Wirtschaft in China

China hat Japan bereits 2010 als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt abgelöst: Das nominale Bruttoinlandsprodukt (BIP) in China betrug im Jahr 2010 rund 5,9 Billionen US-Dollar und fiel damit circa 400 Milliarden US-Dollar höher aus als in Japan. Der Internationale Währungsfond (IWF) rechnete 2014 mit einem chinesischen Bruttoinlandsprodukt in Höhe von rund 10 Billionen US-Dollar.


 

Umgerechnet auf die Bevölkerung ist das Land mit einem geschätzten Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in China von rund 7.300 US-Dollar im Jahr 2014 allerdings noch deutlich von anderen Industrienationen entfernt (Länder mit dem größten BIP pro Kopf 2013).

 

Wirtschaftswachstum in Zahlen 

 

Die chinesische Wirtschaft ist in den letzten Jahren und auch während der weltweiten Wirtschaftskrise weiter stark gewachsen. Das reale Wachstum des BIP in China in den Jahren von 2008 bis 2011 lag bei jeweils etwa 9 bis 10 Prozent, sank jedoch nach 2011 auf unter 8 Prozent. Die wirtschaftliche Entwicklung in China brachte 2014 ein Wachstum von 7,5 Prozent des realen Bruttoinlandsprodukts (die Zahlen basieren auf Schätzungen des Internationalen Währungsfonds). 

 

Eine Branche, die das massive Wachstum von Chinas Wirtschaft in den letzten Jahren reflektiert, ist das Baugewerbe. Die folgende Infografik wurde von Statista für das Handelsblatt angefertig. Die Grafik veranschaulicht den Bauboom in China anhand der Fläche von Gebäuden im Bauzustand. Besonders beeindruckend: Der Vergleich der Zahlen von 2002 bis 2012, innerhalb von 10 Jahren hat China einen riesen Sprung hingelegt. 

 

Infografik: Bauboom in China | Statista

 

Chinas Staatsschulden

 

Im Gegensatz zu vielen Industrieländern ist die Staatsverschuldung in China vergleichsweise gering: Noch bis 2009 lag sie unter 20 Prozent des BIP. 2010 war jedoch ein Anstieg der chinesischen Staatsverschuldung auf fast 34 Prozent zu verzeichnen. In Relation zum chinesischen Bruttoinlandsprodukt sank die Staatsverschuldung in den Folgejahren jedoch wieder. Für 2014 rechnet der IWF mit einer Staatsverschldung in China von 20,2 Prozent.

 

Arbeitslosigkeit

 

Die Arbeitslosenquote in China lag in den letzten Jahren konstant knapp über 4 Prozent. Für 2014 rechnet der IWF mit einer Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent. Die Arbeitslosenzahl in China lag 2013 laut dem chinesischen Arbeitsministerium bei 9,26 Millionen.

 

Inflation

 

Die Inflation in China war in den letzten Jahren starken Schwankungen unterworfen. So lag die Inflationsrate im Jahr 2008 bei fast 6 Prozent, während die Preise im Jahr darauf um 0,7 Prozent sanken. 2010 legten die Preise im Durchschnitt wieder um 3,3 Prozent zu. Für das Jahr 2014 rechnet der IWF mit einer Preissteigerungsrate von 3 Prozent.

 

Wirtschaftsstruktur

 

Anders als in den Industriestaaten nimmt die Landwirtschaft nach wie vor eine wichtige Position in der chinesischen Wirtschaft ein. So waren noch im Jahr 2008 mit 39,6 Prozent die meisten Erwerbstätigen im Agrarsektor beschäftigt (Erwerbstätige nach Wirtschaftssektoren in China). Allerdings erwirtschafteten sie lediglich gut 11 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (Anteile der Wirtschaftssektoren am Bruttoinlandsprodukt in China). Zudem hat sich der Anteil der Landwirtschaft sowohl an den Erwerbstätigen als auch an der Wirtschaftsleistung in den letzten Jahren merklich verringert. 2011 arbeiteten erstmals mehr Menschen in China im Dienstleistungssektor als in der Landwirtschaft. 2013 überholte der Dienstleistungssektor zudem erstmals die Industrie hinsichtlich des Anteils am Bruttoinlandsprodukt und stellte mit rund 46 Prozent den größen Anteil am BIP.

 

Handel

 

Seit 2009 ist China die exportstärkste Nation der Welt („Exportweltmeister“). Im Jahr 2013 hatte der Export von Gütern aus China einen Wert von über 2,21 Billionen US-Dollar. Der Import von Waren nach China fiel mit einem Wert von etwa 1,95 Billionen US-Dollar geringer aus, sodass in der Handelsbilanz bei den Gütern in China ein Überschuss von rund 259 Milliarden US-Dollar zu verzeichnen war.

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