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Bildung in Zeiten von Corona

Anfang März 2020 erreichte die Corona-Pandemie Deutschland. Im Zuge des einsetzenden bundesweiten Lockdowns wurden daher neben Restaurants, Büros, Einzelhandel und öffentlichen Einrichtungen ab Mitte März auch Kitas, Schulen und Universitäten geschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Von jetzt auf gleich gingen Bildungseinrichtungen in den digitalen Modus, stellten Lehrpläne um und Konzepte auf, wie Homeschooling und digitale Lehre funktionieren könnten. Auch der Ausbildungsmarkt erfuhr drastische Veränderungen. Diese Umstellungen passierten schnell und waren mit vielen Herausforderungen und Hindernissen für das deutsche Bildungssystem verbunden.

Schulschließungen und Homeschooling - Corona in der Schule

In den Schulen wurde der Unterricht im März 2020 auf Homeschooling umgestellt. Hierbei stellten Lehrkräfte den Schüler:innen in der Regel Unterrichtsmaterialien und Lernstoff digital zur Verfügung und boten via Telefon oder über digitale Kommunikationswege Hilfestellungen an. Onlineplattformen und Onlinekurse wurden zu Beginn eher selten genutzt, entwickelten sich im Verlauf der Pandemie aber zum Standard an der Mehrzahl der Schulen. Schwierigkeiten beim digitalen Unterricht lagen vor allem in der Selbstorganisation zuhause oder auch in der unzureichenden Ausstattung mit digitalen Endgeräten. Auch die digitale Kompetenz von Lehrkräften wurde zu Teilen bezweifelt.

Anfang Mai 2020 fand eine Teilöffnung der Schulen statt. Seitdem wechselten sich Schließungen und Öffnungen je nach Infektionsgeschehen in den einzelnen Bundesländern ab. Auch im Mai 2021 war ein Großteil der Schulen nicht zurück im Regelbetrieb, der Anteil von Schulen ohne oder nur mit eingeschränktem Präsenzbetrieb blieb hoch. Während der Schulschließungen verbrachten die meisten Kinder weniger Zeit mit schulischen Aktivitäten als zur Zeit eines normalen Schulbetriebs. Bezüglich der Maßnahmen bei Wiedereröffnung der Schulen äußerte ein Großteil der Befragten in einer Umfrage kurz nach dem ersten Lockdown, eine Maskenpflicht für Schüler:innen und Lehrer:innen zu befürworten.

Digitale Lehre und Studentenleben von zuhause aus - Corona im Studium

Obwohl lange Zeit primär die Schulen im medialen Fokus standen, waren auch andere Bildungsbereiche enorm von der Corona-Krise betroffen. Auch Studierende standen vor geschlossenen Universitäten, konnten keine Abschlussarbeiten in Bibliotheken schreiben und teilweise keine Prüfungen mehr ablegen. Ersatzlos ausgefallene Lehrveranstaltungen hielten sich laut Umfragen für die meisten Studierenden jedoch in Grenzen. Vielmehr fanden alternative digitale Formate Anwendung. Einige Studierende besuchten coronabedingt weniger Lehrveranstaltungen im Vergleich zum letzten Präsenzsemester, andere hingegen konnten vor dem Hintergrund der neuen Umstände mehr Lehrveranstaltungen besuchen. Die Studierenden sahen sowohl Vorteile als auch Nachteile eines digitalen Semesters. Vor allem der fehlende Kontakt zu anderen Studierenden veränderte die bisherige Studiensituation enorm. Bewertet wurde die Qualität und der Umgang mit dem digitalen Semester unterschiedlich. So fiel die Zufriedenheit von Studierenden mit praktischen Anteilen im Studium wie Laborpraktika oder Geländepraktika verhältnismäßig geringer aus. Verbesserung der digitalen Lehre wurde vor allem in einer Steigerung der Interaktivität von Lehrformaten gesehen. Auch auf die finanzielle Situation vieler Studierender hatte die Corona-Krise einen Einfluss. So gaben 37 Prozent aller Befragten in einer Studie im Sommer 2020 an, weniger Geld als vorher zu haben. Der Anteil Studierender mit bezahlter Beschäftigung sank im Jahr 2020 um 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Fehlende Praxis und Übertragung fachfremder Tätigkeiten - Corona in der Ausbildung

Auch der Ausbildungsmarkt blieb von Corona nicht verschont. Die Zahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge ging im Jahr 2020 in allen Bundesländern stark zurück. Besonders betroffene Bereiche waren die Sektoren Industrie und Handel sowie Hauswirtschaft. Die Arbeitsbedingungen von Azubis änderten sich teilweise drastisch. So gab etwa die Hälfte aller befragten Auszubildenden aus dem besonders stark betroffenen Gastgewerbe in einer Umfrage an, andere Tätigkeiten übertragen bekommen zu haben. Viele Auszubildende wurden zudem ins Homeoffice geschickt. Aufgrund der Corona-Pandemie fürchteten daher einige Azubis eine ausbleibende Übernahme im Betrieb.


Psychische Belastungen und Zukunftsängste durch die Corona-Krise

Die Corona-Krise hat neben den Auswirkungen auf Qualität und Struktur von Bildung auch gravierende Folgen für die psychische Gesundheit und den Ausblick auf die Zukunft von jungen Menschen mit sich gebracht. So fühlten sich knapp 40 Prozent aller befragten Jugendlichen in einer Umfrage aus dem November 2020 seit Corona psychisch besonders belastet. Auch das Stressempfinden eines Großteils der Studierenden im digitalen Sommersemester 2020 befand sich auf hohem Niveau. Viele Jugendliche plagen Sorgen über ihre berufliche Zukunft. Gründe hierfür sind unter anderem die Einschränkungen bei der Beschaffung von Berufsinformationen oder das Gefühl, schlechtere Chancen auf einen Ausbildungsplatz oder einen Studienplatz in der Corona-Zeit zu haben.

Eine detaillierte Analyse zu Bildung in Zeiten von Corona kann im gleichnamigen Dossier abgerufen werden.
Weitere Informationen finden Sie zudem im Dossier Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Kinder und Jugendliche .

Wichtige Kennzahlen

Die wichtigsten Kennzahlen liefern Ihnen eine kompakte Zusammenfassung des Themas "Bildung in der Corona-Pandemie" und bringen Sie direkt zu den zugehörigen Statistikseiten.

Corona in der Schule

Corona im Studium

Corona in der Ausbildung

Psychische Belastungen und Zukunftsängste

Bildung in Zeiten von Corona

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Bildung in Zeiten von Corona

Anfang März 2020 erreichte die Corona-Pandemie Deutschland. Im Zuge des einsetzenden bundesweiten Lockdowns wurden daher neben Restaurants, Büros, Einzelhandel und öffentlichen Einrichtungen ab Mitte März auch Kitas, Schulen und Universitäten geschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Von jetzt auf gleich gingen Bildungseinrichtungen in den digitalen Modus, stellten Lehrpläne um und Konzepte auf, wie Homeschooling und digitale Lehre funktionieren könnten. Auch der Ausbildungsmarkt erfuhr drastische Veränderungen. Diese Umstellungen passierten schnell und waren mit vielen Herausforderungen und Hindernissen für das deutsche Bildungssystem verbunden.

Schulschließungen und Homeschooling - Corona in der Schule

In den Schulen wurde der Unterricht im März 2020 auf Homeschooling umgestellt. Hierbei stellten Lehrkräfte den Schüler:innen in der Regel Unterrichtsmaterialien und Lernstoff digital zur Verfügung und boten via Telefon oder über digitale Kommunikationswege Hilfestellungen an. Onlineplattformen und Onlinekurse wurden zu Beginn eher selten genutzt, entwickelten sich im Verlauf der Pandemie aber zum Standard an der Mehrzahl der Schulen. Schwierigkeiten beim digitalen Unterricht lagen vor allem in der Selbstorganisation zuhause oder auch in der unzureichenden Ausstattung mit digitalen Endgeräten. Auch die digitale Kompetenz von Lehrkräften wurde zu Teilen bezweifelt.

Anfang Mai 2020 fand eine Teilöffnung der Schulen statt. Seitdem wechselten sich Schließungen und Öffnungen je nach Infektionsgeschehen in den einzelnen Bundesländern ab. Auch im Mai 2021 war ein Großteil der Schulen nicht zurück im Regelbetrieb, der Anteil von Schulen ohne oder nur mit eingeschränktem Präsenzbetrieb blieb hoch. Während der Schulschließungen verbrachten die meisten Kinder weniger Zeit mit schulischen Aktivitäten als zur Zeit eines normalen Schulbetriebs. Bezüglich der Maßnahmen bei Wiedereröffnung der Schulen äußerte ein Großteil der Befragten in einer Umfrage kurz nach dem ersten Lockdown, eine Maskenpflicht für Schüler:innen und Lehrer:innen zu befürworten.

Digitale Lehre und Studentenleben von zuhause aus - Corona im Studium

Obwohl lange Zeit primär die Schulen im medialen Fokus standen, waren auch andere Bildungsbereiche enorm von der Corona-Krise betroffen. Auch Studierende standen vor geschlossenen Universitäten, konnten keine Abschlussarbeiten in Bibliotheken schreiben und teilweise keine Prüfungen mehr ablegen. Ersatzlos ausgefallene Lehrveranstaltungen hielten sich laut Umfragen für die meisten Studierenden jedoch in Grenzen. Vielmehr fanden alternative digitale Formate Anwendung. Einige Studierende besuchten coronabedingt weniger Lehrveranstaltungen im Vergleich zum letzten Präsenzsemester, andere hingegen konnten vor dem Hintergrund der neuen Umstände mehr Lehrveranstaltungen besuchen. Die Studierenden sahen sowohl Vorteile als auch Nachteile eines digitalen Semesters. Vor allem der fehlende Kontakt zu anderen Studierenden veränderte die bisherige Studiensituation enorm. Bewertet wurde die Qualität und der Umgang mit dem digitalen Semester unterschiedlich. So fiel die Zufriedenheit von Studierenden mit praktischen Anteilen im Studium wie Laborpraktika oder Geländepraktika verhältnismäßig geringer aus. Verbesserung der digitalen Lehre wurde vor allem in einer Steigerung der Interaktivität von Lehrformaten gesehen. Auch auf die finanzielle Situation vieler Studierender hatte die Corona-Krise einen Einfluss. So gaben 37 Prozent aller Befragten in einer Studie im Sommer 2020 an, weniger Geld als vorher zu haben. Der Anteil Studierender mit bezahlter Beschäftigung sank im Jahr 2020 um 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Fehlende Praxis und Übertragung fachfremder Tätigkeiten - Corona in der Ausbildung

Auch der Ausbildungsmarkt blieb von Corona nicht verschont. Die Zahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge ging im Jahr 2020 in allen Bundesländern stark zurück. Besonders betroffene Bereiche waren die Sektoren Industrie und Handel sowie Hauswirtschaft. Die Arbeitsbedingungen von Azubis änderten sich teilweise drastisch. So gab etwa die Hälfte aller befragten Auszubildenden aus dem besonders stark betroffenen Gastgewerbe in einer Umfrage an, andere Tätigkeiten übertragen bekommen zu haben. Viele Auszubildende wurden zudem ins Homeoffice geschickt. Aufgrund der Corona-Pandemie fürchteten daher einige Azubis eine ausbleibende Übernahme im Betrieb.


Psychische Belastungen und Zukunftsängste durch die Corona-Krise

Die Corona-Krise hat neben den Auswirkungen auf Qualität und Struktur von Bildung auch gravierende Folgen für die psychische Gesundheit und den Ausblick auf die Zukunft von jungen Menschen mit sich gebracht. So fühlten sich knapp 40 Prozent aller befragten Jugendlichen in einer Umfrage aus dem November 2020 seit Corona psychisch besonders belastet. Auch das Stressempfinden eines Großteils der Studierenden im digitalen Sommersemester 2020 befand sich auf hohem Niveau. Viele Jugendliche plagen Sorgen über ihre berufliche Zukunft. Gründe hierfür sind unter anderem die Einschränkungen bei der Beschaffung von Berufsinformationen oder das Gefühl, schlechtere Chancen auf einen Ausbildungsplatz oder einen Studienplatz in der Corona-Zeit zu haben.

Eine detaillierte Analyse zu Bildung in Zeiten von Corona kann im gleichnamigen Dossier abgerufen werden.
Weitere Informationen finden Sie zudem im Dossier Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Kinder und Jugendliche .

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