenden Messung der sozialen Gerechtigkeit existiert ein Index, der einen aggregierten Wert aus Kategorien wie Armutsprävention, Bildungsgerechtigkeit und Arbeitsmarktzugang ermittelt und von 0 = sehr niedrig bis 10 = sehr hoch reicht. Für Österreich lag er im Jahr 2019 bei 6,33 Punkten, womit es dort etwas ungerechter zuging als noch im Vorjahr. Dabei gibt es durchaus verschiedene Definitionen von "Sozialer Gerechtigkeit". Die Österreicher selbst verstehen darunter in erster Linie, dass jeder verdient, was seiner Leistung entspricht (87 Prozent Zustimmung), sowie, dass die Kluft zwischen Arm und Reich nicht zu groß wird (85 Prozent Zustimmung). Mit Blick auf den zweiten Punkt empfanden im September 2020 55 Prozent die bestehenden sozialen Unterschiede im Land als ungerecht; nur 13 Prozent hingegen sahen sie als gerechtfertigt an. Allerdings waren im Frühjahr 2018 auch 62 Prozent der Meinung, sie selbst bekämen durchaus ihren gerechten Anteil, während sich 35 Prozent benachteiligt fühlten. Dass in Österreich Chancengleichheit herrsche, also jeder Mensch die Möglichkeit zum sozialen Aufstieg habe, glaubten wiederum im September 2020 nur 22 Prozent; 49 Prozent hingegen sahen dies nicht als gegeben an.

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