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Statistiken zum Thema Menschenhandel und Ausbeutung in Deutschland

Die rechtlichen Grundlagen zum Straftatbestand Menschenhandel finden sich insbesondere im 18. Abschnitt des Strafgesetzbuches (StGB) zu den Straftaten gegen die persönliche Freiheit. Der Straftatbestand Menschenhandel (§ 232 StGB) ist demnach erfüllt, wenn eine Person unter Ausnutzung ihrer persönlichen oder wirtschaftlichen Zwangslage oder einer Hilflosigkeit, die mit dem Aufenthalt in einem fremden Land verbunden ist, oder eine Person unter 21 Jahren, angeworben, befördert, weitergegeben, beherbergt oder aufgenommen wird zum Zweck
  • der Ausbeutung
  • der Haltung in Sklaverei, Leibeigenschaft, Schuldknechtschaft (oder ähnlichen Verhältnissen) oder
  • einer rechtswidrigen Organentnahme.

Als Formen der Ausbeutung gelten dabei
  • Ausbeutung bei Prostitutionsausübung, sowie Vornahme und Duldung sexueller Handlungen,
  • Ausbeutung durch eine Beschäftigung,
  • Ausbeutung bei der Ausübung von Bettelei und
  • Ausbeutung bei Begehung von mit Strafe bedrohten Handlungen.

Seit der Umsetzung der EU-Richtlinie 2011/36/EU (Richtlinie zur Verhütung und Bekämpfung des Menschenhandels und zum Schutz seiner Opfer des Europäischen Parlaments und des Rates vom 5. April 2011) im Jahr 2016 wurden die national geltenden Gesetze um das Thema Menschenhandel mit dem auf der EU-Ebene geltenden Standard erweitert. Neben den Begriffsklärungen der Europäischen Union oder jener daran angelehnten nationalen Version im deutschen Strafgesetzbuch gibt es auch weitere Definitionen von Menschenhandel von Organisationen wie den Vereinten Nationen (UN) oder der International Labour Organization (ILO).

Für Deutschland bildet das vom Bundeskriminalamtes (BKA) ausgegebene Bundeslagebild Menschenhandel und Ausbeutung in regemäßig erscheinenden Berichterstattungen die nationale Situation um das Thema Menschenhandel ab. Die meisten Fälle des Menschenhandels fallen dabei jährlich in die Bereiche sexuelle Ausbeutung und Arbeitsausbeutung.

So gab es laut BKA im Jahr 2018 insgesamt 430 Opfer und 552 Tatverdächtige im Bereich Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung in Deutschland, die in 356 abgeschlossenen Ermittlungsverfahren erfasst wurden. In den meisten Verfahren wurde aufgrund des Vorwurfs der Zwangsprostitution ermittelt (siehe die Übersicht zu den Ermittlungsverfahren im Bereich Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung nach Deliktart). Verhältnisse, die als Ausbeutung von Prostituierten oder Zuhälterei erfasst werden, zeichnen sich laut BKA z. B. durch schlechte Bezahlung, überlange Arbeitszeiten, überhöhte Vermittlungsgebühren und/ oder Mietzahlungen, unwürdige und zum Teil gefährdende Arbeitsbedingungen und Vorenthalten des Lohns aus. Die in den meisten Fällen weiblichen Opfer wurden dabei am häufigsten durch Täuschung angeworben, indem ihnen beispielweise hinsichtlich der tatsächlichen Umstände ihrer Tätigkeit falsche Versprechungen gemacht wurden.

Besondere Aufmerksamkeit erfahren die Fälle, bei denen Minderjährige Opfer von Ausbeutung wurden. Im Jahr 2018 gab es 149 Ermittlungsverfahren zu Delikten, bei denen Minderjährige ausgebeutet wurden. Dabei wurden 172 minderjährige Opfer erfasst, die in den meisten Fällen sexuell ausgebeutet wurden.

Bei der Ausbeutung der Arbeitskraft nach § 233 StGB kommt es laut BKA nicht darauf an, ob der Täter das Opfer zur Aufnahme oder Fortsetzung der Tätigkeit „gebracht“, d. h. dessen Willensentschließung beeinflusst hat. Es genügt, dass der Täter die schlechte wirtschaftliche Situation des Opfers kennt und diese für sich nutzbar macht, indem er das Opfer zu ausbeuterischen Bedingungen (z. B. schlechte Bezahlung, überlange Arbeitszeiten, überhöhte Vermittlungsgebühren und Mietzahlungen, gefährliche Arbeitsbedingungen und Vorenthalten des Lohns) beschäftigt. Im Bereich Menschenhandel zum Zwecke der Arbeitsausbeutung verzeichnete das BKA 63 Opfer, 30 Tatverdächtige und 21 abgeschlossene Verfahren.


Interessante Statistiken

In den folgenden 4 Kapiteln finden Sie schnell zu den wichtigsten {amountStatistics} Statistiken aus dem Thema "Menschenhandel und Ausbeutung in Deutschland".

Kriminalität in Deutschland: Menschenhandel und Ausbeutung

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Wichtige Kennzahlen

Die wichtigsten Kennzahlen liefern Ihnen eine kompakte Zusammenfassung des Themas "Menschenhandel und Ausbeutung in Deutschland" und bringen Sie direkt zu den zugehörigen Statistikseiten.

Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung

Menschenhandel und Ausbeutung von Minderjährigen

Menschenhandel zum Zweck der Arbeitsausbeutung

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