Textilindustrie

Die Textilindustrie ist ein Wirtschaftszweig des produzierenden Gewerbes. Sie fertigt aus natürlichen und künstlichen Fasern Textilien. Die Erzeugnisse der Textilindustrie werden vor allem zu Kleidung, aber auch zu Produkten wie Zelten oder Verbandstoffen, weiterverarbeitet.


Außenhandel: Importe und Exporte

 

Die Textilindustrie zählt zu den ältesten Industriezweigen der jüngeren Geschichte und so waren Webereien und Spinnereien schon lange vor der Industrialisierung wichtige Elemente der Wirtschaft. In Europa ist die wirtschaftliche Bedeutung der Textilindustrie jedoch im Laufe des letzten Jahrhunderts stark zurückgegangen. Die Branche sah sich als eine der ersten vor der Herausforderung der Globalisierung  - so stammt der Großteil der weltweit gehandelten Textilien mittlerweile aus Asien.

 

Tatsächlich steht China an der Spitze des Vergleichs der Herkunftsländer für Textilimporte nach Deutschland, 2013 wurden Textilien im Werte von 1.787 Millionen Euro eingeführt. An zweiter Stelle dieses Ländervergleichs stand die Türkei, gefolgt von Bangladesch. Insgesamt wurden Textilien und Bekleidung mit einem Importwert von 36,83 Milliarden Euro nach Deutschland importiert. Zum Vergleich: Im selben Jahr betrug der Wert der Exporte von Textilien und Bekleidung aus Deutschland rund 25,5 Milliarden Euro. 

 

Umsatz und Produktionsmengen

 

Die Produktionsmenge von Textilfasern weltweit lag 2013 bei über 86 Millionen Tonnen. Neben der Produktion für die Bekleidungsindustrie ist die Herstellung technischer Textilien ein wichtiger Bereich dieses Industriesektors. Hier werden zum Beispiel Materialien für die Automobilbranche oder den Bereich der Medizintechnik gefertigt.

 

Der Umsatz der deutschen Textilindustrie lag noch 2007 bei über 13 Milliarden Euro und sank dann im Laufe der Finanzkrise auf ein Tief von 9,26 Milliarden Euro im Jahr 2009. Mittlerweile haben sich die Umsatzzahlen verbessert aber nicht gänzlich erholt: 2013 lag der Umsatz der deutschen Textilindustrie bei 11,33 Milliarden Euro. Der erfolgreichste Textilhersteller innerhalb Europas ist das deutsche Unternehmen Aunde mit einem Jahresumsatz von rund 1,6 Milliarden Euro für 2012. An zweiter Stelle steht das britische Unternehmen Coats Holding und drittplatziert ist die deutsch-türkische Sahinler Holding. 

 

 

Betriebe und Beschäftigte

 

In Deutschland lag die Anzahl der Betriebe in der deutschen Textilindustrie laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2013 bei 713, im Jahr 2004 waren es noch 1.098 gewesen. Die Anzahl der Beschäftigten in der deutschen Textilindustrie lag 2012 bei rund 64.500 Personen, analog zur Anzahl der Betriebe ist diese Zahl in den letzen Jahren stark zurückgegangen, da immer größere Teile der Produktion ins Ausland verlagert werden. Wirft man einen Blick auf die durchschnittlichen Personalkosten in der Textilindustrie, so bietet sich eine Erklärung: Liegen die durchschnittlichen Personalkosten je Beschäftigten in Deutschland bei 35.100 Euro (Stand 2011), könnte der Kontrast zu Bulgarien mit durchschnittlichen Personalkosten von 3.900 Euro im Jahr kaum größer sein. 

 

Um die Wettbewerbsfähigkeit sichern zu können, muss die Branche vor allem auf gut ausgebildeten Nachwuchs setzen. 2012 zählte die Textilindustrie etwa 3.530 Auszubildende (Anzahl der Auszubildenden in der Textilverarbeitung und Textiltechnik und Produktion). Noch erfreulicher sind die Zahlen der Studierenden der Textil- und Bekleidungstechnik, diese lagen im Wintersemester 2012/13 bei etwa 6.430 immatrikulierten Studierenden. 

 

Wachstumsmarkt Biotextilien

 

Ein relativ junges Betätigungsfeld der Textilindustrie ist die Herstellung von Biotextilien. 2001 lag der weltweite Umsatz von Bio-Baumwollprodukten bei rund 250 Millionen Euro. Bis 2010 stieg er auf 6,77 Milliarden Euro. Der weltweite Umsatz mit Biotextilien insgesamt wurde für 2010 auf 5,3 Milliarden Euro geschätzt.

 

 

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