Werftindustrie

Die Unternehmen der Werftindustrie bauen Schiffe, stellen Schiffsausrüstung her und sorgen sich um die Wartung, Reparatur und Instandhaltung von Schiffen. Zur Werftindustrie gehören die Bereiche Bootswerft, Binnschiffswerft und Seeschiffswerft.


Die globale Werftindustrie

 

In der globalen Werftindustrie sind China und Südkorea die führenden Schiffsbaunationen. Der Marktanteil der Schiffbaunation China lag 2013 bei 35,1 Prozent, gefolgt von Südkorea mit 31,6 Prozent. In Nordamerika und Europa konzentriert sich die Werftindustrie vor allem auf den Bau von Kreuzfahrtschiffen, Yachten und Kriegsschiffen. Die Produktion von Tankern und Massengutfrachtern spielt aufgrund der starken Konkurrenz chinesischer und südkoreanischer Werften im nordamerikanischen und europäischen Schiffsbau nur eine untergeordnete Rolle.

 

Die Auftragslage in der Werftindustrie

 

Für die globale Werftindustrie sind deutsche Reedereien die wichtigsten Auftraggeber im Bereich Containerschiffsbau. Alleine 2008 wurden etwa 2.300 Frachter von deutschen Schifffahrtsunternehmen bei Werften in Auftrag gegeben. Weltweit lag der Auftragsbestand von Schiffen im Jahr 2013 bei 100,4 Millionen CGT (=compensated gross ton oder Bruttoraumzahl). Alleine in Südkorea stieg die Anzahl an ausgelieferten Schiffen zwischen 2002 und 2013 von etwa 210 auf über 301 Schiffe, die überwiegend exportiert wurden. 2011 war sogar ein Höchstwert von 426 schiffen erreicht worden.

 

In der deutschen Werftindustrie ging die Zahl der Aufträge deutscher Reeder für den Neubau von Schiffen von noch 643 Aufträgen im Jahr 2007 auf lediglich 22 Aufträge im Jahr 2014 stark zurück. Der Wert der Auftragseingänge im deutschen Schiffbau lag 2013 bei 2,61 Milliarden Euro. 

 

Wirtschaftsfaktor Werftindustrie in Deutschland

 

In der deutschen Werftindustrie ist Niedersachsen das Bundesland mit der höchsten Beschäftigungszahl im Bereich Schiffsbau. Im Jahr 2013 waren hier etwa 5.093 Personen angestellt, in Schleswig-Holstein 4.719 und in Mecklenburg-Vorpommern 2.250 Personen. Die größten Werften in Deutschland sind gemessen an der Beschäftigtenzahl die Meyer Werft Gruppe in Papenburg mit rund 3.600 Arbeitern und die Thyssen Krupp Marine Systems in Kiel mit etwa 3.400 Mitarbeitern. Das Durchschnittsalter der Belegschaft von deutschen Werften zeigt, dass im Jahr 2014 gut ein Drittel der Beschäftigten zwischen 45 und 54 Jahren alt war. 

 

Laut einer Prognose zum Umsatz der Branche ›Schiffbau (ohne Boots- und Yachtbau)‹ wird der Branchenumsatz 2015 bei schätzungsweise 3,31 Milliarden Euro liegen. Der Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) gibt den Umsatz deutscher Werften für 2013 mit 2.007 Millionen Euro an. 

 

 

Weitere Informationen im Statista-Dossier zum Schiffbau

 

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