Statistiken zu medizinischem Cannabis in den USA

Veröffentlicht von Statista Research Department, 25.06.2019
Medizinisches Cannabis kann zur Behandlung einer großen Bandbreite von zum Teil schwerwiegenden Erkrankungen und Symptomen eingesetzt werden. Für rund 40 Erkrankungen mit jährlichen Therapiekosten in Milliardenhöhe wurden canabidiolbasierte Arzneimittel als Behandlungsoption identifiziert. Von chronischen Schmerzen über Angst- und Schlafstörungen bis hin zu den Begleiterscheinungen von HIV- oder Krebspatienten eröffnet medizinisches Marihuana eine kostengünstige und vergleichsweise risiko- und nebenwirkungsarme Alternative. Verfügbare verschreibungspflichtige Schmerzmittel, insbesondere opiathaltige Präparate, haben häufig ernste Nebenwirkungen, können Abhängigkeiten hervorrufen und bergen zudem das Risiko einer potentiell tödlichen Überdosierung. Daneben gibt es unvermeidbar Patientengruppen, die auf konventionelle Therapeutika nicht ansprechen und für die medizinisches Cannabis eine wertvolle Alternative sein kann.

In den USA verbieten Bundesgesetzte Handel und Gebrauch von Cannabis. Vor dem Hintergrund einer zunehmenden wissenschaftlichen Erforschung und Verifizierung der medizinisch nutzbaren Eigenschaften von Cannabis haben jedoch in den letzten zwanzig Jahren 29 US-Bundesstaaten (und der District of Columbia) ein medizinisches Marihuana-Programm aufgelegt, das Besitz, Produktion, Erwerb und Konsum von Cannabisprodukten ganz oder teilweise legalisiert. Insgesamt haben 39 Bundesstaaten den Gebrauch von Cannabis zu medizinischen und/oder nicht-medizinischen Zwecken legalisiert und damit den Boden für das Entstehen einer neuen Industrie mit derzeit knapp 200.000 Beschäftigten bereitet.
Es steht zu erwarten, dass in den nächsten Jahren weitere Staaten Legalisierungsmodelle einführen werden - zumal sich Befürchtungen, wonach mit der Legalisierung auch eine Steigerung der Konsumprävalenz einhergehen würde, bisher nicht bestätigt haben. Eine deutliche Mehrheit der Amerikaner wünscht sich zudem die bundesweite Aufhebung der Cannabis-Prohibition.

Schon heute hat der legale Cannabismarkt in den USA ein Marktvolumen von knapp acht Milliarden US-Dollar (2017). Bei prognostizierten Wachstumsraten von durchschnittlich jährlich 16 Prozent könnte der Markt bis zum Jahr 2025 auf rund 24 Milliarden anwachsen. Der Einzelhandelsumsatz mit medizinischen Cannabis belief sich 2017 auf rund 2,85 Milliarden US-Dollar. Ein Großteil entfiel davon auf Kalifornien, das mit rund 1,52 Millionen Patienten den größten Einzelmarkt beherbergt.
Trotz der dem Markt bis zu einer endgültigen bundesweiten Legalisierung inhärenten Unsicherheiten überwiegen unter Branchenexperten der Fokus auf dynamische Wachstumsraten und die Betonung des gewaltigen Potentials: Schätzungen beziffern die USA-weite Gesamtnachfrage nach Cannabis auf derzeit knapp 50 Milliarden US-Dollar und damit auf knapp das Fünffache des US-Kinomarktes. Rechnet man noch das Potential für canabidiolbasierte Arzneimittel hinzu, könnte sich das Cannabis-Geschäft nach einer bundesweiten Legalisierung zu einem 100 Milliarden Dollar-Markt mit 50 Millionen Konsumenten auswachsen.

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