Statistiken zur Jagd in Deutschland

Unter der Jagd wird das Aufsuchen, Nachstellen, Fangen, Erlegen von Wild durch einen Jäger verstanden. Die Jagd diente dem Menschen, neben dem Sammeln, einst als Nahrungsversorgung sowie als Lieferant von Tierteilen, aus denen Werkzeuge oder Bekleidung hergestellt werden konnten. Später wurde die Jagd zunehmend als Freizeitbeschäftigung, besonders für den Adel, betrieben. Seit dem 20. Jahrhundert kamen vermehrt ökonomische Gründe hinzu. So wird das Populationswachstum gesteuert, Wildschäden reguliert und Seuchen bekämpft.

Die Jagd ist ein Handwerk und kann in Ausbildung gelernt werden. Da in Deutschland die Jagdbezirke oft zu klein sind, ist die Zahl der Berufsjäger relativ gering. Im Jahr 2019 schlossen knapp 15.000 Personen eine Jägerprüfung in Deutschland ab. Insgesamt gibt es etwa 384.000 Jäger in Deutschland, damit kommen auf einen Jäger 216 Einwohner (Stand 2018). Mit über 1,3 Millionen Jägern steht Frankreich an der Spitze im Ländervergleich. Das Verhältnis von 51 Einwohnern auf einen Jäger ist jedoch deutlich geringer als in Deutschland. Zusätzlich gibt es hierzulande über 1,4 Millionen Freizeitjäger, die häufig oder ab und zu jagen gehen.

In Deutschland ist die Jagd durch das Bundes- bzw. Landesjagdgesetz geregelt. Das Recht besagt, dass das Grundeigentum an Land untrennbar mit dem Jagdrecht verbunden ist. Die Pächter können selbst jagen oder das Recht an Dritte abgeben. Die Grundeigentümer sind in Genossenschaften zusammengeschlossen, da eine Mindestgröße des Eigentums Voraussetzung für die alleinige Jagd ist. Das Jagdrecht beinhaltet jedoch nicht nur das Recht zu jagen, sondern auch die Pflicht der Hege. Dies inkludiert die Fütterung des Wildes in Zeiten der Not sowie den Biotopschutz durch z.B. das Anlegen von Wildäckern.
Trotz der gesetzlichen Regelung kommt es immer wieder zur unrechtmäßigen Jagd, der Wilderei. Im Jahr 2018 wurden 906 Fälle von Wilderei polizeilich erfasst.

Das Rehwild ist das mit Abstand am häufigsten erlegte Wild in Deutschland. So wurden im Jagdjahr 2018/19 rund 1,3 Millionen Rehe erlegt, gefolgt von knapp 600.000 Stück Schwarzwild bzw. Wildschweine und etwa 422.000 Füchsen. Aus dem erlegten Rotwild wurden etwa 4,7 Millionen Kilogramm Fleisch (mit Decke und Schwarte) gewonnen. Für das genannte Wildbret wurde 2019 durchschnittlich 4,50 Euro pro Kilogramm verlangt und damit ein Umsatz von rund 21,2 Millionen Euro erzielt. Wildfleisch gilt generell als teuer, aber auch als Delikatesse.



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