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Soziale Schichten, Lagen und Milieus in Deutschland

Anhand von bestimmten Parametern und Merkmalen lässt sich die Gesellschaft in verschiedene Bevölkerungsgruppen aufteilen. Ist eine Zuordnung geschehen spricht man je nach Analyseansatz unter anderem von sozialen Schichten, Lagen oder Milieus. Eine Analyse dieser schafft eine differenzierte Sicht auf die Sozialstruktur in Deutschland und kann dabei helfen, gesellschaftlichen Ungleichheiten erfolgreich entgegenzuwirken, indem sie beispielsweise Sachverhalte sozialer Konflikte sichtbar machen oder fundierte Planungen und Prognosen zu bevölkerungspolitischen Maßnahmen ermöglichen. Sie tragen damit einen erheblichen Teil zur Sozial- und Gesellschaftsforschung bei.

Soziale Schichten

Der Begriff der sozialen Schicht ist im alltäglichen Sprachgebrauch sehr geläufig und beschreibt stets eine größere Bevölkerungsgruppe mit gemeinsamen Merkmalen - eine allgemeingültige Festschreibung ab welchen Werten man zu einer Schicht gehört gibt es jedoch nicht. Entwickelt wurde der Ansatz in den 1930er-Jahren und nimmt seither eine Unterscheidung an sowohl objektiv als auch subjektiv vertikalen sozialen Merkmalen wie z.B. dem Beruf, dem Einkommen, der Ausbildung, Sozialprestige und Einfluss vor. Anhand dieser Kriterien werden Menschen in Ober-, Mittel- oder Unterschicht eingeordnet, wobei besonders der Begriff der Unterschicht aufgrund einer gewissen implizierten Abwertung mittlerweile überholt ist. Einige Studien verwenden eine alternative begriffliche Einstufung anhand des sozioökonomischen Status, der hoch, mittel oder niedrig ausfallen kann. Ein Großteil der Menschen wünscht sich einen Gesellschaftstyp, in dem der Großteil der Menschen zur Mittelschicht gehört. Wie man in verschiedenen Schichten lebt, ist Gegenstand vieler Studien. So lassen sich Unterschiede im Einkaufs- und Ernährungsverhalten als auch im Umweltverhalten oder dem Informationsinteresse sehen. Charakteristisch für Schichten ist, dass es zwischen ihnen keine unüberwindbaren Grenzen gibt. Soziale Mobilität (Auf- und Abstiegsprozesse) ist daher möglich. Nichtsdestotrotz ist eine solche soziale Mobilität aufgrund äußerer Umstände häufig schwierig umzusetzen.

Soziale Lagen

Der Begriff der sozialen Lage wurde in den 1980er-Jahren entwickelt und ordnet Menschen neben vertikalen Kriterien (z.B. Berufsgruppe) auch nach horizontalen Kriterien wie Alter, Geschlecht, Wohnregion oder Familienkonstellation ein. Lagenmodelle gelten daher in der Ungleichheitsforschung als mehrdimensionaler und dadurch aussagekräftiger als die recht schlichte Aufteilung nach ausschließlich vertikalen Merkmalen. Laut dem Analyseansatz des SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik gibt es in Deutschland sechs soziale Lagen, in denen man leben kann. Diese sind Armut, Prekarität, Untere Mitte, Mitte, Wohlstand und Wohlhabenheit. Im Jahr 2018 wurden rund 40 Prozent der Deutschen der Lage Mitte zugeordnet.

Soziale Milieus

Soziale Milieus entwickelten sich aus der Markt- und Wahlforschung und folgen einem kultursoziologischen Ansatz, in dem Daten vor allem über repräsentative Interviews erhoben werden. In diesem Ansatz spielen gemeinsame Werteorientierungen und die allgemeine Lebensauffassung eine große Rolle. Darunter fallen Einstellungen zu Arbeit, Beruf, Konsum, Familie, Partnerschaft und weiteren sozialen Beziehungen sowie Politik. In Deutschland führend ist die Forschung des Heidelberger Sinus-Institut, das insgesamt zehn Milieus entwickelt hat, in denen jeweils eine vertikale und eine horizontale Ebene zur Einordnung herangezogen werden. Die vertikale Ebene beleuchtet dabei die Schichtzugehörigkeit, die horizontale Ebene hingegen die Grundorientierungen innerhalb der Milieus. Der Lebensstil fällt somit genauso ins Gewicht wie objektive Kriterien, z.B. das Gehalt oder der Bildungsstand. Je nach Auffassung zu Themen wie Naturbewusstsein, politischer Orientierung oder Impfbereitschaft im Zuge der Corona-Pandemie werden Personen einem bestimmten Milieus zugeordnet. Bis zum Oktober 2021 waren diese Milieus folgende: Konservativ-Etablierte, Liberal-Intellektuelle, Performer:nnen, Expeditive, Adaptiv-Pragmatische, Sozial-Ökologische, Bürgerliche Mitte, Traditionelle, Prekäre und Hedonist:innen. Im Herbst 2021 nahm das Sinus-Institut aufgrund eines gesellschaftlichen Wandels (unter anderem politische Umbrüche, populistische Bewegungen, oder klimatische Extremereignisse) eine Neustrukturierung der Milieus vor.

Sozialer Zusammenhalt während der Corona-Pandemie

Vor allem während der Corona-Krise wurde und wird der soziale Zusammenhalt zwischen verschiedenen Teilen der Gesellschaft auf die Probe gestellt. Wie die politische Situation oder der soziale Zusammenhalt sich während der Pandemie entwickelt hat, wird dabei unterschiedlich empfunden. Während 22 Prozent der Zugehörigen der gehobenen Schicht eine stärkere Zerstrittenheit in der Gesellschaft aufgrund von Corona wahrnehmen, war der entsprechende Anteil in der sozioökonomischen Lage "Prekäre" rund doppelt so hoch. Auch die Zukunftssorgen in dieser Gruppe lagen um einiges höher als in den sozioökonomischen Lagen "Mitte" und "Gehobene".

Wichtige Kennzahlen

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Interessante Statistiken

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Soziale Schichten, Lagen und Milieus in Deutschland

Anhand von bestimmten Parametern und Merkmalen lässt sich die Gesellschaft in verschiedene Bevölkerungsgruppen aufteilen. Ist eine Zuordnung geschehen spricht man je nach Analyseansatz unter anderem von sozialen Schichten, Lagen oder Milieus. Eine Analyse dieser schafft eine differenzierte Sicht auf die Sozialstruktur in Deutschland und kann dabei helfen, gesellschaftlichen Ungleichheiten erfolgreich entgegenzuwirken, indem sie beispielsweise Sachverhalte sozialer Konflikte sichtbar machen oder fundierte Planungen und Prognosen zu bevölkerungspolitischen Maßnahmen ermöglichen. Sie tragen damit einen erheblichen Teil zur Sozial- und Gesellschaftsforschung bei.

Soziale Schichten

Der Begriff der sozialen Schicht ist im alltäglichen Sprachgebrauch sehr geläufig und beschreibt stets eine größere Bevölkerungsgruppe mit gemeinsamen Merkmalen - eine allgemeingültige Festschreibung ab welchen Werten man zu einer Schicht gehört gibt es jedoch nicht. Entwickelt wurde der Ansatz in den 1930er-Jahren und nimmt seither eine Unterscheidung an sowohl objektiv als auch subjektiv vertikalen sozialen Merkmalen wie z.B. dem Beruf, dem Einkommen, der Ausbildung, Sozialprestige und Einfluss vor. Anhand dieser Kriterien werden Menschen in Ober-, Mittel- oder Unterschicht eingeordnet, wobei besonders der Begriff der Unterschicht aufgrund einer gewissen implizierten Abwertung mittlerweile überholt ist. Einige Studien verwenden eine alternative begriffliche Einstufung anhand des sozioökonomischen Status, der hoch, mittel oder niedrig ausfallen kann. Ein Großteil der Menschen wünscht sich einen Gesellschaftstyp, in dem der Großteil der Menschen zur Mittelschicht gehört. Wie man in verschiedenen Schichten lebt, ist Gegenstand vieler Studien. So lassen sich Unterschiede im Einkaufs- und Ernährungsverhalten als auch im Umweltverhalten oder dem Informationsinteresse sehen. Charakteristisch für Schichten ist, dass es zwischen ihnen keine unüberwindbaren Grenzen gibt. Soziale Mobilität (Auf- und Abstiegsprozesse) ist daher möglich. Nichtsdestotrotz ist eine solche soziale Mobilität aufgrund äußerer Umstände häufig schwierig umzusetzen.

Soziale Lagen

Der Begriff der sozialen Lage wurde in den 1980er-Jahren entwickelt und ordnet Menschen neben vertikalen Kriterien (z.B. Berufsgruppe) auch nach horizontalen Kriterien wie Alter, Geschlecht, Wohnregion oder Familienkonstellation ein. Lagenmodelle gelten daher in der Ungleichheitsforschung als mehrdimensionaler und dadurch aussagekräftiger als die recht schlichte Aufteilung nach ausschließlich vertikalen Merkmalen. Laut dem Analyseansatz des SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik gibt es in Deutschland sechs soziale Lagen, in denen man leben kann. Diese sind Armut, Prekarität, Untere Mitte, Mitte, Wohlstand und Wohlhabenheit. Im Jahr 2018 wurden rund 40 Prozent der Deutschen der Lage Mitte zugeordnet.

Soziale Milieus

Soziale Milieus entwickelten sich aus der Markt- und Wahlforschung und folgen einem kultursoziologischen Ansatz, in dem Daten vor allem über repräsentative Interviews erhoben werden. In diesem Ansatz spielen gemeinsame Werteorientierungen und die allgemeine Lebensauffassung eine große Rolle. Darunter fallen Einstellungen zu Arbeit, Beruf, Konsum, Familie, Partnerschaft und weiteren sozialen Beziehungen sowie Politik. In Deutschland führend ist die Forschung des Heidelberger Sinus-Institut, das insgesamt zehn Milieus entwickelt hat, in denen jeweils eine vertikale und eine horizontale Ebene zur Einordnung herangezogen werden. Die vertikale Ebene beleuchtet dabei die Schichtzugehörigkeit, die horizontale Ebene hingegen die Grundorientierungen innerhalb der Milieus. Der Lebensstil fällt somit genauso ins Gewicht wie objektive Kriterien, z.B. das Gehalt oder der Bildungsstand. Je nach Auffassung zu Themen wie Naturbewusstsein, politischer Orientierung oder Impfbereitschaft im Zuge der Corona-Pandemie werden Personen einem bestimmten Milieus zugeordnet. Bis zum Oktober 2021 waren diese Milieus folgende: Konservativ-Etablierte, Liberal-Intellektuelle, Performer:nnen, Expeditive, Adaptiv-Pragmatische, Sozial-Ökologische, Bürgerliche Mitte, Traditionelle, Prekäre und Hedonist:innen. Im Herbst 2021 nahm das Sinus-Institut aufgrund eines gesellschaftlichen Wandels (unter anderem politische Umbrüche, populistische Bewegungen, oder klimatische Extremereignisse) eine Neustrukturierung der Milieus vor.

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Vor allem während der Corona-Krise wurde und wird der soziale Zusammenhalt zwischen verschiedenen Teilen der Gesellschaft auf die Probe gestellt. Wie die politische Situation oder der soziale Zusammenhalt sich während der Pandemie entwickelt hat, wird dabei unterschiedlich empfunden. Während 22 Prozent der Zugehörigen der gehobenen Schicht eine stärkere Zerstrittenheit in der Gesellschaft aufgrund von Corona wahrnehmen, war der entsprechende Anteil in der sozioökonomischen Lage "Prekäre" rund doppelt so hoch. Auch die Zukunftssorgen in dieser Gruppe lagen um einiges höher als in den sozioökonomischen Lagen "Mitte" und "Gehobene".

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